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Creation  Volume 36Issue 1 Cover

Creation 36(1):35–37
January 2014

Arguments for evolution?
by Dr Don Batten

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Bones of Contention, revised and updated
by Marvin Lubenow

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Der 1%-Mythos

Die DNS von Mensch und Schimpanse ist sehr unterschiedlich

von
übersetzt von

human-chimp
Warum hält sich der Mythos, dass die DNS von Mensch und Schimpanse sich nur um 1% unterscheiden, wenn die Differenz doch 30% beträgt?
(Quelle: Monkey man © Istockphoto.com/mattjeacock)

Man trifft immer noch häufig die Aussage, dass die DNS von Mensch und Schimpanse „fast identisch“ sei; es gäbe nur 1% Unterschied, wird behauptet. Zum Beispiel heißt es in einem Bericht über die DNS-Sequenzierung der Bonobo-Schimpansenart aus dem Jahr 2012:

„Seitdem Forscher das Genom des Schimpansen im Jahr 2005 sequenziert haben, ist bekannt, dass wir Menschen über 99% unserer DNS mit Schimpansen teilen, was sie zu unseren nächsten lebenden Verwandten macht.“1

Diese Aussage stammt nicht von einer Quelle mit schlechtem Ruf, sondern von den Herausgebern der Zeitschrift Science, veröffentlicht von der American Association for the Advancement of Science [Amerikanische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft, Anm. d. Übers.]. Science gehört zu den beiden renommiertesten wissenschaftlichen Zeitschriften weltweit (die andere Zeitschrift heißt Nature und wird in Großbritannien verlegt).

Die ursprüngliche Behauptung von 1% Unterschied geht auf das Jahr 1975 zurück.2 Das war lange bevor ein direkter Vergleich der einzelnen „DNS-Buchstaben“ (Basenpaare) von Mensch und Schimpanse möglich war. Die erste grobe Skizze der menschlichen DNS wurde erst im Jahr 2001 veröffentlicht, und die des Schimpansen erst 2005. Die Zahl von 1975 ergab sich aus einem groben Vergleich von sehr begrenzten DNS-Teilstücken von Mensch und Schimpanse, die aufgrund ihrer Ähnlichkeit vorher ausgewählt worden waren. Die beiden DNS-Teilstücke wurden dann dahingehend geprüft, wie stark sie sich aneinander anlagerten. Diese Methode heißt DNS-Hybridisierung.

Wäre ein Unterschied von 1% „fast identisch“?

Das menschliche Genom hat etwa 3 Milliarden „Buchstaben“. Falls die Angabe von 1% richtig wäre, ergäben sich daraus 30 Millionen unterschiedliche Buchstaben – das entspricht 10 Büchern vom Umfang der Bibel. Anders ausgedrückt ist das 50 mal so viel DNS wie in dem einfachsten Bakterium.3 Dies ist in der Tat ein riesiger Unterschied, und er übersteigt die Möglichkeiten selbst der optimistischsten evolutionären Szenarien, sogar dann, wenn die beanspruchten Millionen von Jahren zugestanden werden.4

Was ist der wirkliche Unterschied?

Die Veröffentlichung der DNS-Sequenzen von Mensch und Schimpanse haben einen Vergleich ermöglicht. Aber auch der ist problematisch, weil das Genom des Schimpansen nicht von Grund auf neu entschlüsselt wurde. Stattdessen wurden nur kurze Stränge der Schimpansen-DNS sequenziert; das heißt, die Reihenfolge der chemischen Buchstaben (Basenpaare) wurde unter Verwendung von chemischen Verfahren in Laboratorien bestimmt. Diese kurzen „Buchstaben“-Stränge wurden dann mit dem menschlichen Genom zur Deckung gebracht, und zwar genau dort, wo die Evolutionisten sie vermuteten (unter Verwendung von Computern, um die Segmente zu vergleichen und richtig zu positionieren). Dann wurde das menschliche Genom entfernt, sodass ein Pseudo-Schimpansen-Genom übrig blieb, bei dem man eine gemeinsame Abstammung vorausgesetzt hatte (d.h. Evolution). So wurde eine Mischlings-Sequenz erzeugt, die nicht realistisch ist. Wenn man von Evolution ausgeht, und dann unter dieser Annahme das Schimpansen-Genom rekonstruiert, wird es dem menschlichen Genom mehr ähneln, als es tatsächlich der Fall ist. Aber selbst unter diesen evolutionistischen Annahmen sind die wirklichen Unterschiede viel größer als 1%.

Im Jahr 2007 wurde in der Zeitschrift Science ein Artikel über die Ähnlichkeit der DNS von Mensch und Schimpanse unter dem Titel „Relative differences: the myth of 1%”2 veröffentlicht [„Relative Unterschiede: der 1%-Mythos“, Anm. d. Übers.]. Der Autor Jon Cohen beanstandete, dass der 1%-Wert nach wie vor verwendet wurde, wobei er Vergleichsstudien aus der Zeit nach der Veröffentlichung der oben genannten Grobskizze der Schimpansen-DNS zitierte, die einen Unterschied von etwa 5% festgestellt hatten. Und doch wird der 1%-Mythos sogar noch im Jahr 2012 in derselben Zeitschrift fortgesetzt.

Dr. Jeffrey Tomkins und Dr. Jerry Bergman haben im Jahr 2012 die veröffentlichten Studien über den Vergleich der menschlichen DNS mit der des Schimpansen überprüft und gezeigt, wie falsch die 1%-Behauptung ist.5 Wenn die gesamte DNS berücksichtigt wird und nicht nur vorselektierte Teile, kommen sie zu dem Schluss, dass

„man sicher schließen kann, dass die Übereinstimmung der DNS des Menschen und des Schimpansen nicht mehr als ~87%, und möglicherweise sogar nicht mehr als 81% beträgt.“

Mit anderen Worten, die Unterschiede sind riesig, möglicherweise größer als 19%. Tatsächlich erstellte Dr. Tomkins einen eigenen gründlichen Vergleich, und fand einen Unterschied von ~30%.6 Auch die Y-Chromosomen, die nur beim männlichen Geschlecht vorhanden sind, unterscheiden sich radikal, im Gegensatz zu den Erwartungen der Evolutionisten.7

Der Vergleich von zwei komplexen Genomen ist ziemlich schwierig. Es müssen Annahmen über die Bedeutung der verschiedenen Teile der DNS und Annahmen über die Signifikanz der unterschiedlichen Abweichungen getroffen werden. Was tun Sie z.B. mit menschlichen Genen, die beim Schimpansen fehlen und umgekehrt? Die Tendenz war bisher, sie zu ignorieren und nur ähnliche Gene miteinander zu vergleichen.

Viele Vergleiche haben nur die Protein-kodierenden Gene berücksichtigt (sie machen nur 1,2% der DNS aus, und viele Protein-kodierenden Gene, die gemeinsam genutzt werden, sind in der Tat ziemlich ähnlich8), unter der Annahme, dass der Rest der DNS „nicht wichtig“ oder sogar „Schrott“ sei. Allerdings ist diese Ansicht nicht mehr haltbar; denn fast die gesamte DNS hat wahrscheinlich eine Funktion, im Gegensatz zu den Erwartungen der Evolutionisten.9 Aber selbst wenn die „Schrott“-DNS keine Funktion hätte, sind die Unterschiede hier viel, viel größer als in den Protein-kodierenden Regionen, und müssen bei der Beurteilung der Unterschiede miteinbezogen werden. Wir sind nicht zu 99% identisch, nicht einmal annähernd.

Was würde eine gewisse prozentuale Ähnlichkeit beweisen?

Eine Vorhersage über die prozentuale Ähnlichkeit der Genome von Mensch und Schimpanse hätten weder Evolutionisten noch Kreationisten machen können (und haben es auch nicht getan), bevor sie berechnet wurde. Mit anderen Worten, ganz gleich ob sie 99%, 95%, 70%, oder was auch immer wäre, Evolutionisten würden gemeinsame Abstammung beanspruchen, und wir Kreationisten würden gemeinsames Design sehen. Was die Implikationen dieser Daten angeht, haben wir es nicht mit harter Wissenschaft zu tun, die durch Experimente nachgewiesen werden kann; jeder leitet seine eigene Bedeutung auf Basis der persönlichen Weltanschauung ab.

Wie auch immer – je größer der Unterschied zwischen Affen und Menschen, desto größer ist das Problem, es im evolutionären Zeitrahmen erklären zu wollen. So haben die Evolutionisten guten Grund, die Unterschiede verharmlosen zu wollen.

Der Mythos bleibt

Der Vergleich ganzer Genome hat viel größere Unterschiede als 1% ergeben, und doch bleibt der Mythos von 1% bestehen. Warum? Weshalb hielt Science den Mythos bis ins Jahr 2012 [und darüber hinaus, Anm. d. Übersetzers] aufrecht? Im Jahr 2007 zitierte Cohen den Genetiker Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Deutschland: „Letztendlich ist es eine politische, soziale und kulturelle Frage, wie wir unsere Unterschiede sehen.“2

Lassen also Evolutionisten vielleicht den 1%-Mythos deshalb nicht fallen, weil es einem politischen, sozialen und kulturellen Zweck dient? Und was wäre dieser Zweck anderes, als die klare Schlussfolgerung aus DNS-Vergleichen zu leugnen, nämlich dass Menschen und Schimpansen sehr unterschiedlich sind? Der Ähnlichkeits-Mythos wurde dazu verwendet, um die Behauptung zu stützen, dass der Mensch keine bevorzugte Stellung in der Welt einnähme – und sogar für die Idee, Schimpansen Menschenrechte zu gewähren.10

Der große Unterschied in den Genomen zwischen Mensch und Schimpanse passt nicht zu den evolutionistischen Erwartungen, aber er steht im Einklang damit, dass wir von den Tieren separat erschaffen wurden. Gott bildete den ersten Menschen – einen Mann – aus Staub (1. Mose 2,7) und die erste Frau aus seiner Rippe (1. Mose 2,22), nicht aus einer affenähnlichen Kreatur. Menschen wurden, im Gegensatz zu anderen Lebewesen, als eine spezielle Schöpfung nach dem Bild Gottes geschaffen (1. Mose 1,26-27). Dieses Bild ist nicht verloren gegangen, sondern wurde durch den Sündenfall entstellt.11 Gott erschuf den Menschen zu einem ganz bestimmten Zweck – das war von Anfang an so, und wird es auch in Ewigkeit bleiben.

Literaturhinweise und Anmerkungen

  1. Gibbons, A., Bonobos join chimps as closest human relatives, Science Now, 13 June 2012; news.sciencemag.org. Zurück zum Text. Zurück zum Text.
  2. Cohen, J., Relative differences: the myth of 1%, Science 316(5833):1836, 2007; doi: 10.1126/science.316.5833.1836. Zurück zum Text.
  3. Der Parasit Mycoplasma genitalium hat 521 Gene (wovon 482 Protein-kodiert sind) aus 582970 ‘Buchstaben’; Fraser, C.M. et al., The minimal gene complement of Mycoplasma genitalium, Science 270(5235):397–403, 1995; doi:10.1126/science.270.5235.397. Zurück zum Text.
  4. Batten, D., Haldane’s dilemma has not been solved, J. Creation 19(1):20–21, 2005; creation.com/haldane. Zurück zum Text.
  5. Tomkins, J. and Bergman, J., Genomic monkey business—estimates of nearly identical human-chimp DNS similarity re-evaluated using omitted data, J. Creation 26(1):94–100, April 2012; creation.com/chimp. Zurück zum Text.
  6. Tomkins, J., Comprehensive analysis of chimpanzee and human chromosomes reveals average DNS similarity of 70%, Answers Research Journal 6(1):63–69, Feb. 2013; answersingenesis.org. Zurück zum Text.
  7. Catchpoole, D., Y chromosome shock, Creation 33(2):56, 2011; creation.com/chimp-y. Zurück zum Text.
  8. Viele Proteine sind bei vielen Arten sehr ähnlich, deshalb führt ein Vergleich von lediglich Protein-kodierter DNS zu einer künstlichen Ähnlichkeit. Histone, die in der Chromosomenstruktur vorkommen, und Osteocalcin, ein Knochen-Protein, sind in vielen Lebewesen nahezu identisch. Die Unterschiede der Arten scheinen eher in der nicht Protein-kodierten DNS zu liegen, die die genaue Menge und den Zeitpunkt der Herstellung von Proteinen steuert. Siehe Carter, R., Splicing and dicing the human genome, 1 July 2010; creation.com/splicing. Zurück zum Text.
  9. Batten, D., Dazzling DNS, Creation 35(1):38, January 2013. Zurück zum Text.
  10. Cosner, L., Going ape about human rights: Are monkeys people, too? creation.com/goingape, 9 July 2008. Zurück zum Text.
  11. Cosner, L., Broken images, Creation 34(4):46–48, 2012. Zurück zum Text.

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