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Creation  Volume 16Issue 1 Cover

Creation 16(1):38–41
December 1993

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Creation
16(1):38–41
December 1993

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Sollte man die Genesis wörtlich nehmen?

von Russell Grigg

Allen, die an die Schöpfung glauben, wird oft unterstellt, die ganze Bibel wörtlich zu nehmen. Das trifft aber nicht zu. Um jeden Bibelteil richtig zu verstehen, ist es wichtig, die Absicht des Verfassers zu erkennen. Das ist nicht so schwierig wie es aussieht, weil die Bibel offensichtlich Folgendes enthält:

  • Poesie - wie etwa im Psalter, wo die Wiederholungen oder die syntaktischen Ähnlichkeiten der Gedanken ohne Reim und ohne Versmaß (die in der traditionellen englischen Poesie wichtige Bestandteile sind) in Übereinstimmung stehen mit den hebräischen Vorstellungen der Dichtkunst. Das ist übrigens auch der Grund, warum die Psalmen in andere Sprachen übersetzt werden können und trotzdem das meiste von ihrem literarischen Reiz und ihrer poetischen Würze bewahren, während westliche Gedichte bei der Übersetzung schnell die Reimworte und das Versmaß verlieren.
  • Gleichnisse - wie in vielen Reden von Jesus, so etwa das Gleichnis vom Sämann (Matthäus13,3–23), welches Jesus selbst als Gleichnis bezeichnete und in welchem er die Bedeutung für verschiedene Begriffe, wie Saat und Acker erklärte.
  • Weissagungen - wie in den Büchern des letzten Abschnitts vom Alten Testament (Jesaja bis Maleachi).
  • Briefe - wie in den Apostelbriefen im Neuen Testament, die von Paulus, Petrus, Johannes und anderen geschrieben wurden.
  • Biographien - wie in den Evangelien.
  • Autobiographien/Zeugnisse - wie in der Apostelgeschichte. Dort teilt Lukas, der Verfasser, die Bekehrung des Apostels Paulus auf dem Weg nach Damaskus als historische Tatsache mit (Apostelgeschichte 9,1–19). Dann beschreibt er noch zwei weitere Gelegenheiten, bei denen Paulus selbst sein Bekehrungserlebnis als Teil seines persönlichen Zeugnisses mitteilt. (Apostelgeschichte 22,1–21;26,1–22)
  • Authentische historische Fakten - wie in den Büchern Könige 1 und 2, etc.

So kann man die Absicht des Verfassers von jedem Bibelteil ganz klar aus dem Stil und aus dem Inhalt erkennen. Wer war dann der Verfasser der Genesis, und welche Absicht kann man aus seinem Stil und dem Inhalt erkennen?

Der Verfasser

Der Herr Jesus selbst und die Evangelienschreiber sagten, dass das Gesetz durch Mose gegeben wurde (Markus 10,3; Lukas 24,27; Johannes 1,17) und auch der einheitlichen Meinung der jüdischen Schriftgelehrten und frühen Kirchenväter sowie der heutigen konservativen Gelehrten zufolge wurde die Genesis von Moses geschrieben. Das schließt nicht die Möglichkeit aus, dass Moses Zugang zu altehrwürdigen Aufzeichnungen hatte, die durch Schreiben auf Tontafeln und Weitergabe vom Vater an den Sohn, etwa über Adam-Set-Noah-Sem-Abraham-Isaak-Jakob etc. erhalten blieben. Es gibt 11 Verse in der Genesis, wo steht: „Dieses sind die Generationen [hebräisch: toledoth = „Ursprünge“ oder erweitert „Bericht der Ursprünge“] von…“ 1 Da alle diese Berichte nach den Ereignissen kommen, die sie beschreiben und die Ereignisse aus jedem Bericht eher vor als nach dem Tod der erwähnten Personen stattfanden, können sie sehr gut eher als Überschriften wohl Angaben über den Schreiber am Schluss des Schriftstücks, also Kolophone sein. Wenn das so ist, ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass Adam, Noah, Sem und die anderen einen Bericht der Ereignisse schrieben, die sich zu ihren Lebzeiten ereignet hatten und Moses, unter der Führung des Heiligen Geistes, eine Auswahl traf und alle Schriften mit seinen eigenen Kommentaren in das Buch stellte, das wir als Genesis2 kennen (siehe auch Did Moses really write Genesis?) [schrieb Mose wirklich die Genesis?].

Die Kapitel 12–50 der Genesis sind eindeutig eine authentische Geschichtsschreibung, da sie die Lebensläufe von Abraham, Isaak, Jakob und seinen 12 Söhnen, die die Urväter der 12 Stämme Israels sind, wiedergeben. Die Juden haben immer diesen Teil der Genesis von den frühesten biblischen Zeiten bis zum gegenwärtigen Tag als wahren Bericht ihrer Geschichte betrachtet.

Was ist aber nun mit den ersten 11 Kapiteln der Genesis, die unser Hauptanliegen sind? Das sind diejenigen, die die meiste Kritik von modernen Gelehrten, Wissenschaftlern und Skeptikern eingebracht haben.

Genesis 1–11

Gibt es in diesen Kapiteln Poesie?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir etwas weiter ausholen und betrachten, was es mit den syntaktischen Ähnlichkeiten, die in der hebräischen Poesie vorkommen, auf sich hat.

Im Psalm 1,1 lesen wir: „Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen.

Hier sehen wir dreifache Parallelität in den Hauptworten und den Verben (zu lesen von oben nach unten in der folgenden Tabelle):

wandelt Rat Gottlose
tritt Weg Sünder
sitzt sitzen Spötter

Zu dieser offenkundigen Parallelität gibt es noch eine verborgene geschickte Steigerung der Bedeutung. In der ersten Spalte deutet „wandelt“ eine flüchtige Bekanntschaft an, „tritt“ bedeutet Bereitschaft zum näheren Eingehen und „sitzt“ meint eine längere Beteiligung. In der zweiten Spalte deutet „Rat“ einen allgemeinen Zuspruch an, „Weg“ deutet auf eine gewählte Handlungsweise und „sitzen“ kennzeichnet einen festen Zustand. In der dritten Spalte beschreibt „Gottlose“ die Bösen, „Sünder“ die Schlimmen und „Spötter“ die Verruchten. Andere Arten der hebräischen Poesie schließen konträre Parallelität ein, wie in Sprüche 27,6: „Die Schläge des Freundes meinen es gut; aber die Küsse des Hassers sind trügerisch“ und ergänzende Parallelität wie in Psalm 46,1: „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.3

Und so kommen wir zu unserer Frage zurück. Gibt es in den ersten 11 Kapiteln der Genesis Poesie?

Antwort: Nein, weil diese Kapitel keinen Hinweis auf irgendeine Form der hebräischen Poesie enthalten, weder in offener noch in verdeckter Form und weil bedeutende hebräische Gelehrte zustimmen, dass es so ist (siehe unten).

Beachten Sie: Es gibt natürlich eine Wiederholung im 1. Kapitel der Genesis. So kommt „…und Gott sprach…“ zehnmal vor, „…und Gott sah, dass es gut/sehr gut war…“ siebenmal. „…nach seiner/ihrer Art…“ zehnmal, „…und aus Abend und Morgen wurde der …Tag…“ sechsmal. Jedoch haben diese Wiederholungen nicht die oben besprochenen poetischen Formen. Es sind Feststellungen von dem, was geschehen ist, und daher ist das Kapitel ein Tatsachenbericht und die Wiederholungen sind vielleicht Hervorhebungen, um auf die Wichtigkeit der wiederholten Worte aufmerksam zu machen.

Gibt es in diesen Kapiteln Parabeln?

Nein. Wenn Jesus eine Parabel erzählte, sagte er entweder, dass es eine Parabel sei, oder er begann mit einem Lächeln, so dass es für die Zuhörer klar war, dass es eine Parabel war, wie bei den vielen Gelegenheiten, als er sagte: „…das Himmelreich ist gleich…“ Solche Formulierungen oder solch ein Stil wurden vom Verfasser der Genesis 1–11 nicht verwendet.

Gibt es in diesen Kapiteln Weissagungen?

Nur zwei Aussagen von Gott sind prophetisch in dem Sinne, dass ihre Erfüllung in der Zukunft liegt. Eine davon (Genesis 3,15) ist die Äußerung von Gott zur Schlange (Satan) in metamorphorischer Form „…ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Ferse stechen…“ Viele haben unter „Nachkommen“ den Messias verstanden, auch die meisten Evangelikalen und sogar die jüdischen Targum-Übersetzer4 ;daher kommt der Ausdruck im Talmud: „Fersen des Messias“ 5. Der Messias würde an Wunden an seinen Füßen (am Kreuz) zu leiden haben, aber er würde vollständig Satans Macht zerstören. Diese Verse weisen auch auf die jungfräuliche Empfängnis hin, da der Messias der Nachkomme der Frau genannt wird im Gegensatz zur üblichen biblischen Praxis, eher den Vater als die Mutter des Kindes zu benennen. (siehe Genesis Kapitel 5 und 11; 1. Chronik Kapitel 1–9; Matthäus Kapitel 1; Lukas 3, 23–38).

Die andere Weissagung steht in Genesis 8, 21–22 und Genesis 9, 11–17.

…und der Herr sprach in seinem Herzen: ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen…und hinfort soll keine Sintflut mehr kommen, die die Erde verderbe.

Gibt es in diesen Kapiteln Briefe, Biographien oder Autobiographien und persönliche Zeugnisse?

Wir müssen jetzt einige von den oben erwähnten Bibelstellen betrachten.

Wenn Adam die Ereignisse der Schöpfungstage 1–6 kannte, muss ihm das von Gott offenbart worden sein; da Adam erst am Tag 6 geschaffen wurde, konnte er das nur wissen, wenn Gott es ihm gesagt hatte. Diese Ansicht wird gestützt durch die Worte in Genesis 2, 4a „…so sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden…“ Die Einzelheiten von Tag 7, dem Ruhetag, sind davor gestellt in Genesis 2,2–3 und dadurch wird der Bericht von einer 7-Tage-Woche vollständig, wie man erwarten mag, bevor dieser Abschluss erscheint.

Dann folgen die Ereignisse von Genesis 2, 4b-5,1a. Dieser Teil erzählt von Adam, seiner Frau Eva und seinen Söhnen, und er liest sich, obgleich in der dritten Person geschrieben,6 wie ein persönlicher Bericht von dem, was Adam wusste, sah und erfuhr im Garten Eden: die Schöpfung von Eva (Kapitel 2), ihrer beider Auflehnung gegen Gott (Kapitel 3) und die Taten ihrer Nachkommen (Kapitel 4 bis 5,1). Dieser Teil endet mit den Worten „…dies ist das Buch von Adams Geschlecht…“

Ist es möglich, dass Adam Genesis 1,1–2,4a geschrieben hat als Ergebnis seiner Gespräche mit Gott vor dem Sündenfall und Genesis 2,4b-5,1 als Bericht seiner eigenen Erlebnisse? Es gibt kein Problem, was seine Fähigkeit dafür betrifft. Adam wurde als erwachsener Mann erschaffen und war ausgestattet mit großen Mengen DNA, mit allen Kenntnissen und Fähigkeiten, die er brauchte, um die Aufgaben auszuführen, die Gott ihm übertragen hatte. Er war kein Höhlenmensch! Adam wusste genug vom Gartenbau, um den Garten Eden „zu bebauen und zu bewahren“ (Genesis 2,15) und besaß genügend Intelligenz, um die verschiedenen Tierarten zu erkennen und zu benennen (Genesis 2,19). Er (und Eva) konnte mit Gott sprechen, ohne jemals ein Alphabet gelernt zu haben, und es gibt keinen Grund zu meinen, er könne nicht auch die Fähigkeit zum Schreiben gehabt haben.7

Angebliche Widersprüche

Was ist mit den angeblichen Widersprüchen zwischen der Folge der Ereignisse in Genesis Kapitel 2 und den Anweisungen in Kapitel 1?

Es gibt keine Widersprüche! Siehe auch Genesis contradictions? [Widersprüche in der Genesis?]

Wenn wir lesen „…und Gott der Herr pflanzte einen Garten gegen Osten hin…“ (Genesis 2,8) und „…und GOTT DER HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde…“ (Genesis 2,19, Betonung eingefügt), dann ist es aus Kapitel 2 klar ersichtlich, dass die Pflanzen und Tiere vor Adam geschaffen wurden. Als Adam den Tieren Namen gab, existierten sie bereits. (Genesis 2,20). Es gibt keinen Widerspruch zur Reihenfolge der Tiere in Genesis 2,20. Das ist wahrscheinlich die Reihenfolge, in der Adam die Tiere traf, während die Reihenfolge ihrer Schöpfung in Genesis 1, 20–25 angegeben ist. Dr. Henry Morris kommentiert:

„Es waren wohl nur die Tiere aus nächster Nähe, die höchstwahrscheinlich als Gefährten des Menschen in Frage kamen, die tatsächlich zu ihm gebracht wurden. Dazu gehörten die Vögel in der Luft, das Vieh (Vers 20 - wahrscheinlich Haustiere) und die Tiere auf dem Feld, offenbar die kleineren Wildtiere, die in der Nähe der menschlichen Siedlungen lebten. Die Fische im Meer, die Kriechtiere und die Tiere aus Genesis 1,24 gehörten wohl nicht dazu. Damit sind vermutlich jene wilden Tiere gemeint, die in beträchtlichem Abstand vom Menschen und seinen kultivierten Feldern lebten.“ 8

Wir wissen nicht, wie Land und Flüsse vor der Sintflut angeordnet waren, weil die vorsintflutliche Welt völlig zerstört wurde. Die Namen der Landflächen und Flüsse vor der Flut entsprechen also nicht ähnlich benannten Landflächen und Flüssen nach der Flut.

Der Zweck von Genesis 2,18–25 ist nicht, einen anderen Schöpfungsbericht zu schreiben, sondern zu zeigen, dass es keinerlei Verwandtschaft zwischen Adam und den Tieren gab. Kein Tier war ihm gleich, und deshalb konnte keins für ihn ein Lebensgefährte sein. Warum nicht? Weil sich Adam nicht aus ihnen entwickelt hatte, sondern „ein lebendiges Wesen“ war, das Gott „zu seinem Bilde“ erschaffen hatte (Genesis 2,7 und 1,27). Das bedeutet (neben anderem), dass Gott Adam als eine Person schuf, mit der er reden konnte und die antworten und mit ihm kommunizieren konnte. Wie an vielen anderen Stellen der Bibel widersprechen auch hier einfache Aussagen dem Gedanken der Evolution des Menschen.

Es gibt genug Hinweise um den Schluss zu ziehen, dass Adam höchstwahrscheinlich der Verfasser der Genesis 2,4b -5,1 ist, und dass dies sein Bericht von seinen eigenen Erfahrungen im Garten Eden ist, von der Schöpfung von Eva, dem Sündenfall und den Lebensläufen von Kain, Abel und Set.

Der nächste Abschnitt, Genesis 5,1b bis 6,9a, beschäftigt sich mit der Generationenfolge von Adam bis Noah und endet mit „…dies ist die Geschichte von Noahs Geschlecht…

Der folgende Abschnitt, Genesis 6,9b bis 10,1a, hat hauptsächlich die Arche und die Sintflut zum Inhalt und endet mit: „…dies ist das Geschlecht der Söhne Noahs: Sem, Ham und Jafet…“ Die Ausdrucksweise in dieser Niederschrift lässt vermuten, dass dieser Teil von einem von Noahs Söhnen geschrieben wurde, wahrscheinlich von Sem, der ein Vorfahre von Moses war. Diese Kapitel lesen sich wegen der Vertrautheit des Schreibers mit Einzelheiten gerade so wie ein Augenzeugenbericht. So in Genesis 8,6–12, wo man den Klang der Authentizität spürt, der charakteristisch ist für einen Augenzeugenbericht. Es könnte sogar Sems Tagebuch gewesen sein.

Genesis 8, 6–12

6 Nach vierzig Tagen tat Noah an der Arche ein Fenster auf , das er gemacht hatte,
7 und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und her, bis die Wasser vertrockneten auf Erden.
8 Danach ließ er eine Taube ausfliegen, um zu erfahren, ob die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden.
9 Da aber die Taube nichts fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder zu ihm in die Arche; denn noch war Wasser auf dem ganzen Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm sie zu sich in die Arche.
10 Da harrte er noch sieben weitere Tage und ließ abermals eine Taube fliegen aus der Arche.
11 Die kam zu ihm um die Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie abgebrochen und trug’ s in ihrem Schnabel. Da merkte Noah, dass die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden.
12 Aber er harrte noch weitere sieben Tage und ließ eine Taube ausfliegen; die kam nicht wieder zu ihm.

Solche sorgfältig aufgezeichneten Einzelheiten sind Zeichen eines Augenzeugenberichts. Sie haben den Klang der Wahrheit.

Es gibt also fundierte Hinweise, dass diese genau geschilderten Teile der Genesis von den Personen, die hier erwähnt sind, geschrieben wurden, um sie für bleibende Aufzeichnungen weiterzugeben.

Also, wurden nun diese ersten 11 Kapitel alsBericht von authentischen historischen Tatsachen geschrieben?

Antwort: Ja, aus mehreren Gründen.

Hinweise in der Genesis selbst

  1. Es gibt auch Anhaltspunkte im Buch der Genesis selbst. Wie bereits erwähnt, wurden die Kapitel 12–50 von den Juden stets als Bericht ihrer eigenen wahren Geschichte betrachtet. Die Kapitel 1–11 fallen nicht durch einen anderen Schreibstil auf.
  2. Bedeutende hebräische Gelehrte haben das stets so gesehen. So schrieb James Barr, Regius Professor von der Universität Oxford:
    „…so weit ich weiß, gibt es keinen Professor für Hebräisch oder Altes Testament an irgendeiner Weltklasse Universität, der nicht glaubt, dass der oder die Schreiber von 1. Mose 1–11 beabsichtigte(n), seinen/ihren Lesern den Gedanken zu vermitteln, dass a) sich die Schöpfung in einer Folge von sechs Tagen ereignete, die unseren heutigen 24-Stunden-Tagen entsprechen, dass b) die Zahlen in den Geschlechtsregistern in 1. Mose durch einfache Addition eine Chronologie vom Anfang der Welt bis zu späteren Phasen der biblischen Geschichte ergeben und dass c) die Sintflut eine weltweite Flut war, die alles tierische und menschliche Leben auslöschte , abgesehen von dem, das sich in der Arche befand. Oder, um es negativ auszudrücken, soweit ich weiß, werden die apologetischen Argumente, die vermuten lassen, dass die „Schöpfungstage“ lange Zeitabschnitte waren, dass das Zahlenmaterial nicht chronologisch angeordnet ist und dass die Flut nur eine örtliche Flut in Mesepotamien war, von jedem dieser Professoren nicht ernst genommen.“ 9
  3. Eines der Hauptthemen der Genesis ist die Souveränität von Gott. Das ist zu ersehen aus Gottes Handlungen bei vier herausragenden Ereignissen in Genesis 1–11 (Schöpfung, Sündenfall, Sintflut, Babylonische Sprachverwirrung) und aus seiner Beziehung zu vier herausragenden Personen in Genesis 12–50 (Abraham, Isaak, Jakob und Josef). Das ganze Buch der Genesis hat nur ein einheitliches Thema, das hinfällig wird, wenn nur irgendein Teil mystisch und keine wahre Geschichte ist. Hingegen stützt jeder Teil die historische Authentizität des anderen.10

    Hinweise aus dem Rest der Bibel

  4. Die Hauptpersonen aus Genesis 1–11 werden im Rest der Bibel als reale, historische nicht mythische Personen erwähnt, manchmal mehrmals. So wird beispielsweise von Adam, Eva, Kain, Abel und Noah in 15 anderen Büchern der Bibel berichtet.
  5. Der Herr Jesus selbst sprach von der Schöpfung von Adam und Eva (Genesis 1,27 und 2,24) im Zusammenhang mit der Scheidung (Matthäus 19, 3–6; Markus 10,2–9) als von einem historischen Ereignis und von Noah als realer historischer Person und von der Sintflut als realem historischem Ereignis bei seinen Ausführungen über das Kommen des Menschensohns (Matthäus 24,37–39; Lukas 17,26–27).
  6. Wenn die ersten 11 Kapitel der Genesis keine authentischen historischen Ereignisse sind, ist der Rest der Bibel unvollständig und nicht in seiner vollen Bedeutung zu verstehen. Das Thema der Bibel ist Erlösung und soll hier skizziert werden:
    1. Gottes Erlösungsabsicht ist offenbart in Genesis 1–11,
    2. Gottes Erlösungsabsicht geht weiter von Genesis 12 bis Judas 25 und
    3. Gottes Erlösungsabsicht wird vollendet in Offenbarung 1–22.

    Aber warum muss der Mensch erlöst werden? Und wovon muss der Mensch erlöst werden? Die Antwort steht in Genesis 1–11: vom Verderben als Folge der Sünde. Wenn wir nicht wissen, dass der Eintritt der Sünde in das Leben der Menschen eine historische Tatsache ist, bleibt Gottes Absicht für eine stellvertretende Sühne ein Geheimnis. Umgekehrt zeigt die historische Wahrheit von Genesis 1–11, dass alle Menschen dem gerechten Ärger Gottes unterliegen und Erlösung von Strafe, Macht und Gegenwart der Sünde brauchen.

  7. Wenn die Ereignisse in den ersten Kapiteln der Genesis keine wahre Geschichte sind, haben die Erklärungen des Apostels Paulus vom Evangelium in Römer Kapitel 5 und der Auferstehung im 1. Korinther Kapitel 15 keine Bedeutung. Paulus schreibt: „ wie durch den Ungehorsam des einen Menschen [Adam] die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden durch den Gehorsam des Einen [Jesus] die Vielen zu Gerechten“ (Römer 5,19). Und: „Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht…Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, wurde zu einem lebendigen Wesen und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht.“ (1. Korinther 15, 21–22; 45) Die historische Wahrheit von dem Bericht vom ersten Adam ist eine Garantie dafür, dass das, was Gottes Wort über den letzten Adam [Jesus] sagt, auch wahr ist. Gleichfalls ist die historische und buchstäbliche Wahrheit vom Bericht über Jesus eine Garantie dafür, dass das, was Gott über den ersten Adam sagt, auch historisch und buchstäblich wahr ist.

Zusammenfassung

Wir kommen zur Frage zurück, die in der Überschrift dieses Artikels gestellt wird: Sollte man die Genesis wörtlich nehmen?

Antwort: Wenn man die normalen Grundsätze der biblischen Exegese anwendet (ohne den Versuch, den Text den heutigen evolutionären Vorstellungen anzupassen), wird es ganz eindeutig, dass die Genesis als einfacher, klarer, authentischer und wörtlich zu nehmender Tatsachenbericht zu verstehen ist.

Quellenangaben

  1. Siehe Genesis 2,4; 5,1; 6,9; 10,1; 11,10; 11,27; 25,12; 25,19; 36,1; 36,9; 37,2. Zurück zum Text.
  2. Die grundlegenden Forschungen der Kolophon-Konzepte stammen von P.J. Wiseman, Creation Revealed in Six Days, Marshall, Morgan& Scott, London 1948, S. 45–53. Ausgezeichnete Auswertungen dieser Konzepte von einem evangelikalen Linguisten finden sich in The Oldest Science Book in the World von Dr. Charles V. Taylor, Assembly Press, Queensland, 1984 S. 21–23; 73; 121. Zurück zum Text.
  3. Diese Besprechung der hebräischen Poesie wurde bearbeitet nach J. Sidlow Baxter,Explore the Book, Vol. 1, S. 13–16. Zurück zum Text.
  4. Freie aramäische Übersetzungen vom AT aus den letzten Jahrhunderten v. Chr., niedergeschrieben etwa 500 n. Chr. Siehe F.F. Bruce,The Books and the Parchments (Westwood: Fleming H. Revell Co., Rev. Ed. 1963) S. 133. Zurück zum Text.
  5. A.G. Fruchtenbaum, Apologia 2(3): 54–58, 1993 Zurück zum Text.
  6. Der Gebrauch der dritten Person ist kein Problem. Moses schrieb den langen Bericht seines eigenen Lebens vom 2. bis zum 5. Buch Mose in der dritten Person; viele andere klassische Autoren wie etwa Julius Caesar schrieben auch von sich in der dritten Person. Zurück zum Text.
  7. Adam und Eva konnten sich Schurze aus Feigenblättern herstellen (Genesis 3,7). Nach wenigen Generationen gründeten Adams Nachkommen eine Stadt (Genesis 4,17), waren Zeltmacher, Viehzüchter, Musiker und konnten Streich- und Blasinstrumente herstellen. Sie kannten sich auch mit Metallen aus, konnten Kupfer-, Zinn- und Eisenerze schmelzen und dann alle Arten von Werkzeugen aus Bronze und Eisen schmieden (Genesis 4, 20–24). Dr. Henry Morris schreibt in The Genesis Record (Baker Book house, Grand Rapids, Michigan 1976, S. 146–147):

    Es ist wichtig zu bemerken, dass die Befähigung, Aufgaben zu lösen, die die Anthropologen identifizieren als Begleiterscheinung der sich durch Evolution entwickelnden Menschheit von der Steinzeit bis zur heutigen Zivilisation - zur Städtegründung, zum Ackerbau, zur Domestikation von Tieren und zum Umgang mit Erzen und Metallen - schnell erworben wurde von den frühen Nachkommen von Adam. Das dauerte nicht Hunderttausende von Jahren. Zurück zum Text.

  8. Henry Morris, The Genesis Record, S. 97 Zurück zum Text.
  9. Brief von Professor James Barr an David C.C. Watson (UK) vom 23.4.1984. Der Verfasser besitzt eine Kopie. Beachten Sie bitte, dass Prof. Barr nicht den Glauben an eine historisch wahre Genesis fordert. Er teilt uns nur mit, was nach seiner Meinung durch die Sprache ausgedrückt wird. Zurück zum Text.
  10. Nach J. Sidlow Baxter,Explore the Book, Vol. 1, S. 27–29. Zurück zum Text.

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