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Neandertaler-Genom wie unser eigenes

(Bei Ihrem nächsten Familientreffen könnte ein Neandertaler dabei sein!)

von
übersetzt von Markus Blietz

Urspr. veröffentlicht: 1. Juni 2010
Neandertals
Forscher der Universität Zürich rekonstruierten dieses Neandertaler-Kind anhand des Gibraltar 2-Schädels mittels computergestützter Paläoanthropologie (http://www.ifi.uzh.ch). Die Neandertaler-DNS-Dekodierung unterstreicht nun diese klare Menschlichkeit (Bild de.wikipedia.org).

Obwohl die Schlussfolgerungen umstritten sind, betonen Wissenschaftler triumphierend eine erstaunliche Leistung in der modernen Genetik: Sie haben eine vorläufige Sequenzierung von etwa 60% des Neandertaler-Genoms abgeschlossen [aktuell: die Sequenzierung ist praktisch abgeschlossen – Anm. d. Übers.].1

Nach der Untersuchung mehrerer Neandertaler-Knochen, die in den Sedimenten einer Höhle in Kroatien gefunden wurden, entschied man sich für drei, die am vielversprechendsten waren. Auch wenn es länger dauerte als erwartet und die Befürchtung bestand, dass sie die Aufgabe nicht bewältigen könnten,2 gelang es ihnen schließlich doch, die DNS [Desoxyribonukleinsäure – Anm. d. Übers.] zu extrahieren und sie dann für die Rekonstruktion des Neandertaler-Genoms zu nutzen. Da zwei voneinander klar unterscheidbare mitochondriale Genome gefunden wurden, und die Knochen aus verschiedenen Schichten stammten, waren mindestens zwei, und wahrscheinlich sogar drei Individuen vertreten. Das resultierende Genom ist also ein Verbund von zwei oder drei Individuen, ähnlich wie das ursprüngliche menschliche Genom, das aus der DNS mehrerer Individuen generiert wurde.

Bei einer Reihe von aktuellen Veröffentlichungen über das mitochondriale Genom des Neandertalers3,4,5 zögerte ich, viele Vorhersagen über das gesamte Kerngenom des Neandertalers zu machen, weil ich Zweifel an der Qualität von antiker DNS (aDNS) hatte, und nicht sicher war, ob ich den Daten vertrauen konnte, da sie von den Hütern des evolutionistischen Modells gründlich gefiltert worden sein konnten. Selbst wenn ich Vorhersagen gemacht hätte, hätte ich es nicht gewagt, solche kühnen Schlussfolgerungen wie die der Evolutionswissenschaftler zu machen. Unnötig zu sagen, dass ich mit dem, was sie gesagt haben, sehr zufrieden bin. Das ist aber sicher nicht das letzte Wort, denn es gibt immer wieder Kontroversen innerhalb einer solchen forensischen Wissenschaft [d. h. einer Wissenschaft, die sich ähnlicher Methoden wie bei der Aufklärung von Verbrechen bedient – Anm. d. Übers.].

Warum ist das Neandertaler-Genom umstritten? Erstens gibt es immer wieder Fragen zur aDNS. Neandertaler-Knochen sind Jahrtausende alt und die DNS in ihnen ist immer stark beschädigt. In unserem Fall ist der größte Teil der Neandertaler-DNS nicht mehr als 50 Nukleotide lang, und mehr als 95 % der in diesen Knochen gefundenen DNS stammt von kontaminierenden Bakterien. Die Tatsache, dass sie trotzdem in der Lage waren, brauchbare DNS aus ihren Proben zu gewinnen, ist einfach erstaunlich. Die aDNS-Techniken sind darüber hinaus extrem kontaminationsempfindlich. Die DNS des modernen Menschen ist von außergewöhnlich hoher Qualität im Vergleich zur hochgradig beschädigten DNS in antiken Proben. Jedoch unternahmen die Wissenschaftler extreme Anstrengungen, um Kontaminationen nachzuweisen und sie zu verhindern, und sie stellten fest, daß keine wesentliche Kontamination aufgetreten war, nachdem sie einige kritische Tests durchgeführt hatten. Dennoch wird die Frage der Kontamination in Studien dieser Art immer präsent sein.

Zweitens war die Herkunft der Neandertaler und die Frage, ob sie zur menschlichen Familie gehören oder nicht, schon immer Gegenstand hitziger Debatten, sowohl unter den Wissenschaftler als auch in der Öffentlichkeit. Über den Ursprung der Neandertaler gibt es erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den Vertretern der Evolutionstheorie. Ein zusammenfassender Artikel in der New York Times deutete einige dieser Kontroversen an und zitierte andere Genetiker und einen Paläontologen, der den Schlussfolgerungen des Neandertaler-DNS-Teams heftig widersprach.6

Drittens testeten die Autoren evolutionäre Beziehungen (in denen sie annahmen, dass Ähnlichkeiten auf gemeinsame Abstammung zurückzuführen sind, was Kreationisten nicht tun) zwischen Affen, Neandertalern und verschiedenen Gruppen moderner Menschen. Hier liegt die eigentliche Kontroverse, denn die Antworten, die sie gefunden haben, sind nicht das, was am meisten erwartet wird. Sie entdeckten, dass (1) Neandertaler im Bereich der genetischen Bandbreite des modernen Menschen liegen, dass (2) das Neandertaler-Genom dem Genom des modernen Menschen unglaublich ähnlich ist, und dass (3) es nur wenige festgestellte Unterschiede zwischen dem modernen Menschen und dem Neandertaler gibt. Aber auch diese wenigen festgestellten Unterschiede könnten verschwinden, wenn wir mehr über die genetische Vielfalt des modernen Menschen und des frühen Neandertalers erfahren (je mehr wir studieren, desto mehr Variationen werden wir finden und desto mehr werden die scheinbar "fixen" Unterschiede mit der Zeit verschwinden).

Noch heftiger diskutiert wird der Befund, dass die gute genetische Übereinstimmung des Neandertalers mit dem modernen Menschen sich nur auf Menschen außerhalb Afrikas bezieht. So sind die Neandertaler nicht nur vollständig menschlich, sondern sie haben sich auch mit den Vorfahren der modernen Europäer, Asiaten, Australier und Indianer gekreuzt, nicht aber mit Afrikanern. D. h. Neandertaler sind entweder die Verwandten oder die Vorfahren von Menschen außerhalb Afrikas. Der Hauptautor bestätigt dieses unerwartete Ergebnis, "…. wir waren verblüfft, dass diese Ähnlichkeit zu den Neandertalern nicht nur in Europa und Westasien, sondern auch in Papua-Neuguinea bestand…. "7

Aber wann hätte diese Vermischung mit dem modernen Menschen stattgefunden? Die Vertreter der Evolutionstheorie behaupten, dass keine Neandertaler-Knochen außerhalb Europas und Westasiens gefunden wurden (nicht alle Kreationisten stimmen hier jedoch zu8). Wie ist es dann möglich, dass sie – mit Ausnahme der Afrikaner – mit den Menschen auf der ganzen Welt verwandt sind? In dem evolutionistischen Szenario, wo die Menschheit angeblich aus Afrika kam,9 musste die Vermischung geschehen sein, nachdem die modernen Menschen Afrika verlassen hatten, aber noch vor ihrer Ausbreitung über den ganzen Globus; und es musste sich im Nahen Osten abgespielt haben.

Im Schöpfungsmodell könnte es hingegen durchaus sein, dass die Neandertaler die Vorfahren derjenigen Menschen sind, die wir heute in den Gebieten finden, in denen die Neandertaler einst wohnten (dies hängt natürlich von der Genauigkeit der Neandertaler-Genomrekonstruktion ab!). Warum tragen dann auch Menschen außerhalb der von den Neandertalern besiedelten Gebiete Neandertaler-Gene? Die Völkeraufstellung in (1. Mose Kapitel 9 und 10) beschreibt die Neu-Besiedlung der Welt nach dem gescheiterten Turmbau zu Babel. Mit Ausnahme von Nordafrika passen die dort beschriebenen Gebiete sehr gut zu den Orten, wo man Knochen von Neandertalern fand. Orte außerhalb dieser Regionen wären später besiedelt worden, so dass es vielleicht gar keine "Neandertaler" mehr gab. Wenn zum Beispiel der typische Körperbau des Neandertalers auf Langlebigkeit zurückzuführen wäre,10 dann hätten ihre kürzer lebenden Nachkommen zwar dieselben Gene gehabt, aber bereits einen anderen Körperbau, als sie sich bis in die entlegensten Teile der Erde ausbreiteten.

Beachten Sie, dass die untersuchten Neandertaler-Knochen alle zu Personen gehören, die außerhalb Afrikas lebten. Dies kann die Ursache der Diskrepanz sein. Wenn Neandertaler oder Neandertaler-ähnliche Völker in Afrika lebten,8 könnte die Untersuchung ihrer DNS uns zeigen, dass auch sie Nachkommen in Afrika zurückgelassen haben. Allerdings sind gut erhaltene Überreste von antiken Menschen selten und wir werden vielleicht nie die Antwort auf dieses Rätsel erfahren.

In einem ähnlichen Beitrag konzentrierten sich Wissenschaftler auf bestimmte Bereiche des Neandertaler-Genoms von denen man wusste, dass sie bei Mensch und Schimpanse verschieden sind. Insgesamt untersuchten sie 14.000 Gen-Positionen, an denen Menschen und Schimpansen unterschiedliche Aminosäuren in ansonsten ähnlichen Proteinen haben, und erhielten Ergebnisse für fast 11.000 dieser Gen-Positionen.11 Sie entdeckten, dass Neandertaler bei mindestens 91,5 % dieser Gen-Positionen die gleiche Aminosäure wie moderne Menschen hatten. Die restlichen 8,5 % bezeichnete man als "genetische Ahnen"; dies setzt jedoch einen gemeinsamen Vorfahren mit Schimpansen voraus, dass Neandertaler nicht selbst an diesen Gen-Positionen mutiert sind (z. B. aufgrund von sogenannten Mutations-Hotspots), und dass moderne Schimpansen sich im Lauf der Zeit nicht verändert haben. Insgesamt fanden sie 88 Aminosäure-Gen-Positionen, die alle modernen Menschen gemeinsam haben. Sie nannten diese „nicht-vererbte, kürzlich fixierte Mutationen“, aber auch hier stecken wieder evolutionistische Annahmen hinter den Schlussfolgerungen.

Was sind die möglichen kreationistischen Interpretationen der beiden neu gefundenen Neandertaler-Genom-Datensätze?

Hier wird es kompliziert. CMI behauptet schon seit langem, dass die Neandertaler vollständig menschlich sind, dass sie nach der Sintflut in Europa lebten und dass sie Nachkommen von Noah und seiner Familie waren.12 Diese neuen Daten stärken unsere Argumente erheblich, aber wer und was genau die Neandertaler waren, ist immer noch ein kleines Rätsel. Ich werde drei (von vielen) Möglichkeiten skizzieren.

Sie mögen unsere Vorfahren (die Patriarchen und die frühen Generationen nach der Sintflut) gewesen sein, die nach der Sintflut Hunderte von Jahren unter einigen unserer jüngeren Vorfahren lebten. In diesem Fall könnten ihre seltsamen Merkmale das Ergebnis langer Lebensspanne und verzögerter Reife sein,10 obwohl dies unter Kreationisten umstritten ist,8 und ihre genetischen Unterschiede könnten auf die geringe Stichprobengröße zurückzuführen sein. Aus Studien an kleinen Populationen (z. B. Island) wissen wir, dass eine Minderheit von Menschen, die zu einem beliebigen Zeitpunkt leben, die Vorfahren einer Mehrheit der zukünftigen Bevölkerung sein können.13 Sollten wir uns daher wundern, dass es nicht alle Gene des Neandertalers geschafft, sich in die heutige Bevölkerung fortzupflanzen?

Da sie genetisch verschieden zu sein scheinen, ist es auch möglich, dass sie von einem Kind abstammen, das einer der Patriarchen in hohem Alter gezeugt hat. Basierend auf einer Veröffentlichung des Evolutionsgenetikers James Crow scheint es, dass die Mutationslast bei Kindern mit dem Alter des Vaters zunimmt.14 So könnte jedes Kind, das eine antike Person bekommen hatte, theoretisch eine Vielzahl genetischer Unterschiede zu anderen Menschen aufweisen. Aus den Daten von Crow abgeleitet, würde ein Mann im Alter von 400 Jahren etwa 10.000 Mutationen an ein Kind weitergeben (der aktuelle Durchschnitt wird laut Crow auf etwa 200 geschätzt). Wenn dieses Kind eine Dynastie oder einen Clan gründen würde, könnten diese Menschen sehr verschieden von ihren Zeitgenossen sein.

Alternativ hätten sie auch nur ein einziger Völkerstamm gewesen sein können, der – zusammen mit den anderen Stämmen – aus Babylon zerstreut wurde, hochgradig Inzucht betrieb und dann entweder vertrieben, erobert oder getötet wurde, als die europäischen Vorfahren nach Europa einwanderten. Es gibt viele andere mögliche Szenarien, eine realistische Modellierung steht jedoch noch aus.

Wie wirkt sich das auf die Argumente von Christen aus, die ein Langzeitmodell vertreten?

Die Entdeckungen, obwohl noch etwas vorläufig, widersprechen offensichtlich den Argumenten von Reasons to Believe (RTB) und anderen Organisationen, die eine alte Erde vertreten. Sie sind ein Beweis dafür, dass moderne Menschen Neandertaler-Vorfahren haben und es steht gegen ihren Hauptanspruch, dass Neandertaler angeblich seelenlose Tiere waren, die uns sehr ähnlich waren.

Wie reagieren sie auf die Ergebnisse? Basierend auf einem Podcast mit ihren beiden bekanntesten Wissenschaftlern,15 kommen sie zwar zu dem Schluss, dass dies ein klarer Beweis für eine Kreuzung ist, lehnen dann aber das biologische Artenkonzept (eines der grundlegenden Theoreme der Biologie) ab und behaupten, dass der Nachweis einer Kreuzung nicht bedeutet, dass zwei Organismen derselben Art angehören! Seltsamerweise führen sie als Beispiele das Maultier [Kreuzung von Pferd und Esel – Anm. d. Übers.] und den Wholphin [Kreuzung von Wal und Delphin – Anm. d. Übers.] an, Tiere, über die wir schon anderweitig geschrieben haben und von denen wir behaupten, dass sie Beweise für die Bibel sind, wonach Gott verschiedene "Arten" geschaffen hat, von denen die heutigen miteinander verwandten Arten abstammen.16 Wenn es zu einer Kreuzung kam und fruchtbare Nachkommen hervorgebracht wurden, und diese Nachkommen die Vorfahren der heute lebenden Menschen wurden, würde das nicht klar zeigen, dass Neandertaler und Menschen zu derselben geschaffenen Art gehören? RTB spielt hier das Spiel der Äquivokation (Änderung von Definitionen in der Mitte eines Arguments). Wir haben schon öfter ausführlich über Veränderungen innerhalb der geschaffenen Arten, die Entwicklung neuer "Arten" im Laufe der Zeit usw. geschrieben, und es gibt keine Grundlage dafür, zu behaupten, dass Neandertaler eine komplett andere Schöpfung seien als Menschen.

Sie behaupten, dass die Daten angeblich zeigen würden, dass Neandertaler und Menschen verschiedene Arten seien und dass die junge-Erde Auffassung widerlegt worden sei, weil die Unterschiede zu groß seien, um sie "zumindest ansatzweise" noch derselben Art zuordnen zu können. Ich persönlich habe keine Ahnung, woher sie diese Ideen haben, da es in der besagten Studie nichts gibt, was ihre Behauptung begründet. Als jemand, der sich intensiv mit der Genetik befasst, darüber spricht und schreibt, habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, Unterschiede zwischen Arten allein anhand genetischer Merkmale zu bestimmen. Die Unterschiede sind jedoch minimal und genau das, was wir innerhalb einer einzigen Art erwarten würden. Tatsächlich zeigen die Menschen eine viel geringere Vielfalt als viele andere Arten17 und trotzdem passt der Neandertaler immer noch gut dazu. Um das zu verdeutlichen: zwei lebende Schimpansen können genetisch weiter voneinander entfernt sein als der Neandertaler vom modernen Menschen!18 Es ist allgemein akzeptiert, dass Schimpansen derselben Spezies angehören, warum also nicht auch Neandertaler zu derselben Spezies wie der moderne Mensch? Sie akzeptieren dies nicht, weil sie einer ihrer Lieblingstheorien nicht widersprechen können – auf Ihrer Website und in ihren Büchern findet man ein umfangreiches Verzeichnis von Verweisen auf diese Theorie.19

Das Neandertaler-Genom ist noch nicht vollständig entschlüsselt und es gibt hier beträchtliche Kontroversen, aber die vorliegenden Veröffentlichungen stellen das RTB-Modell stark in Frage.

Wie wirkt sich das auf die „Aus Afrika“-Theorie aus?

Die Neandertaler-Genomdaten haben einen interessanten Effekt auf das evolutionistische Establishment. Weil die Neandertaler nämlich einerseits dem modernen Menschen so ähnlich und andererseits doch so weit in der Vergangenheit zurück liegen, hat dies die Kluft zwischen Mensch und Affe plötzlich vergrößert. Wenn man hier die jüngste Veröffentlichung eines Schimpansen-Y-Chromosoms hinzunimmt,20 wo nur 70% Ähnlichkeit (ungefähr das, was zwischen Mensch und Huhn erwartet wird) in der sequenzierbaren Hälfte des Chromosoms gefunden wurde, wird die Lücke noch größer.

Die „Aus Afrika“-Theorie ist in Schwierigkeiten, und das Standardmodell, das wir seit 20 Jahren in fast allen Medien hören, ist plötzlich in Frage gestellt! Wie in „Science“ berichtet, "widerlegt der Befund der Kreuzung die strengste Form eines schon lange gehegten Modells, das behauptet, dass alle lebenden Menschen ihre Abstammung auf eine kleine afrikanische Population zurückführen können, die sich ausbreitete und die ursprüngliche menschliche Spezies ablöste, ohne dass eine Kreuzung stattfand.“21 Was soll jetzt die alte, überholte Sichtweise ersetzen? "Modifizierter Multiregionalismus", bei dem die Menschen, die aus Afrika kamen, die archaischen Populationen nicht vollständig ersetzten, sondern sich mit ihnen vermischten, indem sie sie eliminierten und ersetzten. Ein sehr populäres evolutionistisches Weblog kam zu dem Schluss, dass Neandertaler nicht nur eindeutig menschlich sind, sondern dass wir jetzt alle Multi-Regionalisten sind!22 Der Wind des Wandels ist unbeständig und vergesslich!

Ein modifizierter Multiregionalismus wird jedoch zusätzliche Probleme schaffen. Da viele glauben, dass sich Neandertaler auf dem Weg aus Afrika mit modernen Menschen kreuzten, stellt sich uns zum Beispiel plötzlich die Frage nach der Herkunft der Neandertaler, ebenso wie die Frage, wie sich die Neandertaler nach etwa einer halben Million Jahre der Trennung mit unseren Vorfahren hätten kreuzen können.

Warum das alles wichtig ist

Die Existenz der Neandertaler wurde seit der Entdeckung des ersten Neandertaler-Skeletts im 19. Jahrhundert als Keule benutzt, um Kreationisten damit zu schlagen. Ganze Generationen wurden erzogen, um an den primitiven Höhlenmenschen namens „Neandertaler“, halb Affe, halb Mensch, zu glauben. Dies wird vom evolutionistischen Establishment heute nicht mehr geglaubt, aber die Indoktrinierung war effektiv und die Auswirkungen werden langlebig sein. Besonders die Europäer werden herausgefordert, da sie dazu neigen, sich gegen jede Idee der Kreuzung mit Neandertalern zu wehren. Das finde ich amüsant, denn wenn man bedenkt, dass die Evolutionstheorie sagt, dass wir affenartige Vorfahren haben, wen kümmert es da, ob wir auch von Neandertalern abstammen? Die Diskussion zeigt uns auch die Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Vertretern der Evolutionstheorie, wenn die unterschiedlichen Parteien in Bezug auf ihre persönlichen Ansichten über die menschliche Herkunft aufeinander losgehen. Und schließlich unterstützt sie auch stark das biblische Modell, dass die ganze Menschheit nämlich von einer kleinen Bevölkerung abstammt, die in der jüngsten Vergangenheit im Nahen Osten lebte.

Literaturangaben

  1. Green, R.E., et al., A draft sequence of the Neandertal genome. Science 328:710–722, 2010. Zurück zum Text.
  2. Pennisi, E., Computer kid makes good. Science 328:683, 2010. Zurück zum Text.
  3. Carter, R., The Neandertal mitochondrial genome does not support evolution, Journal of Creation 23(1):40–43, 2009. Zurück zum Text.
  4. Carter, R., Taking a crack at the mitochondrial genome, 2009. Zurück zum Text.
  5. Carter, R., A reply to ‘Taking a crack at the Neandertal mitochondrial genome’, Journal of Creation 23(1):47–49, 2009. Zurück zum Text.
  6. Wade, N., Signs of Neandertals mating with humans, New York Times. May 6, 2010. Zurück zum Text.
  7. Gibbons, A., Close encounters of the prehistoric kind. Science 328:680-684, 2010. Zurück zum Text.
  8. Habermehl, A., Those enigmatic Neanderthals: What are they saying? Are we listening? Answers Research Journal 3:1-21 2010; (beachten Sie, dass ich – anders als der Autor in dem Artikel –nicht der Meinung bin, dass H. erectus ein Mensch war.Zurück zum Text.
  9. Carter, R., The Neutral Model of evolution and recent African origins. Journal of Creation 23(1):70–77, 2009. Zurück zum Text.
  10. Cuozzo, J.W., Neandertal children’s fossils: Reconstruction and interpretation distorted by assumptions, Journal of Creation [formerly TJ]8(2):166–178, 1994. Zurück zum Text.
  11. Burbano, H.A., et al., Targeted investigation of the Neandertal genome by array-based sequence capture. Science 328:723–725, 2010. Zurück zum Text.
  12. See the Neandertal section at Anthropology and Apemen Questions and Answers. Zurück zum Text.
  13. This is the essence of “coalescence theory”. Siehe meine kurze Diskussion in den Referenzen 3-5. Zurück zum Text. Zurück zum Text.
  14. Crow, J.F., The origins, patterns and implications of human spontaneous mutation. Nature Reviews Genetics 1:40–47, 2000. Zurück zum Text.
  15. Als dieser Artikel ursprünglich geschrieben wurde, waren erst ein paar Tage seit der Publikation vergangen. Die betreffenden Wissenschaftler waren Hugh Ross und Fuzz Rana. See http://reasons.edgeboss.net/download/reasons/newsflash/20100510-HRFRKS.mp3Zurück zum Text.
  16. Batten, D., Ligers and wholphins? What next? Creation 22(3):28–33, 2000. Zurück zum Text.
  17. Diesen Punkt kann man in Quellen nachlesen. Siehe zum Beispiel, Lynch, M., Rate, molecular spectrum, and consequences of human mutation. Proceedings of the National Academy of Sciences (USA) 107(3):961–968, 2010. Zurück zum Text.
  18. Siehe Referenz #8 in Taking a crack at the Neandertal mitochondrial genomeZurück zum Text.
  19. Siehe zum Beispiel Neanderthal-to-Human Link Severed, where they state quite clearly, “The conclusion is undeniable: Neanderthals did not give rise to modern humans.” Zurück zum Text.
  20. Hughes, J.F., et al., Chimpanzee and human Y chromosomes are remarkably divergent in structure and gene content. Nature 463:536–539, 2010. Zurück zum Text.
  21. Gibbons, A., Close encounters of the prehistoric kind. Science 328:680–684, 2010. Zurück zum Text.
  22. Siehe den Eintrag in John Hawks’ weblog. am Donnerstag, 6. Mai 2010. Zurück zum Text.

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