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Gottes Ausdehnung Seiner Macht1

von D. Russell Humphreys
übersetzt von Paul Mathis

Erschienen: 26. Februar 2009(GMT+10)

Psalm 150,1 – der erste Vers des letzten Psalms – enthält eine Redewendung, die mich immer fasziniert hat:

Komposition von Abbildungen von Wikipediascroll to heaven
Abbildung 1. Der Himmel wird zusammengerollt wie eine Schriftrolle (Jesaja 34,4).

…lobt ihn in der Ausdehnung seiner Macht! (Schlachter 2000) oder

…lobet ihn in der Feste seiner Macht! (Luther 1984) oder

…lobt ihn in seiner starken Feste! (Menge Bibel)

…lobt ihn im Himmelsgewölbe, das seine große Macht zeigt! (Neue Genfer Übersetzung)

Gott machte die Ausdehnung (das Himmelsgewölbe) am zweiten Tag und nannte sie „die Himmel“ (in 1. Mose 1,8 wird im Hebräischen die Mehrzahl verwendet). Später, am vierten Tag, fügte er der Ausdehnung die Sonne, den Mond und die Sterne hinzu (1. Mose 1,14-19). Die Ausdehnung ist also nicht mit den Himmelskörpern gleichzusetzen, sondern ist vielmehr der Raum, der die Himmelskörper enthält. Normalerweise stellt man sich den Weltraum, und auch den Raum, in dem wir selbst existieren, als leeres Nichts vor. Zu sagen, dass eine Leere voller Macht ist, wäre allerdings ziemlich seltsam. Lobt Gott in dem Nichts seiner Macht? Was also meint Gott hier?

Die Bibel selbst gibt uns einen Hinweis: es sieht so aus, als ob die Ausdehnung, (Firmament, Himmel, Raum) ein tatsächliches Material ist, das wir nicht wahrnehmen können, während wir uns darin bewegen. Es kann beispielsweise ausgespannt werden (Hiob 9,8 und 16 weitere Verse im Alten Testament; siehe Fußnote 1), zerrissen werden (Jesaja 64,1), zerfallen wie ein Kleidungsstück (Psalm 102,27), erschüttert werden (Hebräer 12,26; Haggai 2,6; Jesaja 13,13), verglühen (2. Petrus 3,12) und zusammengerollt werden wie eine Schriftrolle (Jesaja 34,4; Offenbarung 6,14) oder wie ein Mantel (Hebräer 1,12), siehe Abbildung 1.

Viele physikalische Theorien und Experimente scheinen zu erfordern, dass der Raum ein wirkliches Material ist:

  1. Der von James Clerk Maxwell, dem größten theoretischen Physiker (und ausgezeichneten Kreationisten) des 19. Jahrhunderts beobachtete „Verschiebungsstrom“ (Maxwell gründete seine Theorie auf der experimentellen Arbeit eines anderen großartigen kreationistischen Wissenschaftlers, Michael Faraday). Mit dieser Idee war er in der Lage, die Existenz von Radiowellen vorauszusagen, und die Grundlagen für alle Geräte des 20. Jahrhunderts zu legen, die Elektrizität und Magnetismus nutzen.
  2. Einsteins Theorien der speziellen und allgemeinen Relativität leiten sich nicht nur von Maxwells Arbeit ab, sondern ergeben im Grunde genommen nur Sinn, wenn Raum (und Zeit) eine Art „Material“ ist, wie Einstein schließlich in einer wenig bekannten Rede im Jahr 1920 zugab.2 Die berühmte Grenze für die Geschwindigkeiten von Licht und Teilchen, c, könnte nur existieren, wenn es ein reales Material gäbe, das diese Geschwindigkeitsbegrenzung verursachte (Warum sollte es eine Begrenzung geben, wenn der Raum völlig leer wäre?). Raum könnte nur „verzerrt“ oder „gekrümmt“ werden, wenn er tatsächlich ein „festes Material“ ist.
  3. Die geheimnisvolle, aber gut belegte Quantenfeldtheorie beginnt mit der Voraussetzung, dass der Raum mit Teilchen eines nicht wahrnehmbaren, aber sehr dichten Materials (das „Quantenvakuum“) gefüllt ist. Die Theorie besagt, dass dieses Material innerhalb und außerhalb aller Teilchen der sichtbaren Materie existiert und die Kräfte zwischen ihnen überträgt, wodurch es die Existenz der sichtbaren Materie ermöglicht. Experimente, die sich von der Quantenfeldtheorie ableiten, zeigen, dass Elektronen in Atomen den umgebenden Raum beeinflussen und ihrerseits von ihm beeinflusst werden („Vakuum-Polarisierung“). In den 1930er Jahren sagte der Quantentheoretiker P. A. M. Dirac auf der Grundlage seiner Theorie, die erforderte, dass der gesamte Raum mit einem „Meer“ von Elektronen gefüllt ist, die Existenz von Antimaterie korrekt voraus. Die Quantentheorie der Festkörper hilft uns zu verstehen, wie der Raum sehr dicht sein kann, ohne ihn fühlen oder sehen zu können, genauso wie freie Elektronen einen perfekten Kristall ganz ungehindert durchqueren können.

Diese und andere Indizien aus der Physik lassen vermuten, dass das Material, das ich aufgrund der biblischen Hinweise als das „Gewebe“ des Raums bezeichne, ein elastischer Festkörper ist, wie ein sehr steifer und ungeheuer massiver Kristall. Das könnte der Grund sein, weshalb das hebräische Wort für Ausdehnung (raqia) und die griechische und die lateinische Übersetzung davon (stereoma und firmamentum) alle eine Verbindung zu Festigkeit und Stabilität haben, wie auch das in manchen Bibelübersetzungen verwendete Wort „Firmament“.3

Seltsamerweise haben akademische Materialisten versucht, die physikalischen Hinweise darauf, dass der Raum ein Material ist, zu ignorieren, vermutlich aus religiösen und philosophischen Gründen. Sie ignorierten sogar, dass Einstein im Jahr 1920 (siehe Punkt 2 oben) seine Ablehnung von 1905 gegenüber der Vorstellung aus dem 19. Jahrhundert, dass ein „Äther“ die Lichtwellen verbreitet, zurückzog. Diese Akademiker haben dafür gesorgt, dass der Begriff „Äther“ politisch inkorrekt wurde.

Nachdem es jetzt so aussieht, als ob man die Vorstellung vom „Äther“ lediglich noch ein bisschen verfeinern müsse, benutzen Physiker viele Decknamen dafür, wie z. B. verschiedene Kombinationen folgender Begriffe: „Raumzeit“, „Kontinuum“, „Mannigfaltigkeit“, „Quantenvakuum“, „das Vakuum“, „Substrat“, „Dirac-Meer“, „Zwischenraum“ und „Medium“ – nur, um das Wort „Äther“ zu vermeiden. Dieses „Um-den-heißen-Brei-Herumreden“ amüsiert mich. Es hält Akademiker davon ab, Relativität und Quantenmechanik in einfachen, anschaulichen Ausdrücken zu erklären, wodurch die verschiedenen (sprachlichen) Paradoxe gelöst werden könnten. Ich habe den Verdacht, dass die wissenschaftlichen Experten der Relativität und der Quantenphysik ihre Theorien gerne (auch für andere Akademiker) geheimnisvoll und verwirrend formulieren, denn das Geheimnis macht sie zu Hohepriestern einer säkularen Religion, für die die Öffentlichkeit Dolmetscher benötigt.

Aber nicht auf den Eigenheiten der akademischen Welt soll hier das Hauptaugenmerk liegen, sondern auf der Tatsache, dass die Ausdehnung (das Himmelsgewölbe) ein wirkliches Material ist, das Gott in der ersten Hälfte der Schöpfungswoche gemacht hat. Es ist unsichtbar und sehr klar, da wir über kosmische Distanzen hinweg durch dieses Material hindurch Beobachtungen anstellen können. Obwohl wir es nicht direkt wahrnehmen können, macht unser neues Wissen über seine Masse und Festigkeit die Herrlichkeit seines mächtigen Schöpfers deutlich.

Literaturangaben und Anmerkungen

  1. Mehr Einzelheiten bezüglich der hier vorgestellten Ideen und wissenschaftliche Literaturverweise sind auf den Seiten 66-68 und 84 meines kleinen Buchs über Schöpfungskosmologie zu finden, Starlight and Time [Master Books, 1994]. Zurück zum Text.
  2. Anmerkung 1, S. 84. Zurück zum Text.
  3. Wahrscheinlich abgeleitet vom lateinischen Begriff für Ausdehnung; firmamentum. Zurück zum Text.