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Eine Neubetrachtung des Problems alter Landformen

von
übersetzt von Markus Blietz

15243Kangaroo-Island
Abbildung 1. Die bemerkenswerte Ero­si­ons­flä­che auf Kangaroo Island, Südaustralien, süd­west­lich von Adelaide, die schon seit mehr als 150 Millionen Jahren existieren soll.

Es erscheint seltsam, dass Twidale [ein australischer Geomorphologe bzw. Landformenkundler; Anm. d. Übers.] drei ähnliche Artikel über ältere Landformen geschrieben hat, in denen er versucht, andere Geomorphologen davon zu überzeugen, dass diese Landformen in der Tat außergewöhnlich alt seien. Der erste Artikel von Twidale stammt aus dem Jahr 1976,1 in dem er argumentierte, dass Landformen Dutzende bis Hunderte von Millionen Jahren alt sein könnten. Dies stand im Gegensatz zur landläufigen Meinung, die Thornbury 1954 formulierte:

„Wenig von der Topographie der Erde ist älter als das Tertiär [Paläogen und Neogen], und das meiste davon ist nicht älter als das Pleistozän.“2

Twidale griff das Problem 1998 erneut auf,3 packte die Argumente erneut aus und diskutierte das Problem 2016 weiter, wobei er sich auf Australien konzentrierte.4 Leider sind trotz dieser neueren Veröffentlichungen seit 1976 kaum neue Informationen hinzugekommen. Warum also ist er über 40 Jahre hinweg hartnäckig geblieben? Sein Hauptgrund scheint zu sein, dass sehr alte Landformen, wie z. B. Planationsflächen und Inselberge, dem uniformitaristischen Prinzip widersprechen, aber dennoch existieren.

Moderne Erosionsraten sind zu hoch

Nach dem uniformitaristischen Prinzip sind die heutigen Erosionsraten um mehrere Größenordnungen zu hoch, als dass die Landformen bis zum heutigen Tag überleben hätten können.5 Die Erosionsraten hängen hauptsächlich vom Klima und Relief ab und variieren erheblich, wobei die höchsten Erosionsraten in Hochgebirgen mit hohen Niederschlägen auftreten. In einem Bergkessel in Taiwan wurde beispielsweise eine Erosionsrate von 2,65 bis 5,17 mm/Jahr gemessen.6 Aber auch in trockenen Gebieten wie Süd- und Zentralaustralien liegen die Erosionsraten bei 5 bis 35 mm/1.000 Jahre.7 Die durchschnittliche Erosionsrate auf dem Globus beträgt mehr als 40 mm/1.000 Jahre.5 Bei der derzeitigen Erosionsrate würden alle Kontinente in 10 Millionen Jahren auf den Meeresspiegel heruntererodiert werden, wenn man das gegenwärtige Abfließen der Flüsse in die Ozeane zugrunde legt.8 Selbst unter Berücksichtigung einiger die Erosion verlangsamender Prozesse haben mehrere säkulare Geologen abgeschätzt, dass alle Kontinente in weniger als 50 Millionen Jahren völlig abgeflacht worden wären.

Trotz Twidales Veröffentlichungen scheinen daher viele Geomorphologen immer noch nicht zu glauben, dass die Landformen so alt sind. In der Tat beklagte Twidale in einem Artikel aus dem Jahr 2016:

„Daher die fast universelle Ansicht, dass mit Ausnahme von exhumierten Formen nur wenige Landschaftsmerkmale vor dem späten Känozoikum [d. h. Miozän, Pliozän, Pleistozän und Holozän in der geologischen Zeitskala] liegen.“9

Twidale glaubt jedoch, dass diese Landformen viel älter sind als das späte Känozoikum.

Warum sind Landformen so „alt“?

Radiometrische und fossile Altersbestimmungen sind in erster Linie das, worauf Twidale und andere Geomorphologen und Geologen hinweisen, wenn sie behaupten, dass eine Landform sehr alt ist – unter den säkularen Wissenschaftlern sind große Zeitalter offenbar noch heiliger als ihr Uniformitarismus. Viele dieser sogenannten „sehr alten“ Landformen befinden sich in Australien.10,11,12 Einige Planationsflächen in Australien, die nicht (während der Sintflut) exhumiert bzw. an die Oberfläche gebracht wurden, sind seit dem Paläozoikum oder Mesozoikum flach geblieben. So soll die Planationsfläche auf Kangaroo Island, Südaustralien (Abbildung 1), über 150 Millionen Jahre alt sein.13 Ollier behauptet, das Kimberley Plateau im Nordwesten Australiens sei eine superalte Planationsfläche präkambrischen Alters, älter als 540 Millionen Jahre.14 Solche alten Planationsflächen gibt es auch in anderen Teilen der Welt:

„Oberflächen und Landformen aus frühester känozoischer und mesozoischer Zeit [~50-250 Millionen Jahre] existieren in vielen Teilen der Welt.“15

Twidale und Campbell führen weiter aus:

„Anders formuliert sollte es in geologischer Hinsicht gar keine Landformen oder Landoberflächen geben, die älter sind als das Oligozän [ca. 30 Millionen Jahre] und sicherlich nicht älter als das Kainozoikum [weniger als 65 Millionen Jahre], nicht einmal in Gebieten, die entsprechend dem Modell des Rückgangs von Steilhängen erodiert wurden.“15

Wie konnten diese Landformen so viele Äonen überleben, wenn sie doch heute mit relativ hoher Geschwindigkeit erodieren? Man könnte behaupten, dass die kontinuierliche Hebung Gebirgszüge verjüngt, aber das würde nicht die Erhaltung alter Planationsflächen oder Inselberge erklären, die weiter erodiert wären. Da viele Gebirgszüge immer noch Planationsflächen auf den Berggipfeln aufweisen,16,17 ist die Verjüngung keine plausible Erklärung!

Gibt es irgendwelche neue Ideen, wie die Landformen erhalten blieben?

Ich habe in früheren Artikeln bereits verschiedene Mechanismen diskutiert, die möglicherweise die Erosionsraten an der Oberfläche verringern könnten. Dazu gehören ein widerstandsfähiges Deckgestein, ein trockenes Klima und die Konservierung durch Gletscher. Ich habe allerdings bereits darauf hingewiesen, dass selbst innerhalb des Langzeit-Paradigmas das heute meist trockene Klima Australiens in der Vergangenheit nicht immer so war.18

Nach der Plattentektonik befand sich Australien nämlich früher in den feuchten, mittleren Breiten, wo die Erosion schneller gewesen wäre. Twidale und andere suchen jedoch weiterhin nach Erhaltungsmechanismen und glauben, dass die Altersangaben sicher sind und es eine Erklärung dafür geben muss, warum die Landformen immer noch existieren:

„Dennoch sind viele Landschaftsmerkmale, die mehrere zehn Millionen oder sogar ein paar hundert Millionen Jahre alt sind, immer noch unerklärlich. Andererseits kann man argumentieren, dass, da diese Landformen ja existieren, sie irgendwie möglich sein müssen.“19

Hier handelt es sich um einen typischen Zirkelschluss, der die erwartete Antwort bereits als wahr annimmt.

In einem jüngeren Artikel scheint Twidale nun sogar die erodierende Wirkung von Flüssen und Bächen herunterspielen zu wollen:

„Drittens sind Flüsse, obwohl sie bei der Gestaltung der Landoberfläche sehr aktiv sind, per se nicht so effektiv, wie angenommen wurde (z.B. Baker, 1988).“20

Er hält an der Idee von widerstandsfähigem Gestein an Wasserscheiden fest, übersieht aber die Konsequenzen, nämlich, dass eine langsame Erosion an diesen Stellen nur die Landformen der Bergrücken länger erhalten würde. Das hilft aber nicht bei der Erhaltung vieler anderer Landformen, wie z. B. der Planationsflächen und Inselberge, die in Afrika und Australien weit verbreitet sind.

Schlagkräftige, objektive Beweise gegen das Langzeit-Paradigma

Die angeblich „sehr alten“ Landformen, vor allem die Planationsflächen und Inselberge, sind nach wie vor ein objektiver Beweis dafür, dass die Glaubwürdigkeit radiometrischer und fossiler Datierungen stark übertrieben wird.18 Bei den heutigen Erosionsraten dürfte es innerhalb der uniformitaristischen Zeitskala keine Planationsflächen geben, die älter als einige hunderttausend bis wenige Millionen Jahre sind. Dieses Ergebnis bestätigt, was Schöpfungswissenschaftler schon seit Jahren sagen, nämlich, dass an „Datierungen“, die in die Millionen und Milliarden von Jahren gehen, etwas ernsthaft falsch ist. Dies stimmt mit dem RATE-Projekt (Radioisotopes and the Age of The Earth) überein, das gezeigt hat, dass radioaktive Altersangaben ernsthafte theoretische Probleme haben, und das vorschlägt, dass es eine Periode des beschleunigten radioaktiven Zerfalls während der letzten ca. 6.000 Jahre der biblischen Erdgeschichte gab.21,22 Der Ursprung von Landformen, die mit dem Uniformitarismus schwer, wenn nicht gar unmöglich zu erklären sind, kann jedoch leicht durch das Abfließen des Wassers der Sintflut erklärt werden.23,24

Literaturangaben

  1. Twidale, C.R., On the survival of paleoforms, American J. Science 276:77–95, 1976. Zurück zum Text.
  2. Thornbury, W.D., Principles of Geomorphology, John Wiley & Sons, New York, p. 26, 1954. Zurück zum Text.
  3. Twidale, C.R., Antiquity of landforms: an ‘extremely unlikely’ concept vindicated, Australian J. Earth Sciences 45:657–668, 1998. Zurück zum Text.
  4. Twidale, C.R., Enigmatic Mesozoic paleoforms revisited: the Australian experience, Earth-Science Reviews 155:82–92, 2016. Zurück zum Text.
  5. Reed, J.K. and Oard, M.J., Not enough rocks: the sedimentary record and deep time, Journal of Creation 31(2):84–93, 2017. Zurück zum Text.
  6. Chen, U.-C., Change, K.-T, Lee, H.-Y., and Chiang, S.-H., Average landslide erosion rates at the watershed scale in southern Taiwan estimated from magnitude and frequency of rainfall, Geomorphology 228:756–764, 2015. Zurück zum Text.
  7. Summerfield, M.A., Global Geomorphology, Longman Scientific & Technical and John Wiley & Sons, New York, p. 396, 1991. Zurück zum Text.
  8. Roth, A.A., Origins: Linking science and Scripture, Review and Herald Publishing Association, Hagerstown, MD, pp. 263–266, 1998. Zurück zum Text.
  9. Twidale, ref. 4, p. 83. Zurück zum Text.
  10. Twidale, C.R., The great age of some Australian landforms: examples of, and possible explanations for, landscape longevity; in: Widdowson, M. (Ed.), Palaeosurfaces: Recognition, reconstruction and palaeoenvironmental interpretation, Geological Society of London Special Publication No. 120, Geological Society of London, London, pp. 13–23, 1997. Zurück zum Text.
  11. Oard, M.J., Are those ‘old’ landforms in Australia really old? J. Creation 10(2):174–175, 1996. Zurück zum Text.
  12. Oard, M.J., Australian landforms: consistent with a young earth, J. Creation 12(3):253–254, 1998. Zurück zum Text.
  13. Twidale, C.R. and Bourne, J.A., Episodic exposure of inselbergs, GSA Bulletin 86:1473–1481, 1975. Zurück zum Text.
  14. Ollier, C.D., The Kimberly Plateau, Western Australia: a Precambrian erosion surface, Zeitschrift für Geomorphologie N.F. 32:239–246, 1988. Zurück zum Text.
  15. Twidale, C.R. and Campbell, E.M., Australian Landforms: Understanding a low, flat, arid and old landscape, Rosenberg Publishing Pty Ltd, New South Wales, Australia, p. 188, 2005. Zurück zum Text.
  16. Calvet, M., Gunnell, Y., and Fariness, B., Flattopped mountain ranges: their global distribution and value for understanding the evolution of mountain topography, Geomorphology 241:255, 2015. Zurück zum Text.
  17. Oard, M.J., The uniformitarian puzzle of mountaintop planation surfaces, J. Creation 30(2):9–10, 2016. Zurück zum Text.
  18. Oard, M.J., Antiquity of landforms: objective evidence that dating methods are wrong, J. Creation 14(1):35–39, 2000. Zurück zum Text.
  19. Twidale and Campbell, ref. 15, p. 286. Zurück zum Text.
  20. Twidale, ref. 4, p 89. Zurück zum Text.
  21. Vardiman, L., Snelling, A.A., and Chaffin, E.F. (Eds.), Radioisotopes and the Age of the Earth: A young-earth creationist research initiative, Institute for Creation Research and Creation Research Society, Dallas, TX, and Chino Valley, AZ, 2000. Zurück zum Text.
  22. Vardiman, L., Snelling, A.A., and Chaffin, E.F. (Eds.), Radioisotopes and the Age of the Earth: Results of A young-earth creationist research initiative, Institute for Creation Research and Creation Research Society, Dallas, TX, and Chino Valley, AZ, 2005. Zurück zum Text.
  23. Oard, M.J., Flood by Design: Receding Water Shapes the Earth’s Surface, Master Books, Green Forest, AR, 2008. Zurück zum Text.
  24. Oard, M.J., (ebook), Earth’s Surface Shaped by Genesis Flood Runoff, 2013; michael.oards.net/​GenesisFloodRunoff.htm. Zurück zum Text.