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Beschäftigt sich CMI mit der Endzeit?

Die Antwort lautet: Ja und Nein!

von und
übersetzt von Markus Blietz

veröffentlicht am 3. September 2019
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Zuvor veröffentlicht im CMI Newsletter vom Februar 2019

Viele Leute schreiben uns und fragen nach der Position von CMI zur Endzeit. In den meisten Fällen wollen sie herausfinden, ob wir mit ihrer speziellen Ansicht darüber einverstanden sind, wann Christus wiederkommen wird, ob es eine Entrückung geben wird, und wie der Ablauf der Ereignisse sein wird. Natürlich ist die Sichtweise auf die Endzeit wichtig – sonst würde die Bibel nicht so viel Zeit darauf verwenden, uns davon zu erzählen. Nach unserer Erfahrung verwenden viele, die leidenschaftlich an der Eschatologie [d. h. der Lehre von den endzeitlichen Dingen; Anm. d. Übers.] interessiert sind und sich eine endgültige Meinung gebildet haben, diese Fragen oft als eine Art Lackmustest für die Orthodoxie von CMI und anderen Christen im Allgemeinen. Allein die Tatsache, dass aufrichtige, bibelgläubige Christen ein breites Spektrum an Ansichten vertreten können, sollte zeigen, wie schwierig es ist, diese Passagen endgültig zu interpretieren – schließlich haben wir es hier mit Fragen der Zukunft zu tun und vieles ist noch nicht geschehen!

Wir sind jedoch der Meinung, dass das Mandat von CMI darin besteht, sich darauf zu konzentrieren, die Grundlagen für eine biblische Sicht der Endzeit zu schaffen. Dies wiederum trifft den Kern dessen, was wir bezüglich der Ewigkeit erhoffen. Dazu müssen wir das Gesamtbild der Bibel bezüglich Schöpfung, Sündenfall, Erlösung und Wiederherstellung verstehen. Wenn dieses Gesamtbild nicht stimmt, wird man auch keine fundierte biblische Sicht auf die Endzeit haben können. Bitte lesen Sie deshalb die von uns zitierten Bibelstellen, denn diese sind die Elemente, die alle bibelbasierten Endzeitvorstellungen gemeinsam haben – und diese Bibelstellen gehören zum Gesamtbild.

Diese Erde wird vergehen

Vor dem in  1. Mose 3 beschriebenen Sündenfall war die Erde ein perfektes Paradies ohne Tod, Krankheit, Dornen und Fleischfresser. Adams Sünde brachte den Tod nicht nur über seine Nachkommen (uns alle), sondern auch über die ganze Welt. Die heutige Welt ist von dem globalen Urteil der Sintflut gekennzeichnet.  Römer 8, 22 erklärt uns:

„Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt.“ (Hervorhebung der Autoren)

Petrus sagt, dass die Welt auch in Zukunft noch einmal gerichtet werden wird – diesmal mit Feuer, nicht mit Wasser (2. Petrus 3, 10-14). Genau wie zur Zeit der globalen Sintflut wird die gesamte Erde zerstört. Aber diese Zerstörung wird den Weg für die endgültige Wiederherstellung der Erde ebnen. Das muss geschehen, denn eine aufgrund von Sünde verfluchte Erde, die die Zeichen des Gerichts trägt, ist kein geeignetes Zuhause für auferstandene, vervollkommnete Menschen. Für einige scheint dies übertrieben dramatisch zu sein. Aber bedenken Sie: Solange auch nur ein einziges Fossil im Boden bliebe, wäre es eine Erinnerung an Tod und Sünde, und auch an das Vermächtnis Satans auf der Erde, also muss die Auslöschung vollständig sein. So wie Gott unsere toten, zerstörten Körper auferweckt und sie zu perfekten Körpern wiederherstellt, die nie krank oder sterben werden, wird Gott die zerstörte Erde vollständig wiederherstellen.

Neuer Himmel und neue Erde

Selbst der Ausdruck „neuer Himmel und neue Erde“ deutet auf die Art der Wiederherstellung hin, auf die wir uns freuen. Die Bibel verwendet den Ausdruck „Himmel und Erde“, um damit umfassend über das gesamte physische Universum zu sprechen (1. Mose 1, 1). Wenn also die Bibel von einem neuen Himmel und einer neuen Erde spricht (2. Petrus 3, 13 Offenbarung 21-22), deutet sogar der Begriff darauf hin, dass sie ähnlich wie die ersten Himmel und die erste Erde sein werden – sonst müsste es einen anderen Begriff dafür geben.

„Neuer Himmel und neue Erde“ bedeutet also, dass wir uns ansehen sollten, was Gott ursprünglich für die physische Schöpfung vorgesehen hatte. Um zu verstehen wie die Dinge sein werden, müssen wir wissen, wie Eden war, bevor Adam sündigte. Eden war ein Bild des perfekten Paradieses, das Gott für die Menschen geschaffen hatte, um darin zu leben. Es war ein Ort, der besonders für Menschen geeignet war, um bequem darin zu leben und einfache, angenehme Arbeit zu verrichten (1. Mose 2, 15). In dem gut bewässerten Garten mit reichlich Nahrung wurden all ihre Bedürfnisse befriedigt. Das Beste von allem war, dass sie eine direkte, vertraute Gemeinschaft mit Gott hatten. Es gab keine Sünde, keinen Tod und keine Barriere zwischen den Menschen und Gott. Dies muss wieder so werden, und das ist sicherlich etwas, worauf wir uns alle freuen. So werden „der neue Himmel und die neue Erde“ eine Wiederherstellung der Dinge vor dem Sündenfall sein.

Eine „physische Wiederherstellung“?

Wenn die Menschen an den Himmel und unseren auferstandenen Zustand denken, stellen sich viele ein ätherisches oder geisterhaftes spirituelles Reich vor, in dem wir alle auf Wolken sitzen und Harfen spielen werden. Das verkennt jedoch Gottes Absichten, die Erde zu einem perfekten Zuhause für die Menschheit zu machen, und es verkennt Gottes Plan, das ursprünglich verlorene Paradies wiederherzustellen.

Jesu Mission war kein „Plan B“. Gott wird diese Welt nicht für einen ätherischen, spirituellen Zustand ausrangieren, den wir uns nicht vorstellen können. Er wird sie in einen Zustand zurückversetzen, der noch besser sein wird als die ursprüngliche Schöpfung, denn es wird nie mehr die Möglichkeit eines weiteren Sündenfalls geben. Es gibt viele gute Aspekte der gegenwärtigen Schöpfung, die wir auch in dieser gefallenen Welt schätzen und genießen können. Und viele der Dinge, die wir an dieser Erde lieben, sind Dinge, die wir auf der neuen, wiederhergestellten Erde auch wieder genießen werden. Wir werden geistliche und physische Körper haben (wir haben diese jetzt schon), sensorische Erfahrungen machen und in der Lage sein, die Schönheit der Schöpfung Gottes so zu schätzen, wie Er es immer beabsichtigt hat. Deshalb ist die Auferstehung Christi so wichtig. Christus wurde mit einem verherrlichten physischen Körper auferweckt, und es war derselbe Auferstehungsleib, den auch wir empfangen werden (1. Korinther 15).

Und der geistliche Leib?

Einige Leute denken, dass, wenn Paulus in  1. Korinther 15, 44  von einem „geistlichen Leib“ spricht, dies bedeute, dass wir einen nicht-physischen Körper haben werden. Dies missversteht jedoch, was Paulus meint. Wenn Paulus von „irdischen“ und „geistlichen“ Körpern spricht, bezieht er sich nicht darauf, woraus die Körper bestehen, sondern darauf, was die Wünsche der verschiedenen Leiber motiviert und antreibt.

Werden wir Zeit wahrnehmen?

Ein weiteres Missverständnis, das einige Leute haben, ist, dass wir in der Auferstehung keine Zeit erleben werden. Aber als geschaffene Wesen haben wir einen Anfang in der Zeit, und wir werden auch in der Auferstehung zeitgebunden bleiben. Wir werden Ereignisse nacheinander erleben, und obwohl es nicht sicher ist, wie wir die Zeit im Kontext einer ewigen Existenz messen werden, werden wir die Zeit erleben. Nur Gott ist außerhalb der Zeit. Wenn wir uns zum Beispiel darauf freuen, Gott anzubeten und ihm vorzusingen, gehört zur Musik die genaue Einhaltung der Zeit [bzw. des Takts; Anm. d. Übers.]. Wenn wir im neuen Jerusalem von einem Tor zum anderen gehen, wird es Zeit brauchen, dorthin zu gelangen.

Gottes ursprünglicher Plan kann nicht vereitelt werden

Die wiederhergestellte Erde muss wieder physisch sein, denn wenn Gott die physische Welt und zumindest das, was verloren ging, nicht wiederherstellt, dann würde Satan in gewissem Sinne „gewinnen“, weil er Gottes ursprünglichen Zweck bei der Erschaffung der Erde vereitelt hätte. Stattdessen wird Gott alles, was Satan getan hat, ausradieren, und Er wird die Schöpfung noch besser machen als je zuvor. Deshalb war die Auferstehung Christi so wichtig. Es vermittelt uns eine Ahnung davon, was Gott tun wird, wenn Christus wiederkommt. Nur der Schöpfer des Universums hat die Macht über den Tod.

Das Ende der Offenbarung gibt uns einen Einblick in das, was kommen wird. Eine Welt ohne Sünde, in der Gott wegen seiner Barmherzigkeit und Gnade gelobt und Jesus als Retter der Nationen verherrlicht wird. Diejenigen, die auf Christus vertraut haben, werden in herrlichen Körpern auferstehen, die nie krank oder sterben werden, um ein rechtschaffenes Leben in inniger Gemeinschaft mit unserem Schöpfer zu führen.

Kompromisse mit dem Schöpfungsbericht verursachen Probleme bei Betrachtung der Endzeit

Es ist absolut klar, dass  Offenbarung 21-22  „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ als die physische Wiederherstellung der Vollkommenheit Edens darstellt. Wenn Gottes ursprünglicher Plan Millionen von Jahren des Todes und des Leidens beinhaltet hätte, damit die Evolution voranschreiten hätte können – und Gott nannte seine Schöpfung „sehr gut“ – dann wäre die Idee einer „Wiederherstellung“ nicht wirklich etwas, worauf man sich freuen könnte. Wird Er abermals einen Prozess in Gang setzen, der Millionen von Jahren Leid und Tod bedeutet? In  Offenbarung 21, 1  steht:

„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen“.

Wie kann die Sichtweise von Millionen von Jahren biblisch konsistent sein, wenn Gott versprochen hat, dass es keinen Tod oder Schmerz mehr in den neuen Himmeln und auf der neuen Erde geben wird? Sogar theistische Evolutionisten, die an eine Jahrmillionen und Jahrmilliarden alte Welt glauben, halten an dieser Verheißung fest. Aber wie können sie dabei konsistent bleiben, wenn sie davon ausgehen, dass Gott einen von Leid und Tod gekennzeichneten Prozess, der Millionen und Milliarden Jahre dauerte, benutzte, um die Welt ursprünglich zu erschaffen?

Gott hat es schon einmal getan – er kann es wieder tun!

All diese Elemente sind allen christlichen Ansichten über die Eschatologie gemeinsam. Die Lehre der Schrift über die zukünftigen neuen Himmel und die neue Erde ist nur im Hinblick auf die in der Bibel beschriebenen großen Ereignisse von Schöpfung, Sündenfall, Erlösung und Wiederherstellung sinnvoll; vor allem dann, wenn man von einer wortwörtlich guten ursprünglichen Schöpfung ausgeht. Wenn Gott eine vollkommene Welt ohne Sünde oder Tod ursprünglich geschaffen hat, macht es Sinn, dass das Endziel die Wiederherstellung der Welt in einen Zustand vor der Sünde ist.

Ja und Nein“

In gewisser Weise ist die Eschatologie also Ziel des Dienstes von CMI – wir stellen die absolute Behauptung auf, dass das Ziel von Jesu Werk darin bestand, nicht nur die Gläubigen, sondern die gesamte physische Schöpfung wiederherzustellen. Und dies wird geschehen, wenn Er wiederkommt. Egal, was unterschiedliche Menschen über den genauen zeitlichen Ablauf der Ereignisse denken, oder wie man verschiedene Prophezeiungen zu interpretieren hat: Wenn man die biblischen Grundlagen richtig verstehen will, bedeutet das, dass wir uns alle auf den Tag freuen sollten, an dem wir mit unseren Auferstehungskörpern in Gegenwart unseres unglaublichen Schöpfers auf der wiederhergestellten Erde stehen werden.