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In den Gesteinsschichten fehlt jede Menge an mutmaßlicher geologischer Zeit

von
übersetzt von Markus Blietz

Viele Jahre lang wies der Paläontologe Derek Ager darauf hin, dass in den Gesteinsschichten eine gewaltige Zeitspanne fehlt, wenn man diesen Schichten die langen geologischen Zeitspannen zuordnet, die sich aus den geologischen Datierungsmethoden ergeben.1,2 Mit anderen Worten: Es gibt viel mehr Lücken in geologischen Schichten als Schichten selbst! Der Geologe Peter Sadler stimmt zu, dass die zeitlichen Lücken in den Gesteinsschichten allgegenwärtig sind.3 Interessanterweise gesteht Ager ein, dass trotz all dieser offensichtlichen Lücken die Sedimentation kontinuierlich zu sein scheint:

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Abb. 1 – Die Kontaktstelle zwischen der Muav- und der Redwall-Gesteinsformation (Pfeil) zeigt wenig bis gar keine erkennbaren Hinweise auf Erosion, trotz der fehlenden, mutmaßlichen geologischen Zeitspanne von 160 Millionen Jahren.
… wir können uns der Schlussfolgerung nicht entziehen, dass die Sedimentation zeitweise sehr schnell erfolgte und dass es zu anderen Zeiten lange Sedimentationspausen gab, obwohl die Schichtabfolge gleichmäßig und kontinuierlich aussieht.4

Der Geologe Ariel Roth hat die Kontinuität der Sedimentschichten nachgewiesen, indem er zeigte, dass es zwischen den Schichten nur wenig oder keine Erosion gibt, was er als „flache Lücken“ bezeichnete.5 Es müsste greifbare Beweise für extreme Erosion geben, wenn die behaupteten Zeitlücken real wären. Die Kontaktstelle in Abbildung 1 stellt angeblich eine Lücke von 160 Millionen Jahren dar, zeigt jedoch nur wenig Erosion der „flachen Lücke“ zwischen dem darunter liegenden kambrischen Muav-Kalkstein und dem darüber liegenden Mississippischen Redwall-Kalkstein im Grand Canyon.

Der Glaube an den Aktualismus [auch Uniformitarismus genannt; die Annahme, dass man aus heutigen geologischen Prozessen auf die Entwicklung in der Vergangenheit schließen könne; Anm. d. Übers.] zwingt die Geologen dazu, die Sedimentation als einen fortlaufenden Prozess zu betrachten, der von den Umgebungsbedingungen abhängt. Die Gesteinsschichten vermitteln jedoch eine andere Botschaft. Die meisten Geologen ignorieren daher einfach die „flachen Lücken“ in den Gesteinsschichten und nehmen an, dass die Schichten kontinuierlich nacheinander abgelagert wurden. Einige jedoch erkennen das Problem:

Diese Konzepte implizieren, dass die stratigraphische Aufzeichnung höchst fragmentarisch ist und aus „eingefrorenen Unfällen“ besteht (in den Worten von Bailey und Smith, 2010). Die meisten Studien, die versuchen, Raten und Skalen von Prozessen zu extrahieren, ignorieren diesen wichtigen Punkt weitgehend und behandeln sedimentäre Abfolgen, abgesehen von offensichtlichen Brüchen wie im Fall von Sequenzgrenzen, so, als ob sie eine kontinuierliche Sedimentation darstellen würden.6

Wenn sie erkennen, dass sie riesige Lücken in ihrer mutmaßlichen Zeitskala haben, tun die Geologen so, als ob das ohne Bedeutung wäre. Drei Geologen, die über die durchgehende 600 m dicke Sequenz von Sedimentgesteinen im südlichen Teton-Gebirge im Nordwesten von Wyoming, USA, schrieben, erklärten:

Die Regelmäßigkeit und Parallelität der Schichten in gut exponierten Abschnitten lassen vermuten, dass all diese Gesteine in einer einzigen, ununterbrochenen Abfolge abgelagert wurden.7

Glauben sie ihren eigenen Beobachtungen? Nein, das tun sie nicht. Stattdessen machen sie aus einer kontinuierlichen Ablagerung eines einzigen Ereignisses eine Abfolge von mehreren Ereignissen, die insgesamt 200 Millionen Jahre dauerte. Sie tun dies, indem sie viele „flache Lücken“ einfügen, von denen eine sogar eine angebliche Dauer von 80 Millionen Jahren hat.

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Abb. 2 – Flache Kontaktstelle (Pfeil) zwischen dem darunter liegenden Hermit-Schiefergestein und dem darüber liegenden Coconino-Sandstein im Grand Canyon, mit einer angeblich fehlenden Zeitspanne von 5-10 Millionen Jahren.

Fehlende Zeit in der Mesa-Verde-Gruppe in Utah, USA

Eine weitere Veröffentlichung unterstreicht die Allgegenwart von ganz ähnlichen Lücken in der geologischen Schichtabfolge. Dabei wurde die fehlende Zeit in der Mesa-Verde-Gruppe, Book Cliffs, Utah, USA, analysiert.8 Frühere Forscher hatten die fehlende Zeit in der Mesa-Verde-Gruppe ignoriert: „Die Frage der fragmentarischen Erhaltung der Aufzeichnung wurde nicht diskutiert.“9Andrew Miall zeigt, dass nur ein kleiner Teil der Zeitspanne, die man der Ablagerung der Mesa-Verde-Gruppe zuschreibt, durch tatsächlich vorhandenes Felsgestein repräsentiert wird. Die Lücken machen zwischen 10.000 bis zu 1 Millionen Jahren aus (fehlende Zeit in einer Sequenz, die insgesamt angeblich einen Zeitraum von fast 5 Millionen Jahren umfasst). Am wichtigsten ist, dass es, wie Roth betont hat, wenig physische Beweise für die angeblich fehlende Zeit gibt. Eine solche Lücke wurde von Geologen einfach postuliert und als „Parakonformität“ bezeichnet. Ein gutes Beispiel für eine solche „Parakonformität“ sind die 5-10 Millionen Jahre fehlender Zeit an der flachen Kontaktstelle zwischen dem Hermit-Schiefergestein und dem Coconino-Sandstein im Grand Canyon (Abbildung 2).

Miall weist ferner darauf hin, dass diese obskuren Lücken typisch für Schichtabfolgen auf der ganzen Welt sind und dass die Sedimentation nur 10 % der vergangenen Zeit belege, während 90 % der vergangenen Zeit überhaupt nicht durch Schichten repräsentiert sei. Eine kürzlich erschienene Studie hat ebenfalls betont, dass die Zeit, die ihre Theorie erfordert, tatsächlich fehlt.10 John Reed hat die fehlende Zeit ebenfalls dokumentiert und darauf hingewiesen, dass Geologen dies nun schließlich doch als ein bedeutendes Problem für ihre einheitliche Interpretation der Stratigraphie erkennen.11-14

Die Gesteinsschichten widersprechen dem Uniformitarismus

Miall hat auch auf eine Tatsache hingewiesen, die viele andere ebenfalls bemerkt haben: Die heutigen Sedimentationsraten sind viel größer als die Raten, die sich aus dem angenommenen Alter der Schichten von mehreren Millionen Jahren ableiten lassen:

Dies ist kein triviales Thema. Das Prinzip des Uniformitarismus besagt, dass Prozesse, die unter heutigen Umgebungen beobachtet werden, und die man von älteren Gesteinsschichten her interpretiert, mit ähnlichen Raten ablaufen sollten. Wenn solche Raten aber in heutigen Umgebungen (Überschwemmungsgebiete, Deltas, Küstengebiete usw.) über Zeiträume von Jahren bis Jahrzehnten gemessen werden, sind die Sedimentationsraten um bis zu fünf Größenordnungen [d. h. um bis zu einen Faktor 100.000; Anm. d. Übers.] größer als diejenigen, die aus einer typischen geologischen Abfolge gewonnen werden können… 15

Reed und ich haben diese Diskrepanz zwischen heutigen Erosions- und Sedimentationsraten einerseits und den aus Schichtabfolgen abgeleiteten Sedimentationsraten andererseits verifiziert.16

Schlussfolgerung

Geologen, die das uniformitarische Glaubenssystem vertreten, ignorieren weitgehend die offensichtlichen Schlussfolgerungen aus der fehlenden Zeit, wie zum Beispiel die fehlende Zeit in den Schichten des Teton-Gebirges. Kontinuierliche Sedimentation impliziert eine „einzige, ununterbrochene Sequenz“. Fehlende Erosion innerhalb und zwischen den Sedimentschichten bestätigt, dass die Abfolge ununterbrochen bzw. kontinuierlich ist. Dies ist genau das, was wir für die Sintflut erwarten würden. Es hat zur Folge, dass die behaupteten Millionen von Jahren imaginär sind. Die Blindheit der uniformitarischen Wissenschaftler gegenüber der Bedeutung fehlender Schichten und fehlender Erosion sollte uns eine Warnung sein. Seien Sie sich bewusst, dass wichtige Daten von säkularen Geologen ignoriert werden können, wenn die Daten ihren Glauben an den Uniformitarismus und Millionen von Jahren nicht unterstützen.

Literaturangaben

  1. Ager, D., The Nature of the Stratigraphic Record, John Wiley & Sons, New York, 1973. Zurück zum Text.
  2. Ager, D., The New Catastrophism: The Importance of the Rare Event in Geological History, Cambridge University Press, Cambridge, U.K., 1993. Zurück zum Text.
  3. Sadler, P.M., Sediment accumulation rates and the completeness of stratigraphic sections, J. Geology 89:569–584, 1981. Zurück zum Text.
  4. Ager, ref. 2, p. 49. Zurück zum Text.
  5. Roth, A.A., Origins: Linking Science and Scripture, Review and Herald Publishing Association, Hagerstown, MD, pp. 222–229, 1998. Zurück zum Text.
  6. Miall, A., The emptiness of the stratigraphic record: a preliminary evaluation of missing time in the Mesaverde Group, Book Cliffs, Utah, USA, J. Sedimentary Research 84:457–469, 2014. Zurück zum Text.
  7. Love, J.D., Reed Jr, J.C., and Pierce, K.L., Creation of the Teton landscape: A Geological Chronicle of Jackson Hole & the Teton Range, Grand Teton Association, Moose, WY, p. 42, 2007. Zurück zum Text.
  8. Miall, ref. 6, pp. 457–469. Zurück zum Text.
  9. Miall, ref. 6, p. 458. Zurück zum Text.
  10. Smith, D.G., Bailey, R.J., Burgess, P.M. and Fraser, A.J. (Eds.), Strata and Time: Probing the Gaps in Our Understanding, Geological Society Special Publication No. 404, Geological Society London, 2015. Zurück zum Text.
  11. Reed, J.K., Time Warp I: The Permian-Triassic Boundary in the Texas Panhandle, CRSQ 39(2):97–100, 2002. Zurück zum Text.
  12. Reed, J.K., Time Warp II: Basalt Flows at the Midcontinent Rift System, CRSQ 39(3):194–197, 2002. Zurück zum Text.
  13. Reed, J.K., Time Warp III: The Proterozoic-Paleozoic Hiatus in the northern Midcontinent, CRSQ 40(4):7–10, 2004. Zurück zum Text.
  14. Reed, J.K., Changing paradigms in stratigraphy—a quite different way of analyzing the record, J. Creation 30(1):83–88, 2016. Zurück zum Text.
  15. Miall, ref. 6, p. 457. Zurück zum Text.
  16. Reed, J.K. and Oard, M.J., The sedimentary record and Earth’s past, Part I: not enough rocks, J. Creation 31(2):84–93, 2017. Zurück zum Text.

Helpful Resources

The Geologic Column
by John K Reed, Michael J Oard
US $15.00
Soft Cover
Flood By Design
by Michael J Oard
US $15.00
Soft Cover