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Luft im Gleichgewicht

von Dr Carl Wieland
übersetzt von Paul Mathis

Public domainalgalbloom
Vor der Südküste Englands sprießt in den 1990er Jahren eine Algenblüte.

Sauerstoff – schon das Wort allein malt Bilder von Pinienwäldern, schneebedeckten Berggipfeln und tiefen, frischen Atemzügen lebensspendender Luft vor das innere Auge. Wenn es zu wenig Sauerstoff in der Luft gäbe, würde fast alles ersticken. Man könnte meinen, dass man sich keine Sorgen um den Sauerstoffgehalt machen muss, denn Bäume und andere Pflanzen nutzen ständig die Energie des Sonnenlichts, um riesige Mengen dieses lebenserhaltenden Gases zu produzieren. Damit wird ausgeglichen, dass Tiere und Menschen Sauerstoff verbrauchen, um Nahrungsmittel zu Energie zu verbrennen.

Das ist korrekt, aber es gibt andere Mechanismen, die Sauerstoff aus der Luft entfernen. So werden beispielsweise durch die chemische Verwitterung (Oxidation) von Gesteinen auf der ganzen Welt große Mengen Sauerstoff entfernt. Wenn andererseits die Gesamtmenge an Sauerstoff, die von den Pflanzen ausgestoßen wird, so ansteigen würde, dass das Niveau in der Luft deutlich angehoben wäre, gäbe es eine Katastrophe anderer Art: Weil Sauerstoff der Teil der Luft ist, der sich mit anderen Stoffen verbindet, um diese zum Brennen zu bringen, würde die Welt von Feuerstürmen verwüstet werden.

Offensichtlich hat Gott die Erde so gestaltet, dass sie bis zur Zeit der Erschaffung eines neuen Himmels und einer neuen Erde für das Leben allgemein bewohnbar ist. Dies würde bedeuten, dass er Mechanismen eingerichtet hätte, um die Stabilität des Sauerstoffgehalts aufrechtzuerhalten, trotz Schwankungen der in die Atmosphäre freigesetzten oder aus ihr entnommenen Sauerstoffmengen. Und tatsächlich – in der Realität wird der Sauerstoffgehalt in einem ausgezeichneten Gleichgewicht gehalten und wird so weder zu niedrig noch zu hoch.

Die Arbeiten zweier amerikanischer Forscher (Philippe Van Cappellen und Ellery Ingall vom Georgia Institute of Technology in Atlanta bzw. der University of Texas in Austin) legen einige faszinierende Ansätze nahe, wie dies erreicht werden kann.1

Schwebende „Sauerstoff-Farmen“

Ein Großteil des Sauerstoffs der Erde wird unter Nutzung des Sonnenlichts von Algen produziert, die in der Nähe der Meeresoberfläche schwimmen. Auch wenn jedes dieser einzelligen Lebewesen winzig klein ist, gibt es auf jedem Quadratkilometer unvorstellbar viele davon. Zudem ist die Gesamtfläche der Meeresoberfläche riesig und stellt damit die Fläche aller Regenwälder der Erde weit in den Schatten.

Mit zunehmendem Sauerstoffgehalt der Luft wird auch das Oberflächenwasser sauerstoffreicher.

Doch was passiert, wenn es eine Episode intensiverer Verwitterung (Oxidation) von Gesteinen gibt (wie sie in Verbindung mit der Sintflut und den nach-sintflutlichen Ereignissen der Gebirgsbildung vorhanden wäre) und dadurch mehr Sauerstoff aus der Luft entzogen wird? Durch dieselbe Verwitterung werden auch zusätzliche Mengen Phosphor freigesetzt, der ein lebenswichtiger Nährstoff für Meeresalgen ist und für den es keine andere Quelle gibt. Daraufhin „blühen“ die Algen (d. h. sie vermehren sich schnell) und erzeugen so zusätzlichen Sauerstoff.2

Und was ist, wenn zu viele Algen zu wachsen drohen? Mit zunehmendem Sauerstoffgehalt der Luft wird auch das Oberflächenwasser sauerstoffreicher. Durch die Zirkulation zum Meeresgrund stimuliert es Sauerstoff verbrauchende Bakterien, die in den Sedimenten des Meeresbodens leben. Diese binden Phosphor aus dem Meerwasser und speichern ihn in den Sedimenten. Weniger Phosphor dezimiert die Oberflächenalgen, wodurch die Sauerstoffproduktion reduziert wird.

Designte Regelung

Wenn der Sauerstoffgehalt wieder zu niedrig wird, wird diese bakterielle Aktivität gedrosselt, so dass Phosphor aus den Sedimenten wieder in das Meerwasser entweichen kann und die Sauerstoffproduktion wieder angekurbelt wird.

Dieses Gleichgewicht zwischen der Bindung und der Abgabe von Phosphor hängt komplett von der Aktivität der kleinsten und bescheidensten Kreaturen ab, die in der Dunkelheit des Meeresbodens leben. Dennoch sieht es so aus, als ob es die entscheidende Komponente dafür ist, dass das Leben weitergehen kann, bis Er kommt. Etwas, worüber man nachdenken sollte, wenn man seinen nächsten tiefen Atemzug an frischer Luft einatmet.

Referenzen und Anmerkungen

  1. How the seabed saves the world(Wie der Meeresboden die Welt rettet), New Scientist, Februar 1996. Zurück zum Text.
  2. Dies ist für die Schöpfungswissenschaftler aus einem anderen Grund von Interesse. Kreideschichten (z.B. die Kreidefelsen von Dover) sind die Überreste winziger Meerestiere, einschließlich Algen. Zum Zeitpunkt der Sintflut hätte die beispiellose Erosion riesige Mengen an Phosphor in das Wasser freigesetzt. Dies hätte zu einer massiven Algenblüte beigetragen und damit geholfen, diese Kreideschichten in einem sintflut-geologischen Kontext zu erklären. (Siehe auch Snelling, A., Can Flood Geology Explain Thick Chalk Layers? [Kann die Sintflutgeologie dicke Kreideschichten erklären?], J. Creation 8(1):11-15, 1994.) Zurück zum Text.

Helpful Resources

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