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Creation  Volume 25Issue 1 Cover

Creation 25(1):16–19
December 2002

From a Frog to a Prince DVD
by Various

US $13.00
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Gibt es Affenmenschen in ihrem Familien-Stammbaum?

von
übersetzt von Markus Blietz

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Affenmenschen sind schon seit langem ein beliebtes Sience-Fiction Thema. Beispielweise schrieb Arthur Conan Doyle1 im Jahr 1912 Die vergessene Welt, einen Roman, in dem vier männliche Forscher im Amazonas-Delta auf die Suche nach Dinosauriern gehen, und dabei einen ganzen Stamm von Affenmenschen bzw. fehlenden Bindegliedern finden. 2001 und 2002 wurde von der BBC eine entsprechende Verfilmung mit Staraufgebot und Computer-generierten Dinosauriern weltweit im Fernsehen ausgestrahlt.

In einem Versuch, den biblischen Glauben zu verunglimpfen, fügte man der BBC-Verfilmung einen verrückten Priester (gespielt von Peter Falk), sowie (aus Gründen der Romantik) seine attraktive Nichte hinzu. Der von Falk verkörperte Priester versuchte die Forscher umzubringen, um sie daran zu hindern, die Neuigkeiten von den Affenmenschen bekannt zu machen – denn ihre Entdeckung hätte ja sonst den Glauben an den Schöpfungsbericht zerstört!

Was aber hat es wirklich mit den sogenannten „Affenmenschen“ auf sich?2

Fossilien sogenannter "Hominiden" sind oft nicht mehr als Bruchstücke von Knochen, die – mit viel Imagination zu einem Ganzen zusammengefügt – dann zu den bekannten Affenmenschen werden.

Wissenschaftliche Implikationen

Wissenschaftlich gesehen bedeutet das Konzept des Affenmenschen

  1. dass Evolution tatsächlich stattfand, und es – ausgehend von einem ursprünglich nicht-menschlichen Vorfahren – zu einer Abfolge halb-menschlicher Kreaturen kam;

  2. dass der Prozess, der letztlich den Menschen hervorbrachte, nichts anderes war als das Aussterben des schlechter Angepassten;

  3. dass dieser Prozess Millionen von Jahre benötigte;

  4. dass man sich auf die Fossilienfunde stützen kann (vorausgesetzt, dass sie tatsächlich die Überreste dieser Kreaturen sind), d.h. dass sie hinsichtlich ihrer Anatomie, ihres Alters und ihrer angenommenen evolutionären verwandschaftlichen Beziehungen korrekt zugeordnet wurden.

Welche Indizien gibt es?

Es gibt viele Unterschiede zwischen Mensch und Affe, die man in den Fossilienüberresten erkennen kann. Dazu gehört die Tatsache, dass Menschen aufrecht gehen und daher ganz speziell dafür geeignete Knie-und Hüftgelenke, ein spezielles Rückgrat, spezielle Zehen u.s.w. haben. Menschen haben auch einen abstehenden Daumen, können Werkzeuge herstellen und benutzen, können Feuer machen, und sich auf verschiedene Art und Weise kreativ betätigen. Sie haben eine größere Hirnkapazität als Affen, haben kleinere Zähne in einer Parabel-oder V-förmigen Anordnung (im Gegensatz zur U-förmigen Anordnung von Affen), und sie sind in der Lage zu schreiben, zu malen, und Musikinstrumente herzustellen und darauf zu spielen.

Die Kommunikation mittels Sprache ist ein weiterer, fundamentaler Unterschied, ebenso wie die Fähigkeit, Mathematik zu betreiben. Weitere Unterschiede bestehen darin, vernünftige Schlussfolgerungen ziehen zu können und in dem freien Willen – im Gegensatz zum Instinkt. Die Beweise für diese Fähigkeiten können allerdings normalerweise nicht aus den Fossilien-Fragmenten abgeleitet werden.

Die geistliche Dimension

Christen würden dieser Liste noch hinzufügen, dass der Mensch im Bilde Gottes erschaffen wurde. Gott ist Geist (Johannes 4, 24), und daher kann dieses „Bild“ nichts mit der physischen Erscheinungsform des Menschen zu tun haben. Stattdessen haben Menschen auch eine geistliche Dimension.3 Das bedeutet, dass sie mit Gott kommunizieren und Antworten auf ihre Gebete bekommen können. „Gott ist Licht“ (1. Johannes 1, 5), und daher haben Menschen ein moralisches Bewusstsein – d.h. ein Verständnis für richtig und falsch, und damit die Fähigkeit, ein heiliges Leben zu führen oder zu sündigen. „Gott ist Liebe“ (1. Johannes 4, 8), und daher können Menschen die Liebe Gottes erfahren durch die Vergebung ihrer Sünden – was Friede in der Seele, Liebe zu Gott und Gemeinschaft mit ihm mit sich bringt.

Menschen können durch die richtige Beziehung zu Gott auch mit dem Heiligen Geist erfüllt werden. Die Früchte davon sind Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung (Galater 5, 22–23).

Kein Tier betet Gott an, oder liefert Indizien dafür, dass es ein moralisches Bewusstsein hat oder an spiritueller Lebensführung interessiert ist. Geistliche Eigenschaften kann man nicht dem Fossilienreport entnehmen. Die geistliche Dimension des Menschen schließt jedoch den Glauben eines Lebens nach dem Tod mit ein, und dies zeigt sich oft in religösen Bestattungs-Zeremonien.

Ein weites Feld für Betrüger

Vertreter der Evolutionstheorie, die nach Beweisen für Affenmenschen suchen, halten Ausschau nach Fossilien mit anatomischen Details, die eine „Zwischenstufe“ zwischen Mensch und Affe darstellen, oder die einige – aber nicht alle – der obengenannten körperlichen Merkmale aufweisen. Dies hat sich als ein weites Feld für Betrüger erwiesen.

Die bemerkenswerteste Fälschung war der „Piltdown Mensch“, der im Zeitraum 1908 bis 1912 in England „entdeckt“ wurde. Er setzte sich zusammen aus einer menschlichen Schädeldecke und dem Unterkiefer eines Orang-Utans, dessen Zähne gebeizt und abgefeilt worden waren, um sie menschlich aussehen zu lassen und um sie in ihrer Größe an die Zähne im menschlichen Oberkiefer anzupassen. Obwohl es eine sehr schlechte Fälschung war, führte sie das wissenschaftliche Establishment an der Nase herum und war wahrscheinlich rund 40 Jahre lang der am häufigsten zitierte „Beweis“ für Evolution – bis der Betrug im Jahr 1953 ans Tageslicht kam.

Ein anderes Gebiet für Betrügereien bot sich in dem Zur-Schau-Stellen von deformierten Menschen als angebliche „Affenmenschen-Männer“ oder „Affenmenschen-Frauen“ in Zirkus-Nebenvorstellungen, wie es seit dem frühen 18. Jahrhundert fast einhundert Jahre lang praktiziert wurde – niemand machte sich die Mühe, diese Fälschungen wissenschaftlich zu widerlegen.4

Der verzweifelte Wunsch der Vertreter der Evolutionstheorie, ein Bindeglied zu finden, hat zu einigen unentschuldbaren, großen wissenschaftlichen Fehltritten geführt. Der bemerkenswerteste Fehltritt war der „Nebraska Mensch“. Der Zahn eines Schweins, den Harold Cook im Jahr 1922 fand, wurde von dem namhaften Vertreter der Evolutionstheorie, Dr. Henry Fairfield Osborne5, dem ersten anthropoiden (d.h. menschenähnlichen) Affen Amerikas zugeordnet; er gab ihm den Namen Hesperopithecus („westlicher Affe“). Die Zeitung Illustrated London News druckte in ihrer Ausgabe vom 24. Juni 1922 eine künstlerische Darstellung ab, die den Eigentümer des Zahns als aufrecht stehenden Affenmenschen zeigte, seinen ganzen Körper mit Kopf, Nase, Ohren, Haaren u.s.w., zusammen mit seiner Frau, Haustieren und Werkzeugen.

Dies verdeutlicht, dass Fossilien sogenannter „Hominiden“ oft nicht mehr als Bruchstücke von Knochen sind, die – mit viel Imagination zu einem Ganzen zusammengefügt – dann zu den bekannten Affenmenschen werden. Ein anderer wesentlicher Faktor ist, dass „hominide“ Fossilien so selten sind, dass viele Forscher noch nie ein solches Fossil in Händen hielten – mit der Konsequenz, dass viele wissenschaftliche Veröffentlichungen über die Evolution des Menschen sich nur auf Abgüsse oder veröffentlichte Aufnahmen, Messungen und Beschreibungen stützen.

Welche Indizien gibt es für Affenmenschen?

Australopithecus

Photo von Raymond Strom

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Australopithecus („südlicher Affe“) ist eine Bezeichnung für eine Reihe von Fossilien, die man in Afrika gefunden hat. Vertreter der Evolutionstheorie behaupten, dass diese Fossilien dem vermeintlichen gemeinsamen Vorfahren von Affe und Mensch am nächsten kommen. Dr. Fred Spoor hat jedoch bei einigen Australopithecus-Schädeln Computer-unterstützte Röntgenstrahlen-Tomographie Messungen der Innenohr-Region vorgenommen. Diese Messungen zeigen, dass die knöchernen Innenohr-Bogengänge, die wesentlich sind für das Halten des Gleichgewichts und den aufrechten Gang, „denen der heutigen Menschenaffen ähneln.“6

Der bekannteste Fund ist die Australopithecus-Dame „Lucy“, ein zu 22,8 % erhaltenes Skelett, das Donald Johanson 1974 in Äthiopien fand [siehe Informationsbox unten], und dem er den Namen Australopithecus afarensis7 gab. Abgüsse von Lucy´s Knochen wurden mit viel Imagination weltweit in Museen rekonstruiert, um ihnen das Aussehen einer Affenmenschen-Frau zu geben, z.B. affenähnlicher Kopf und affenähnliches Gesicht, aber menschenähnlicher Körper, Hände und Füsse. Und das, obwohl dem ursprünglichen Lucy-Fossil der Oberkiefer, der Großteil des Schädels, sowie Hand-und Fußknochen fehlten! Mehrere Funde von A. afarensis weisen lange, geschwungene Finger und Zehen auf, wie man sie bei Baumbewohnern findet, sowie in ihrer Anatomie eingeschränkte Handgelenke, wie sie typisch sind für den Knöchelgang von Schimpansen und Gorillas.8,9,10

Dr. Marvin Lubenow zitiert die Evolutionisten Matt Carmill (Duke University), David Pilbeam (Harvard University) und den verstorbenen Glynn Isaac (Harvard University): „Die Australopithecinen fallen langsam in den Rang besonders spezialisierter Affen zurück … .“11

Homo habilis

Der nächste Kandidat ist Homo habilis oder „geschickter Mensch“, der seinen Namen daher hat, weil er vermutlich geschickt darin war, Werkzeuge zu gebrauchen. Der bekannteste Fund trägt die Bezeichnung KNM-ER 1470,12 und besteht aus einem fossilierten Schädel und Bein-Knochen, die Richard Leakey 1972 in Kenya fand. Innenohr-Aufnahmen eines Homo Habilis Schädels mit der Bezeichnung Stw 53 – erstellt mit Hilfe Spoor´s Computer-unterstützter Röntgenstrahlen-Tomographie – zeigen, dass er sich mehr wie ein Pavian als wie ein Mensch fortbewegte.6

Heute betrachten die meisten Wissenschaftler – einschließlich Spoor – Homo habilis als ein „Sammelbecken für verschiedene Spezies“, mit Fragmenten von Australopithecus und Homo erectus, jedoch nicht als eigenständige Art. Mit anderen Worten: Homo habilis existierte niemals, und kann daher auch nicht das vermutete Bindeglied zwischen den Australopithecus-Affen und dem Menschen sein.

Homo erectus

Ein weiterer Kandidat ist Homo erectus, oder „aufrecht stehender Mensch“. Ausgrabungen vieler solcher Fossilien weisen auf den Gebrauch von Werkzeugen hin, auf den kontrollierten Einsatz von Feuer, dass sie ihre Toten begruben und manchmal sogar rote Tonerde für Verzierungen verwendeten. Ihr Gehirnvolumen lag – obwohl im Durchschnitt kleiner als beim modernen Menschen – noch innerhalb der für Menschen typischen Bandbreite. Aktuelle Forschungen, die auf der Azoren-Insel Flores durchgeführt wurden, deuten darauf hin, dass sie seemännische Fähigkeiten besaßen.13 Spoor´s Computer-unterstützte Röntgenstrahlen-Tomographie-Aufnahmen der Architektur des Innenohrs zeigen, dass sie sich genauso bewegten wie wir.6 Sogar einige Vertreter der Evolutionstheorie geben zu, dass Homo erectus derselben Spezies wie der moderne Mensch, d.h. also Homo sapiens, zugeordnet werden sollte.14 Kreationisten dürfen daher Homo erectus mit gutem Recht als eine spezielle Variante des Menschen betrachten.

Der Neandertaler

Hierbei handelt es sich um eine Population, die einst in Europa und den Mittelmeerländern lebte.15 Die Forscher, die diese Fossilien als erste rekonstruierten, gaben ihnen ein gekrümmtes (d.h. Affen-artiges) Aussehen. Diese frühen Rekonstruktionen litten unter starken evolutionistischen Vorurteilen; hinzu kommt, dass einige Funde auf Knochenerkrankungen hinwiesen, wie z.B. mangelnde Mineralisierung der Knochen, die bekanntermaßen durch Vitamin-D-Mangel in der Kindheit verursacht wird, und die zu einer Verkrümmung des Skeletts führen kann. Eine mögliche Ursache dafür ist der Mangel an Sonnenlicht, den man für die nachsintflutliche Eiszeit auch erwartet.

Moderne Rekonstruktionen der Neandertaler stimmen mit der Behauptung von Kreationisten überein, dass sie zu 100% Mensch waren. Der vom modernen Durchschnittsmenschen nur geringfügig abweichende Skelett-Aufbau (einschließlich dem im Durchschnitt größeren Gehirnvolumen), weist im Prinzip dieselben geringen Unterschiede im physischen Erscheinungsbild auf, die man auch heute unter den Menschen findet, und die man dadurch erklärt, dass die Menschheit – genetisch betrachtet – eine Einheit bildet.

Kein einziges Bindeglied hat bisher einer ehrlichen und rigorosen Prüfung standgehalten; alle Bindeglieder entpuppten sich letztlich entweder als ausgestorbene Affen oder als ausgestorbene Menschen.

Kein einziges [fehlendes Bindeglied] hat jedoch einer ehrlichen und rigorosen Prüfung standgehalten; alle Bindeglieder entpuppten sich letztlich entweder als ausgestorbene Affen oder als ausgestorbene Menschen.

Obwohl mit Hilfe von aus Neandertaler-Knochen gewonnenen mitochondrischen DNS Fragmenten Versuche unternommen wurden, Neandertaler einer unterschiedlichen Spezies zuzuordnen, fordern einige angesehene evolutionistische Wissenschaftler, dass man den Neandertaler als Homo sapiens16 betrachten sollte.

Wie entstanden nun die Fossilien dieser und anderer ausgestorbener menschlicher Populationen?

Antwort: Kreationisten erklären, dass die ältesten menschlichen Fossilien von den Menschen stammen, die nach der Sintflut lebten. Der Grund, warum man die ältesten Fossilien von Affen unterhalb der ältesten Fossilien von Menschen findet, ist der, dass nach der Sintflut die Tiere sich schneller wieder auf der Erde ausbreiteten als der Mensch, der ja bis zum gescheiterten Turmbau zu Babel an einem Ort feststeckte.

Schlußfolgerung

Wie man fossilierte Knochen interpretiert, hängt vom Weltbild des jeweiligen Wissenschaftlers ab. Die Theorie der menschlichen Evolution erfordert die Existenz von einem oder mehreren Bindegliedern; aus diesem Grund wurden in der Ära nach Darwin viele mögliche Kandidaten vorgeschlagen. Kein einziger Kandidat hat jedoch einer ehrlichen und rigorosen Prüfung standgehalten; alle Bindeglieder entpuppten sich letztlich entweder als ausgestorbene Affen oder als ausgestorbene Menschen. Der Fossilienbericht zwingt uns weder zu glauben, dass es Affenmenschen gibt, noch, dass der Mensch das Produkt von Evolution ist. Der Mensch wurde unmittelbar von Gott erschaffen, im Bilde Gottes, und nicht im Bilde eines Affen.

Christen, die mit der evolutionistischen Idee liebäugeln, dass einst Affenmenschen die Erde durchstreiften und dass Gott einen davon als „Adam“ auswählte, stehen sowohl im Widerspruch zur Wissenschaft als auch zum Wort Gottes.


Aktualisiert: 11. Januar 2012

Wie viele Knochen hat Lucy?

von
übersetzt von Markus Blietz

From Lucy to Language, S. 125.

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Gezeigt sind die 47 Knochen von Lucy, wie sie von Donald Johanson zusammengesetzt und in Lit. 7, S. 125 veröffentlicht wurden. Man beachte das völlige Fehlen jeglicher Hand-und Fußknochen.

‘Lucy’ ist der Name, der einer Skelettsammlung gegeben wurde, die der Paläoanthropologe Donald C. Johanson zusammen mit seinen Mitarbeitern 1974 in Zentral-Äthiopien fand. Der Name kommt daher, weil an dem Tag, an dem die Skelettsammlung gefunden wurde, im Ausgrabungs-Lager immer wieder der Beatles Song „Lucy in the Sky with Diamonds“ abgespielt wurde.

“Ungefähr vierzig Prozent“

In seinem 1981 veröffentlichten Buch „Lucy – Der Beginn der Menschheit“, beschrieb Johanson die Ausgrabung der Knochen, und stellte fest:

„Als wir fertig waren, hatten wir hunderte von Knochenstücken geborgen (viele davon als Fragmente), die ungefähr 40 Prozent des Skeletts eines Individuums ausmachten“1

Der korrekte Prozentsatz an Knochen, die man im Fall von Lucy gefunden hat, beträgt daher 47 : 206 x 100 = 22,8 Prozent, und nicht "ungefähr 40 Prozent".

Die von Johanson behaupteten „ungefähr 40 Prozent“ wurden weltweit von den meisten Kommentatoren über Lucy in Büchern, wissenschaftlichen Fachzeitschriften und populärwissenschaftlichen Magazinen wiederholt. Beispielsweise schrieb der stelllvertretende Herausgeber der Zeitschrift „National Geographics“, Kenneth Weaver, im Jahr 1985 in einem Artikel: „Obwohl ein Großteil des Schädels fehlte, wurden ungefähr 40 Prozent des Skeletts entdeckt.“2

Die meisten Kommentatoren haben natürlich keine Möglichkeit, derartige Angaben nachzuprüfen. Der kreationistische Wissenschaftler Professor Martin Lubenow erklärt dazu: „Aufgrund ihres unschätzbaren Werts und ihrer Zerbrechlichkeit, werden die Originale menschlicher Fossilien so geschützt, dass die Anzahl der Menschen, die zu ihnen Zugang haben, kleiner ist als die Anzahl der Regierungsoberhäupter, die es heute insgesamt auf der Welt gibt.“3

1984 entdeckten Richard Leakey und sein Team (dem auch der Paläoanthropologe Alan Walker angehörte) Skelettknochen, die unter dem Namen „Nariokotome Boy“ oder „Turkana Boy“ (KNM-WT 15000) bekannt wurden.4 „Turkana Boy“ lief Lucy den Rang ab als das am besten erhaltene menschliche Skelett, das man je fand.5 Und in der Tat hatte es 42 Prozent mehr Knochen als Lucy.

Wie viele Knochen hat der menschliche Körper?

Ein erwachsener Mensch hat 206 Knochen. Jede Hand besteht dabei aus 27 Knochen, jeder Fuß aus 26 Knochen, so dass die beiden Hände und Füsse eines kompletten Skeletts aus 106 Knochen bestehen, also geringfügig mehr als die Hälfte aller 206 Knochen des ganzen Körpers. Das heißt natürlich, dass jedem Skelett ohne Hände und Füsse mehr als die Hälfte aller Knochen fehlen.

Alan Walker schreibt in seinem 1996 veröffentlichten Buch „Die Weisheit der Knochen“ über die Entdeckung des „Turkana Boy“. Darin erklärt er, dass „Turkana Boy aus 67 Knochen bestand, d.h. 33 Prozent des gesamten Skeletts“6 und er fährt fort:

„Dieser Prozentsatz machte mich stutzig, weil immer wieder behauptet wurde, dass das Australopithecus afarensis Skelett mit Namen Lucy zu 40 Prozent komplett sei. Wir hingegen hatten hatten mehr Knochen als im Fall von Lucy. Als ich die gleichen Berechnungen, die wir für „Turkana Boy“ gemacht hatten, für Lucy wiederholte (wobei ich sogar Knochenfragmente als komplette Knochen zuliess), kam ich auf nur 20 Prozent … Verunsichert fragte ich Don Johanson, wie er zu seiner Zahl für Lucy gekommen war. Er antwortete: Als er berechnete, zu wie viel Prozenz Lucy komplett sei, habe er alle 106 Knochen der Hände und Füsse vernachlässigt, vielleicht, weil sie normalerweise so schwer zu finden sind.“ (eigene Hervorhebung)

Der wahre Prozentsatz für Lucy

Unter den Empfehlungen auf dem Schutzumschlag von Walkers Buch „Die Weisheit der Knochen“ findet sich auch eine Empfehlung von Donald Johanson. Durch das Schreiben dieser Empfehlung wurde Johanson wahrscheinlich bewusst, dass sein Dialog mit Alan Walker über die Anzahl der Knochen von Lucy bald veröffentlicht werden würde. Wie auch immer – noch im selben Jahr, d.h. 1996, schrieb Johanson in seinem neuesten Buch „Von Lucy zur Sprache“:

„Lucy´s Skelett besteht aus ungefähr 47 Knochen, von ingesamt 207, einschließlich oberer und unterer Extremitäten, dem Rückgrat, den Rippen und dem Becken. Mit Ausnahme des Unterkiefers bzw. der Kinnlade, besteht der Schädel nur aus fünf bogenförmigen Fragmenten, und es fehlen die meisten Hand-und Fußknochen.“7

Der korrekte Prozentsatz an Knochen, die man im Fall von Lucy gefunden hat, beträgt daher 47 : 206 x 100 = 22,8 Prozent, und nicht „ungefähr 40 Prozent“.

Nur wenige Autoren scheinen diesen korrigierten Wert bemerkt zu haben. So druckte National Geographic News am 28. Oktober 2010 einen Artikel, der in ihrer eigenen Nachrichtensparte bereits am 20. September 2006 gezeigt wurde. Der Titel des Artikels lautete „Wer war „Lucy“? Harte Fakten über einen frühen Vorfahren“ und darin stand: „Lucy war das erste Australopithecus afarensis Skelett, das jemals gefunden wurde, auch wenn seine Überreste nur zu 40 Prozent komplett waren.“

Unter den Paläoanthropologen wird diskutiert, ob man bei menschlichen Fossilien die Gesamtmasse an gefundenen Skelettknochen vergleichen sollte, oder deren Anzahl. Donald Johanson und die Autoren von National Geographic ziehen offensichtlich erstere Möglichkeit vor, Alan Walker letztere.

Seit diesen Entdeckungen wurden weitere Skelettknochen von Australopithecus afarensis gefunden, und „Lucy“ mutierte von der Bezeichnung für einen einzelnen Fund zu einer ganzen Gattungsbezeichnung. Weitere Informationen siehe creation.com/lucy-walked-upright.8

Danksagung

Wir danken Paul Feifert aus Vincetown, N.J., USA, dass er unsere Aufmerksamkeit auf obiges Thema lenkte.

Literaturnachweise

  1. Johanson, J. zusammen mit dem Co-Autor Edey, M., Lucy The Beginnings of Human Kind, Granada, London, 1981, S. 18. Zurück zum Text.
  2. Weaver, K., Stones, Bones, and Early Man: The Search for our Ancestors, National Geographic 168(5):560–593, November 1985. Quote is on S. 585. Zurück zum Text.
  3. Lubenow, M., Bones of Contention: A Creationist Assessment of Human Fossils, Baker Books, Michigan, 2004, S. 24. Zurück zum Text.
  4. Benannt nach dem Entdeckungsort Nariokotome in der Nähe des Sees Turkana in Kenia. Der Fund erhielt die Bezeichnung KNM-WT 15000, d.h. Kenia National Museum; West Turkana; Objekt Nummer 15000Zurück zum Text.
  5. Siehe creation.com/turkana-boy-getting-past-the-propagandaZurück zum Text.
  6. Walker, A. zusammen mit dem Co-Autor Shipman, P. The Wisdom of Bones, Weidenfeld and Nicolson, London, 1996, S. 147. Zurück zum Text.
  7. Johansen, D. zusammen mit dem Co-Autor Edgar, B., From Lucy to Language, Weidenfeld & Nicolson, London, 1996, S. 124. Zurück zum Text.
  8. Wieland, C. ‘Lucy walked upright!’ (or did she?): One tiny bone ignites evolution fervourZurück zum Text.

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Weitere Medien

Literaturnachweise

  1. Bekannt geworden als Autor der Sherlock Holmes Detektivgeschichten. Zurück zum Text.
  2. Nicht zu verwechseln mit sogenannten „Prä-Adamiten“, Menschen, die nach der irrtümlichen Meinung mancher Christen vor Adam gelebt haben sollen. Siehe Grigg, R., Pre-Adamites: Were there human beings on Earth before Adam?, Creation 24(4):42–45, 2002. Zurück zum Text.
  3. Dr Marvin Lubenow, emeritierter Professor des Christian Heritage College, San Diego, sagt: ‘Allein diese geistige Dimension erklärt sowohl unsere Herrlichkeit als auch unser Leiden’ Siehe Lubenow, M., Bones of Contention, Baker Books, Michigan, p. 168, 1992. Bones of Contention ist das Standardwerk für Kreationisten zum Thema Ursprung des Menschen. Zurück zum Text.
  4. Eine der bekanntesten „Affenmenschen-Frauen“ war Julia Pastrana (1834–1860), die unter einer Reihe von Erbkrankheiten litt, die eine starke Körperbehaarung hervorriefen, sowie einen Affen-artig hervorstehenden Kiefer. Siehe Bergman, J., Darwin’s apemen and the exploitation of deformed humans, Journal of Creation 16(3):116–122, 2002. Zurück zum Text.
  5. Er wurde dann später der Leiter der paläontologischen Abteilung des American Museum of Natural History. Zurück zum Text.
  6. Spoor, F., et al., Implications of early hominid labyrinthine morphology for evolution of human bipedal locomotion, Nature 369(6482):645–648, 23 June 1994. Spoor ist Professor für evolutionäre Anatomie am University College in London, England, und Mitherausgeber der Zeitschrift Journal of Human Evolution. Zurück zum Text.
  7. Der Name bedeutet „südlicher Affe des Afar-Dreiecks (von Äthiopien)’. Lucy’s Gattung wird neuerdings manchmal auch als „Praeanthropus“ bezeichnet. Zurück zum Text.
  8. Menton, D., Making man out of monkeys, 23 August 2002. Zurück zum Text.
  9. Oard, M., Did Lucy walk upright?, Journal of Creation 15(2):9–10, 2001. Zurück zum Text.
  10. Siehe Lucy was a knuckle-walker, Creation 22(3):7, 2000. Zurück zum Text.
  11. Lit. 3, S. 167, wo folgende Veröffentlichung zitiert wird: Cartmill, M., Pilbeam, D. and Isaac, G., One hundred years of paleoanthropology, American Scientist 74:419, July–August 1986. Zurück zum Text.
  12. Diese Abkürzung bedeutet ’Fossil Nummer 1470 des Kenia Nationalmuseums, östlicher Rudolf-See’. Zurück zum Text.
  13. Siehe Early man underestimated (again), Creation 21(1):9, 1998, basierend auf Thwaites, T., Ancient mariners: Early humans much smarter than we expected, New Scientist 157(2125):6, 14 March 1998. Siehe auch, Morwood et al., Fission-track ages of stone tools and fossils on the east Indonesian island of Flores, Nature 392(6672):173–176, 12 March 1998. Siehe außerdem diesen Artikel, der den Stand der Forschung über die seemännischen Fähigkeiten von Homo erectus zusammenfasst. Zurück zum Text.
  14. Wolpoff et al. konnten zeigen, dass die Merkmale diverser menschlicher Schädel darauf hindeuten, dass es Kreuzungen zwischen dem modern erscheinenden Homo sapiens, dem Neandertaler und sogar dem Homo erectus gegeben haben musste (Modern human ancestry at the peripheries: A test of the replacement theory, Science 291(5502):293–297; comment by E. Pennisi, p. 231, Skull study targets Africa-only origins). Zurück zum Text.
  15. Benannt nach dem Neander-Tal in Deutschland, wo man 1856 die ersten derartigen Fossilien fand. Zurück zum Text.
  16. Siehe White, M., The caring Neandertal, Creation 18(4):16–17, 1996; siehe auch Lubenow, M., Recovery of Neandertal mtDNA: An evaluation, Journal of Creation 12(1):87–97, 1998. Zurück zum Text.

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