Darwins wahre Botschaft: Haben Sie die übersehen?
von Carl Wieland
Der bekannte Professor Stephen Gould 1
von der Harvard University, USA, ist ein entschiedener Gegner der Schöpfungslehre
(und ein
Marxist); vielleicht ist er der beste Kenner der Geschichte des Evolutionsgedankens
und aller Dinge aus dem Darwinschen Umfeld.
Ich bin froh, dass er und ich wenigstens über eine Sache die gleiche Auffassung
haben - nämlich über die wahre Bedeutung von ‚Darwins Revolution.' Und
wir stimmen auch darin überein, dass heute - etwa eineinhalb Jahrhunderte nach Darwin
- die große Mehrheit der Menschen überall auf der Welt gar nichts davon wissen will.
Gould stellt fest, dass Darwins Lehre ohne Plan, ohne Ziel und ohne Zweck ist -
anders gesagt, sie ist reiner philosophischer Materialismus. Darwin selbst wusste
das auch sehr gut und meinte es auch so.
Mit ‚Materialismus’ meint er nicht den Drang, mehr und noch mehr materielle
Dinge zu besitzen, sondern den Glauben, dass Materie die einzige Realität ist. In
diesem Glaubenssystem entstehen aus Materie, die man sich selbst überlässt, alle
Dinge und auch das menschliche Gehirn. Dieses Gehirn erfand dann die Idee des Übernatürlichen,
von Gott, vom ewigen Leben und so weiter.
Es ist naheliegend, dass Christen, die mit der Evolutionslehre einen Kompromiss
schließen möchten und besonders solche, die andere ebenfalls dazu ermutigen, diese
Auffassung nicht als die wahre Bedeutung des Darwinismus hinnehmen wollen. Solche
‚theistischen Evolutionisten’ glauben, sie könnten das ‚Baby’, die Evolution,
akzeptieren (und so ihr Gesicht vor der Welt wahren), während sie das ‚Badewasser’,
den Materialismus, ausgießen. Ich will hier nicht auf die vielen Gründe eingehen,
warum die Idee der Evolution und der langen geologischen Zeitalter so zersetzend
auf das biblische Evangelium einwirkt 2
(selbst, wenn die Evolution als Plan und Ziel von einem ‚Gott’ gesehen werden
könnte).
Mein Ziel ist es (entsprechend dem von Gould, nur mit einem anderen Motiv), die
Leute auf diesen sehr verbreiteten gedanklichen blinden Fleck hinzuweisen, damit
sie aufwachen und merken, was Darwin wirklich meinte. Warum ist es wahr, wie Gould
auch aufzeigte, dass sogar die große Mehrheit der evolutionsgläubigen Nicht-Christen
nichts von der totalen Planlosigkeit von Darwins Lehre wissen will? Weil sie sich
dann nicht länger mit dem Gefühl trösten kann, dass es irgendeine Art von Plan und
Ziel in unserem Leben gibt. 3
Diese Mehrheit glaubt meist verschwommen (zugleich mit dem Glauben an die Evolution)
an eine Art von unklarem, ätherischem, ausstrahlendem Gotteswesen - ähnlicher dem
‚die Kraft ist mit dir’ aus dem ‚Raumschiff Enterprise’ als dem persönlichen
Gott der Bibel. Üblicherweise findet sie dann etwas Trost in einem unklaren Glauben
zumindest an die Möglichkeit irgendeiner Art von Leben nach dem Tod; das erklärt
den Erfolg der englischen Kinofilme ‚Flatliners’ und ‚Ghost’.
4
Gould scheint diese üblichen Ansichten als unglückliche, unlogische und unnötige
Entgleisungen zu bedauern. Er geht natürlich von der Ansicht aus, dass die Evolution
real ist. Er kennt die wahre Botschaft von Darwin , dass ‚da draußen nichts ist
- es gibt nur Organismen, die darum kämpfen, ihre Gene an die nächste Generation
weiterzugeben. Das ist alles.’ Es ist demnach Zeit für die Leute, ihre tröstenden
Märchen aufzugeben und sich über die materialistische Bedeutung der Evolution klar
zu werden.
Ich betrachte solche Annahmen (vom kosmischen Ziel in einer darwinistischen Welt,
vom Leben nach dem Tod ohne Glauben an die Existenz des heiligen Gottes der Bibel)
aus mehreren Gründen als traurige Hirngespinste. Sie führen die Menschen weg von
den lebenswichtigen Wahrheiten der Schrift, von den Tatsachen, die uns der Schöpfer
des Universums mitgeteilt hat. Es ist auch tragisch, dass bekennende Christen verleitet
werden können, eine Philosophie (die Evolution) gut zu heißen, die von Grund auf
dem wahren Kern des Christentums entgegengesetzt ist und die so viel Unheil in Kirche
und Gesellschaft angerichtet hat.
Auf der Leiter nach oben
Die Evolutionsgläubigen aus allen Bildungsschichten neigen dazu, in Darwins Botschaft
eine Weiterentwicklung zu höheren Stufen zu sehen; das ist für Professor
Gould der Beweis für den überwältigenden Wunsch, Zweck und Plan in der Planlosigkeit
der Evolution zu erkennen. Die Evolution wird üblicherweise als Leiter nach oben
oder so ähnlich illustriert (sogar auf dem Umschlag einiger Übersetzungen von Stephen
Gould, sehr zu seinem Ärger).
Warum ist das so?
Denken Sie an folgendes: Wenn das Evolutionsscenario wahr ist, dann trat der Mensch
erst am Ende einer unaussprechlich langen Kette von Ereignissen auf. Er trat erst
auf, nachdem 99,999% der Geschichte des Universums vergangen waren. Nachdem das
Leben erschien, kam es in zwei Dritteln seiner Geschichte nicht über das Stadium
der Bakterien hinaus, und für die Hälfte der restlichen Zeit blieb es beim einzelligen
Stadium! Als Ausweg aus diesen offensichtlichen Ergebnissen (damit ist gemeint,
dass in solchem evolutionären Universum das Auftreten des Menschen keinen Sinn hat
und er nur zufällig dazukam), musste unsere Kultur, so argumentiert er, diese riesigen
Zeiträume als eine Art Vorbereitungszeit für das mögliche Erscheinen des
Menschen ansehen. Diese Auffassung ist brauchbar, wenn man an die Idee von der Weiterentwicklung
zu höheren Stufen glaubt. Das Universum und dann die Organismen wurden
immer ‚besser und besser’, bis wir schließlich auftraten.
Die Zerstörung des Mythos
Es gibt jedoch keinen Hinweis auf diese populäre Mythologie von ‚Evolution als Weiterentwicklung’
in Darwins ‚großartiger Idee.’ Die Veränderungen geschehen zufällig. Jene
Organismen, die zufällig entstehen, weil sie ihrer Umgebung besser angepasst sind
und deshalb eine bessere Chance haben, ihre Gene an die nächste Generation weiterzugeben,
sind durch die natürliche Selektion begünstigt. Das ist alles. Dieser Theorie zufolge
ist die Giraffe, die einen längeren Hals entwickelt, keine bessere Giraffe - nur
eine mit längerem Hals. Bei gewissen Veränderungen in der Umwelt kann der längere
Hals genauso leicht ein Nachteil sein. Somit ist es auch keineswegs ‚unvermeidlich’,
dass Menschen oder intelligente denkende Wesen auftreten. Ich möchte zu Goulds Kommentaren
meine Meinung hinzufügen, dass der Glaube an die Evolution als ‚vorwärts und aufwärts’
gerichtete Kraft, die erst zu uns und dann notwendigerweise auch zu größerer Intelligenz
führt, viele Evolutionsanhänger so sicher macht, dass irgendwo da draußen intelligente
Außerirdische sein müssen.
Radikal
Aber geht Gould nicht ein bisschen weit mit der Annahme, dass Darwin wusste, wie
radikal antigöttlich seine Philosophie war? War er nicht doch ein liebenswürdiger,
trotteliger Naturforscher, der gerade zur rechten Zeit am rechten Ort war und der
durch das überzeugt wurde, was er auf den Galapagosinseln sah ?
Total falsch! Wenn das, was folgt, zu reaktionär klingt, dann denken Sie daran,
dass Gould (zweifellos ein intellektueller Riese, der sehr sorgfältig recherchiert
hat) mit seinen Ansichten nicht allein steht, und dass er Zugang zu unveröffentlichten
Notizbüchern von Darwin aus der Zeit hatte, als Darwin ein junger Mann war. Daraus
geht Folgendes hervor:
- Der Mythos von dem ‚liebenswürdigen, schwerfälligen Naturforscher, der zufällig
auf die Evolution stieß, wurde durch eine Autobiographie gefördert, die Darwin für
seine Kinder als Moralpredigt schrieb, in der er sich selbst bescheiden gab, und
die nicht veröffentlicht werden sollte. Das war zur Zeit der Königin Victoria durchaus
üblich. Seine Notizbücher erzählen eine andere Geschichte, nämlich die eines ehrgeizigen
jungen Mannes, der wusste, dass er eine der radikalsten Ideen in der Geistesgeschichte
hatte.
- Darwin bekam diese Idee nicht von den Galapagos- Finken - Gould meint sogar ‚er
wusste überhaupt nicht richtig, ob sie Finken waren’. Über die Galapagos-
Schildkröten sagt er, dass Darwin ‚diese Geschichte auch übersah und sie später
nur rekonstruierte’. Bekam er die Idee durch Beobachtungen bei der Tierzucht?
Peter Bowler schreibt aber in Nature
(Band 353, 24, Oktober 1991, S.713), dass ‚viele jetzt annehmen, dass Darwins Analogie
zwischen künstlicher und natürlicher Selektion ein Ergebnis später Einsicht ist.’
Woher kamen also die Ideen?
Unmittelbar vor seinem berühmten ‚Einfall’ verbrachte Darwin viele Monate
mit dem Studium der volkswirtschaftlichen Theorien von Adam Smith. Nach Smiths extremer
Auffassung von der freien Marktwirtschaft führt der Kampf der Individuen um persönlichen
Profit auf einem freien Markt (zum Beispiel durch Ausschalten leistungsschwacher
Teilnehmer) zu einer geordneten, leistungsfähigen Wirtschaft. Obgleich sie nicht
gelenkt wird, ist es so, als wäre dort eine ‚unsichtbare leitende Hand.’ Die
‚Vorteile entstehen als zufälliger Nebeneffekt des egoistischen Kampfes.’
Es ist natürlich nicht schwer zu sehen, wo Darwin diese Idee auf die Natur übertrug.
Das offensichtliche Design und die offensichtliche Ordnung in der Natur sind ein
zufälligerNebeneffekt des egoistischen Kampfes mit dem Ziel, mehr Nachkommen
zu hinterlassen.
- Warum wartete Darwin 20 Jahre, bevor er seine Ideen veröffentlichte? Wenn es nicht
wegen seiner Bescheidenheit war (das ist ein anderer Mythos, den Gould zerstörte),
dann ist es klar, dass er Angst hatte, etwas zu offenbaren. …
War es sein Glaube an die Evolution? Nein. Evolution war eine durchaus übliche Vorstellung
zu Darwins Zeit. Es war wegen der Bombe, von der er wusste, dass sie hinter seiner
Theorie lag; gemeint ist der reine, radikale Materialismus.
Er wusste schon als junger Mann, dass er ‚den Schlüssel zu einer der größten Reformideen
der Geschichte hatte und er ging systematisch daran, jeden Wissenszweig von Psychologie
bis Geschichte neu zu schreiben.’5
Offensichtliches Design ohne Designer zu erklären - das war der Schlüssel zu Darwins
Theorie, nicht die Idee von der Evolution als gewöhnliche Abstammung.
- Es ist wahrscheinlich, dass dieser Angriff auf das Design eine Menge mit der Reaktion
gegen Kapitän Fitzroy 6 auf der
Beagle zu tun hatte. Der Kapitän hatte genau entgegengesetzte
politische Ansichten wie Darwin. So war Darwin zum Beispiel ein eifriger Gegner
der Sklaverei, während Fitzroy glaubte, Sklaverei sei etwas Gutes. Anscheinend hatte
sich der gute Kapitän lange und redegewandt über Paleys Argument für Design ereifert
7, das gebraucht wurde, um viele
seiner Ideen zu rechtfertigen. Es gab wohl nichts, was Paleys Argument besser zu
Fall hätte bringen können als Darwins überzeugende Idee, dass Design ein zufälliger
Nebeneffekt von anderen zufälligen Veränderungen ist.8
- Darwin wusste, dass seine Ansicht von der völligen Planlosigkeit natürlich nicht
zielgerichteten Fortschritt einschließen konnte; Evolution mit zielgerichtetem Fortschritt
ist die unrealistische Auffassung, die heute von so vielen ihrer Anhänger vertreten
wird (besonders von Anhängern der theistischen Evolution). In Wahrheit ist es wohl
so, dass er das Wort ‚Evolution’ erst in seinem letzten Buch von 1881 benutzte,
als er den inzwischen populären Ausdruck für seine Idee gelten ließ. Die übliche
Bedeutung von ‚Evolution’ zu jener Zeit bedeuteteFortschritt. In
einem Brief an den Paläontologen Hyatt schrieb Darwin:
,,Ich kann nicht vermeiden zu folgern, dass es eine Tendenz zu zielgerichteter Entwicklung
nicht gibt.“
- Darwins gelegentliche Erwähnung eines ‚Schöpfer’ in früheren Ausgaben vonThe
Origin of Spezies scheint eine List gewesen zu sein, um die Auswirkungen seiner
materialistischen Theorie zu dämpfen. Ernst Mayrs Buch über Darwin One Long Argument:
Charles Darwin and the Genesis of Evolutionary Thought, Harvard, 1991,
bestätigt auch, dass Darwins Erwähnung einer Absicht dazu diente, die Leser und
seine Frau zu beruhigen. Seine frühen privaten Notizbücher zeigen, dass sein Materialismus
gut verankert war. So nannte er sich in einem davon ‚O, du Materialist’ und
schrieb: ‚Warum ist die Auffassung, dass das Denken ein Sekret des Gehirns ist,
erstaunlicher als die Auffassung, dass die Schwerkraft eine Eigenschaft der Materie
ist?’ Er stellte schon ganz deutlich heraus, dass die Idee von einem eigenen
Gebiet des Geistigen Unsinn ist, was man auch daraus sehen kann, dass er sich selbst
warnte, um seine Überzeugungen nicht zu offenbaren:
‚ ....vermeiden zu sagen, wie weit ich Materialist bin, nur sagen, dass Emotionen,
Instinkte, erbliche Begabungen deshalb so sind, weil das Gehirn des Kindes dem der
Vorfahren ähnelt.’
Im Jahre 1837, als Darwin erst 28 Jahre alt war, schrieb er in sein privates Notizbuch,
auf Platos Ideen eingehend, dass unsere Gedanken der Präexistenz unserer Seele entspringen
‚lies Affen anstelle von Präexistenz.’ Er scheint leidenschaftlich die Ansicht
von Alfred Wallace, dass hinter der Evolution zum Menschen ein ‚göttlicher Wille’
stand, bekämpft zu haben. 9
Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Darwin vollständig darüber im Klaren war,
dass seine Idee ein frontaler Angriff gegen die vorherrschende Annahme eines intelligenten
Designers der Welt war. Er könnte sie wohl genau für diesen Zweck formuliert haben.
Die Annahme von einem Gebiet des Geistigen jenseits der Materie scheint für ihn
schon in jungen Jahren ein abwegiges Thema gewesen zu sein. Die erste Idee für seine
Theorie von der natürlichen Selektion kam nicht von der Beobachtung der Natur. Seine
Aufzeichnungen offenbaren auch manchmal, vielleicht nicht zufällig, eine besondere
Antipathie gegenüber dem Gott der Bibel, besonders gegen sein Recht, Ungläubige
in der Ewigkeit zu richten.
Darwin wusste, und die weltweit führenden Anhänger seiner Ideen wissen das auch,
dass der Glaube an dieses Konzept Materialismus mit Großbuchstaben schreibt. Die
Idee, dass es keinen Designer gibt, keinen Zweck, keine leitende Intelligenz, keinen
fortschreitenden Plan - das sind keine nachträglichen Überlegungen zu Darwins Evolutionslehre,
sondern ihr wahrer Kern. Nimm Darwins ‚Baby’ an, und das ‚Badewasser’
kommt in einem garstigen Gewand daher, wie der drastische Abfall des Glaubens in
Kirchen zeigt, die mit der Evolution Kompromisse schließen.
Man kann nur beten, dass diese kirchlich gebundenen Evolutionsanhänger mehr und
mehr den giftigen Kern der Frucht sehen, die sie nicht nur selbst schlucken, sondern
zu deren Annahme sie auch noch andere ermutigen, und dass viele, die dem Glauben
fern stehen, erkennen, dass es in einer evolutionären Welt keinen Plan gibt. Auf
jeden Fall kennen wir heute so viele Anhaltspunkte gegen die Evolution. Die wahre
Bedeutung des Lebens kann nur durch Jesus gefunden werden, den nichtevolutionären,
wundertätigen Schöpfer, dessen ewiges Wort ‚wahr ist, von Anfang an.’
Quellenangaben und Anmerkungen
- Diesem Artikel ( und allen Zitaten ohne Quellenangabe) liegt
der Mitschnitt eines Vortrags von Dr. Gould zugrunde, den er am 6. Juni 1990 an
der Viktoria University in Wellington, Neuseeland, gehalten hat zum Thema: ‚Die
darwinistische Revolution im Geistesleben.’ Zurück zum Text.
- Siehe Ken Hams Buch The Lie: Evolution, Master Books, El Cajon CA, 1987
Zurück zum Text. Siehe auch Einige
Fragen an Anhänger der theistischen Evolution.
- Nach meiner Erfahrung ist der wahre Atheist sehr selten, auch
unter den Menschen, die üblicherweise als Ungläubige bezeichnet werden. Die meisten
Leute sind aber sehr schnell dabei, den heiligen Gott, der Schöpfer und Richter
ist, abzulehnen (siehe Römer 1) und verweisen sofort als Entschuldigung auf
die Evolution. Das lässt sie ihr eigener Richter sein und ihre ‚eigene Sache’
verfolgen. Der logischen Konsequenz der Evolutionslehre begegnen sie jedoch sehr
zögerlich, weil sie dann nämlich jeden Sinn ihrer Existenz ablehnen müssen, wie
in diesem Artikel ausgeführt ist. Zurück zum Text.
- Wo die Vermutung irgendeiner Art von Gericht nach dem Tode in
die populäre Kultur eindringen kann, wird die biblische Lehre verdreht, dass wir
alle sündig geboren sind und dass der Glaube an Jesus Christus der einzige Weg ist,
dem zukünftigen Gericht zu entgehen. So wird uns zum Beispiel in dem FilmGhost
der starke Eindruck vermittelt, dass der Held in irgendeine Art von Himmel eingeht
(trotz Gotteslästerung, Hurerei und keiner Anspielung auf irgendeine christliche
Wiedergeburt), während der andere, der nach dem Tode durch ominöse Schattengestalten
in Angst und Schrecken versetzt wurde, schon als Erzschurke bekannt war. Die Botschaft
ist, dass du ein sehr, sehr schlechter Kerl sein musst, sogar ein Mörder, um irgendeine
Strafe zu erleiden. Zurück zum Text.
- Diese Beschreibung von Gould könnte leicht Darwins Bild zu einem
extrovertierten Menschen verzerren und andere Seiten seines Charakters unbeachtet
lassen. Dass er sowohl zurückhaltend als auch ehrgeizig war, zeigt sich durch seinen
Aufschub von 20 Jahren (der wäre vielleicht länger gewesen, wenn Wallace nicht geplant
hätte, dieselbe Idee zu veröffentlichen). Seine mysteriöse Krankheit (für lange
Zeit als eine Form der Angstneurose angesehen) könnte auf den Konflikt zwischen
diesen beiden Seiten seiner Veranlagung zurückzuführen sein. Zusätzlich lastete
auf ihm natürlich der ungeheure Druck, eine Idee in die Welt setzen zu wollen, von
der er gewusst haben muss, dass sie das ganze Konzept des biblischen Gottes in Millionen
von Seelen auslöscht, wie aus diesem Artikel hervorgeht. Zurück
zum Text.
- Entgegen einem anderen häufigen Missverständnis war Darwin nicht
der Naturforscher des Schiffes - das war der Schiffsarzt McCormack. Darwin war als
Gesellschafter des Kapitäns eingestellt (mit wissenschaftlicher Arbeit als akzeptierter
Nebenbeschäftigung), weil er von hinreichendem sozialen Status für den aristokratischen
Fitzroy war, der sonst den Konventionen dieser Zeit zufolge hätte alleine speisen
müssen und sehr einsam gewesen wäre. Dafür musste sich Darwin alle jene Jahre ununterbrochen
unterhalten lassen durch die Meinungen des alles beherrschenden Fitzroy. Man widersprach
dem Kapitän nicht offen. Zurück zum Text.
- William Paley war damals ein höchst einflussreicher Denker und
berühmt durch seine klassische Natural Theology. Seine bekannteste Argumentation
betraf die Gegenüberstellung der maschinengleichen Präzision lebender Dinge und
menschengemachter Maschinen. Wenn also die Herstellung einer Uhr einen intelligenten
Uhrmacher erforderte, wie viel mehr brauchte dann die Natur einen intelligenten
Schöpfer? Unglücklicherweise wurden solche Argumente auch benutzt, um deistische
Ansichten des Universums zu begründen, die ihrerseits alle Arten sozialer Unterdrückung
als göttlich unvermeidbar rechtfertigten. Paley verteidigte nicht die Schöpfungsgeschichte
oder die Bibel als solche. Zurück zum Text.
- Dieses Scenario wird allgemein anerkannt in dem Opus der theistischen
EvolutionPortraits of Creation von Van Till, Snow, Stek und Young, William
B. Eerdmans Publishing Company, Grand Rapids, Michigan, 1990, S.22.
Zurück zum Text.
- William Fix, The Bone Peddlers, Macmillan Publishing
Company, New York, 1984, S. 213. Fix berichtet, dass Darwin an Wallace schrieb:
,Es ist schwer zu ertragen, dass ich nicht mit Ihnen übereinstimme...... ich hoffe,
Sie haben Ihr eigenes und mein Kind nicht restlos umgebracht.’ (Wallace hatte
ebenfalls die natürliche Selektion als Mechanismus für die Evolution vorgeschlagen).
Zurück zum Text.
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