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Der Blauwal

von 
übersetzt von Paul Mathis

Artikel aus Creation 40(1):28–31, Januar 2018
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Der Blauwal (Balaenoptera musculus) ist möglicherweise das größte Lebewesen, das jemals an Land oder im Meer gelebt hat (siehe Kasten unten). Seine schiere Größe ist erstaunlich: Erwachsene Tiere erreichen eine Länge von etwa 30 Metern und wiegen etwa 170-180 Tonnen – etwa so viel wie 30 große afrikanische Elefanten!

Ein großherziges Tier, aber …

Im Jahr 2015 zeigte die Obduktion eines gestrandeten Blauwals in Kanada,1 dass vieles, was gemeinhin über die Größe seiner Organe geglaubt wurde, nicht stimmte – wahrscheinlich wegen der seltenen Gelegenheiten, sie tatsächlich zu messen und zu wiegen. Ein auch durch viele seriöse Quellen weit verbreiteter Glaube ist, dass sein Herz etwa so groß wie ein Kleinwagen ist (häufig wird ein VW-Käfer erwähnt) und mehr als eine halbe Tonne wiegt. Die tatsächliche Größe entspricht in etwa der eines kleinen „Autoscooters“ für zwei Personen auf einem Jahrmarkt und wiegt ungefähr so viel wie ein mittelgroßes Motorrad – etwa 180 kg. Eine Nachbildung des Blauwalherzens im Royal Ontario Museum ist etwa 1,5 m hoch – bei weitem das größte bekannte Herz. Eine andere weit verbreitete Behauptung, dass ein erwachsener Mensch durch einige der Arterien des Wals schwimmen könnte, ist ebenfalls falsch; nichtsdestotrotz könnte ein menschlicher Kopf in die größte Arterie (Aorta) des Wals passen.

Die „Leistungsdaten“ des Blauwals sind nach wie vor beeindruckend. Das Maul eines erwachsenen Wals kann etwa 90 Tonnen Meerwasser aufnehmen, und allein seine Zunge wiegt etwa 2,7 Tonnen, mehr als drei VW Käfer.

Auch der Schall, den er abgibt (ca. 190 Dezibel – Strahltriebwerke erreichen nur ca. 140 dB), ist gewaltig; wenn auch nicht „laut“ im Sinne der menschlichen Wahrnehmung, so können seine tiefen Frequenzen doch viele hundert Kilometer unter Wasser zurücklegen. Überraschenderweise erzeugt der Blauwal nur das zweit-„lauteste“ Geräusch im Tierreich (obwohl es das lauteste Dauergeräusch ist); den Rekord halten mit über 200 dB die winzigen Knallkrebse.2

Man könnte meinen, dass der Blauwal als größtes Tier der Welt große Dinge fressen würde. Aber seine Kehle hat nur etwa den Durchmesser eines kleinen Tellers – etwa 23 cm. Diese Wale ernähren sich hauptsächlich von Krill (einem garnelenähnlichen Krebstier von durchschnittlich etwa 50 mm Länge) und in geringerem Maße auch von den viel kleineren Krebstieren, den sogenannten Copepoden (meist nur 1 bis 2 mm lang). Zum Fressen mittels Filtermechanismus taucht der Blauwal tief unter und beschleunigt dann seinen massiven Körper, um mit klaffendem Maul nach oben in einen Schwarm von Krill zu stürzen, den er dann durch seine Barten (Keratinplatten) filtert.

Er kann in einem so großen Schluck fast zwei Millionen Kilojoule (eine halbe Million Kilokalorien) aufnehmen! Zu bestimmten Jahreszeiten kann ein Blauwal an einem Tag fast vier Tonnen dieser Nahrung fressen. Dieses Filterfressverhalten ist wahrscheinlich das „größte biomechanische Ereignis auf der Erde“ und nutzt ein einzigartiges Sinnesorgan, das seine Kieferbewegungen koordiniert, um Verletzungen durch die immensen auftretenden Kräfte zu vermeiden.3,4

Schnelle Fakten

  • Der Blauwal kann auf kurzen Strecken Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h erreichen, wobei seine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit in der Regel weniger als die Hälfte davon beträgt; für die Nahrungsaufnahme bremst er ab.
  • Auf ihrer Wanderung können Blauwale an einem Tag bis zu 450 Kilometer zurücklegen.
  • 1966 wurde der Zwergblauwal, der etwa 10-30% kleiner als sein großer Namensvetter ist, offiziell als eigene Unterart bezeichnet.
  • Blauwale gehören zu den langlebigsten Tieren der Welt. Wissenschaftler haben das Alter eines speziellen Exemplars auf 110 Jahre geschätzt, wobei sie so etwas wie Wachstumsringe in seinem Ohrenschmalz verwendet haben; die durchschnittliche Lebensdauer beträgt etwa 80 bis 90 Jahre.

Entspanntes Tauchen

Da der Blauwal, wie alle Säugetiere, Luft atmet, kann er nur bis zu etwa 20 Minuten unter Wasser bleiben. Dennoch ist er ein sehr geschickter Taucher. Wie auch bei mehreren anderen Meeressäugern sind seine Lungen so konstruiert, dass sie mit zunehmendem Druck in der Tiefe nach und nach ihr Volumen verkleinern, wodurch er immer weniger Auftrieb erzeugt, je tiefer er taucht. Anders als z. B. ein menschlicher Schwimmer, der hart kämpfen muss, um seinen eigenen Auftrieb zu überwinden, kann der Wal also nach ein paar kräftigen Flukenschlägen zu Beginn, die ihn nach unten ausrichten, schnell und mit relativ geringem Kraftaufwand diesen Druck-/Auftriebsgradienten hinunter in die Tiefe „gleiten“. Für die Nahrungsaufnahme tauchen Blauwale in der Regel bis auf weniger als 100 m ab, bevor sie zum Filtern des Krills und zur Atmung auftauchen. Es wurde jedoch schon beobachtet, dass sie bis zu 500 m tief tauchen.

Ursprünge

Da Blauwale im Meer leben, wissen wir aus dem 1. Buch Mose, dass Gott sie am 5. Tag der Schöpfungswoche zusammen mit allen anderen im Wasser lebenden Lebewesen erschaffen hat – einen Tag vor dem Menschen und den Landsäugetieren, und damit auch vor ihren angeblichen Vorfahren. Dies vereitelt alle Versuche, das übliche evolutionistische Langzeitszenario mit 1. Mose 1 in Einklang zu bringen: Wale waren schon immer Wale, und sie können sich nur innerhalb ihrer Art fortpflanzen, so wie alle anderen Geschöpfe auch (1. Mose 1,11.12.21.25).

Dies wirft die interessante Frage auf, wie viele verschiedene Arten von Walen in der Schöpfungswoche erschaffen wurden. Wir können es nicht mit Sicherheit sagen, aber es waren weniger als die Gesamtanzahl der heutigen Walarten, weil nämlich einige Hybriden bzw. Kreuzungen bekannt sind. Das weist darauf hin, dass die beiden verschiedenen Arten, die zu dem Hybriden geführt haben, zur selben ursprünglich erschaffenen Art gehören. So wurde zum Beispiel ein Hybrid aus einem Blauwal (Baleonoptera musculus) und einem Finnwal (Baleonoptera physalus) gefunden.5 Der Prozess, durch den sich Populationen aufgrund der genetischen Information, die sie bereits enthalten, in mehrere Unterarten aufspalten, ist beobachtbar und gut verstanden, aber sie bleiben immer dieselbe Art von Lebewesen; Nicht-Wale bringen niemals Wale hervor.6

Evolutionäre Märchengeschichten

Anhänger der Evolutionstheorie sagen, dass die modernen Wale von Landtieren abstammen. Im Laufe von Millionen von Jahren sollen sich die Beine in Flossen verwandelt haben, eine Schwanzflosse entstand, und ihre Becken verschwanden. Und bei einer großen Gruppe von Walen (zu der auch Blauwale gehören) sollen die Zähne zu Barten geworden sein, die es ihnen ermöglichten, kleine Lebewesen aus dem Meerwasser herauszufiltern – trotz der Tatsache, dass im Fossilbericht Hinweise darauf grundsätzlich fehlen.7

In das Gewebe der Beckenregion einiger Wale sind kleine Knochen eingebettet, von denen die Anhänger der Evolutionstheorie behaupten, dass es sich dabei um die Überreste eines Beckengürtels und/oder Hintergliedmaßen handelt. Diese Knochen fungieren jedoch als Ankerpunkt für Muskeln, die bei der Fortpflanzung eingesetzt werden, so dass sie einem nützlichen Zweck dienen und keine nutzlosen evolutionären Überbleibsel sind.8

Ähnlich wie bei der noch besser bekannten Pferdeabfolge angeblicher Vorfahren ist auch für den Wal eine evolutionäre Abfolge beschrieben worden, die allerdings je nach Erklärungsversion variiert. Im Allgemeinen beginnt sie mit einer Kreatur namens Pakicetus, die angeblich vor etwa 50 Millionen Jahren lebte. Dann durchläuft sie insgesamt sechs bis acht angebliche „Übergangsformen“, bevor sie etwa 25 Millionen Jahre später Aeticetus erreicht. Zu den bekanntesten Namen in dieser „Serie“ gehören Ambulocetus und Rodhocetus.

Ein Artikel in Creation aus dem Jahre 2014, der auf Dr. Carl Werners ausführlich dokumentierten Forschungen basiert, hob die zweifelhafte (manche würden sagen, betrügerische) Natur eines Großteils dieser Geschichten hervor.9 Die Online-Version enthält Videomitschnitte seiner Interviews mit evolutionistischen Walforschern, die entscheidende, ihre Thesen zerstörende Eingeständnisse machen.

Sicherheit in der Größe

Kein Lebewesen im Ozean ist groß genug, um den Blauwal im Alleingang zu erbeuten. Orcas (Killerwale), die im Rudel agieren, gelingt es manchmal, indem sie den Wal wiederholt angreifen, bis er zu schwach ist, um zu fliehen. Solche Angriffe auf einen erwachsenen Wal sind jedoch selten mit Erfolg gekrönt. Häufiger versuchen Orcas, ein Muttertier von seinem jungen Kalb zu trennen, das dann vom Rudel relativ leicht überwältigt und gefressen werden kann. Kein anderes Lebewesen macht erfolgreiche Jagd auf den mächtigen Blauwal – abgesehen vom Menschen.

Es wird geschätzt, dass die Blauwalpopulation vor dem industriellen Walfang bei etwa 250.000 Tieren lag. Aber wegen des riesigen kommerziellen Ertrags an Öl durch nur eines dieser Exemplare trieben die Walfänger des 19. und 20. Jahrhunderts dieses majestätische Tier an den Rand der Ausrottung. Allein im Jahr 1931 wurden fast 30.000 Exemplare gefangen. Im Jahr 1966 verbot die Internationale Walfangkommission schließlich das Töten von Blauwalen, um eine gewisse Erholung zu ermöglichen; ihre Zahl wird heute auf 10.000 bis 14.000 geschätzt.

Die meisten von uns werden nie einen lebenden Blauwal im Meer sehen. Dennoch können wir dieses größte aller Tiere ehrfurchtsvoll bestaunen in dem Wissen, dass es von Gott geschaffen wurde und Seine Herrlichkeit und Schöpferkraft widerspiegelt.

Blauwal

Gab es einmal ein größeres Tier?

Einige der größten Dinosaurier aller Zeiten mögen zwar etwas länger als ein Blauwal gewesen sein (annehmbare Schätzung vom Kopf bis zur Schwanzspitze), aber insgesamt waren sie kleiner. Trotz einiger sensationeller Berichte hat man nichts gefunden, sei es noch am Leben oder bereits ausgestorben, das die gewaltige Masse des Blauwals übertroffen hätte.Nichtsdestotrotz glauben einige immer noch, dass es mindestens ein ausgestorbenes Tier gegeben haben könnte, das größer war. Ein Dinosaurier namens Amphicoelias fragillimus, der angeblich eine ähnliche Form wie Diplodocus hatte, wurde allein aufgrund eines einzigen gebrochenen Wirbels, der in den späten 1800er Jahren entdeckt wurde, identifiziert und benannt.1 Ausgehend von dem zugegebenermaßen ungenauen Prozess der Extrapolation der Größe dieses riesigen Wirbels schätzten einige seine Länge auf annähernd 60 m mit einer Masse von über 120 Tonnen. Die Extrapolationen wurden wegen typographischer Fehler im Bericht von 1878 sowie wegen physischer Beschränkungen der Masse von Landtieren als übertrieben in Frage gestellt.2 Leider ging dieser einzige fossile Beweis verloren – es sind nur Fotos und Messprotokolle erhalten geblieben.Der größte Dinosaurier, von dem ein Großteil seines Skeletts bekannt ist, ist wahrscheinlich der im Westen Argentiniens gefundene Futalognkosaurus dukei, der etwa 30 m lang und über 50 Tonnen schwer war.3

Literaturhinweise und Anmerkungen

  1. Gilead, The largest dinosaur ever found and subsequently lost again, tychosnose.com.
  2. Woodruff, C. and Foster, J.R., The fragile legacy of Amphicoelias fragillimus (Dinosauria: Sauropoda; Morrison Formation–Latest Jurassic), PeerJ PrePrints 15. Februar 2015 | doi:10.7287/peerj.preprints.838v1.
  3. Paul, G.S., The Princeton Field Guide to Dinosaurs, 2. Aufl., S. 233, Princeton University Press, 2016.

Literaturangaben

  1. Gough, Z., See the world’s biggest heart, bbc.com, 20. August 2015. Zurück zum Text.
  2. Davies, E, The world’s loudest animal might surprise you, bbc.com, 1. April 2016. Siehe auch Smith, C., Pistol packing … shrimp?! creation.com/pistol-packing-shrimp, 17. April 2012. Zurück zum Text.
  3. Pyenson, N.D. et al., Discovery of a sensory organ that coordinates lunge feeding in rorqual whales, Nature 485(7399):498–501, 2012 | doi:10.1038/nature11135. Zurück zum Text.
  4. Sarfati, J., Baleen whales have unique sensory organ, Creation 35(4):38–40, 2013; creation.com/baleen. Zurück zum Text.
  5. Bérubé, M. und Aguilar, A., A new hybrid between a Blue Whale, Balaenoptera musculus, and a Fin Whale, B. physalus: frequency and implications of hybridization, Marine Mammal Science 14(1):82–98, Januar 1998 | doi:10.1111/j.1748–7692.1998.tb00692.x. Beide haben Barten statt Zähnen. Es sind keine Hybriden zwischen Zahn- und Bartenwalen bekannt, und aufgrund ihrer unterschiedlichen Anatomie würde man nicht erwarten, dass eine einzige erschaffene Art jeweils Vertreter dieser beiden Arten enthält. Zurück zum Text.
  6. Siehe creation.com/speciation für weitere Artikel zu dem Thema. Zurück zum Text.
  7. Siehe Chapter 5, ‘Whale Evolution’ in Sarfati, J., Refuting Evolution, Creation Book Publishers, Powder Springs, GA, USA, 1999; creation.com/refuting-evolution-chapter-5-whale-evolution. Zurück zum Text.
  8. Klinghoffer, D., Now it’s whale hips: another icon of Darwinian evolution, vestigial structures, takes a hit, evolutionnews.org (eine Webseite des Discovery Institute, also Intelligent Design), 15. September 2015. Zurück zum Text.
  9. Batten, D., Die Evolution des Wals–eine Mogelpackung, Creation 36(4):34–35, 2014, creation.com/whale-evolution-fraud-german. Zurück zum Text.