Also Available in:

Das Fermi-Paradoxon

Wenn Evolution wirklich überall im Universum stattgefunden hat, wo sind dann alle?

von
übersetzt von Paul Mathis 

wikipedia.orgfermi
Enrico Fermi (1901–1954)

In den 1950er Jahren stellte der Nobelpreisträger und Pionier der Kernenergie, Enrico Fermi, einige einfache Fragen, während er am Los Alamos-Kernforschungszentrum in Neumexiko arbeitete: Sind wir die einzige technologisch fortgeschrittene Zivilisation im Universum, und wenn nicht, wo sind dann die anderen? Wieso haben wir keinerlei Spuren von außerirdischem Leben gefunden, wie z. B. Sonden oder Funkwellen? Wieso haben wir nicht ihre Hinterlassenschaften auf der Erde oder in unserem Sonnensystem gefunden?

Zu wenig gesucht wurde jedenfalls nicht. Im Jahr 1960 startete der Astronom Frank Drake das Projekt OZMA (benannt nach der Prinzessin Ozma in der Geschichte Der Zauberer von Oz). Dies war die erste organisierte Suche nach Radiosignalen von intelligenten Außerirdischen. Er entwickelte auch eine binär verschlüsselte Nachricht, die bei der richtigen Entschlüsselung ein Bild ergeben sollte. Drake verfasste die erste interstellare Nachricht, die über Radiowellen von unserem Planeten an eventuell vorhandene außerirdische Zivilisationen versandt wurde. Diese Nachricht ist bekannt als die Arecibo-Botschaft vom November 1974. Seine Botschaft findet sich auch auf den Tafeln der Raumsonden Pioneer 10 und Pioneer 11 und auf einer Audioaufzeichnung im „Voyager“-Raumschiff – nur für den Fall, dass angebliche Außerirdische eines dieser Raumfahrzeuge abfangen sollten.

Im Jahr 1995 wurde mithilfe von privaten Fördergeldern das Projekt Phoenix gestartet, und SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence, übersetzt „Suche nach außerirdischer Intelligenz“) wurde gegründet. Seit dem Projekt Ozma wurde in 60 verschiedenen Projekten das Universum mit mehreren Millionen Radiofrequenzen pro Sekunde 50 Jahre lang von der SETI-Organisation abgesucht. Und wie viele „ETs“ (ET steht im Englischen als Abkürzung für extra terrestrial = Außerirdischer, Anm. d. Übers.) haben sie dabei beim „nach Hause Anrufen“ erwischt? Keinen einzigen!

Der letztendliche Grund, weshalb so viel Zeit und Geld für solche Suchaktionen aufgewendet wird, ist der Glaube an Evolution. Wenn das Leben hier auf der Erde sich zufällig entwickelt hat, dann muss es sich – angesichts des mutmaßlich hohen Alters des Universums – unzählige Male entwickelt haben. Außerdem wird angenommen, dass unser Sonnensystem mit 4,6 Milliarden Jahren relativ jung ist, weniger als halb so alt wie das Universum. Es könnte also viel ältere Planeten geben, die aufgrund ihres höheren Alters auch weiter fortgeschrittene außerirdische Rassen beherbergen könnten.

Ups! Entschuldige, Nachbar … oder doch nicht?

Fermi schlug auch vor (nicht unvernünftigerweise, sondern basierend auf seinen evolutionistischen Annahmen), dass intelligente Außerirdische neugierige Entdecker wären, genau wie wir. In einem 14 Milliarden Jahre alten Universum, meinte er, sollte zumindest für die allererste fortgeschrittene Rasse mehr als genug Zeit gewesen sein, um Raumschiffe zur Kolonisierung fremder Planeten auszusenden. Selbst wenn eine einzige Kolonisierung eines neuen Planeten eine Million Jahre in Anspruch nehmen würde (wobei mehrere Generationen von Entdeckern sich ablösen könnten), könnte die neue Kolonie nach ihrer Etablierung ihrerseits eine weitere Expedition aussenden. Auch die Ursprungskolonie könnte alle Million Jahre eine weitere Kolonisierung durchführen. Auf diese Weise würde sich die Anzahl der Kolonien im Universum in einer Million Jahren verdoppeln. Nach zehn Millionen Jahren gäbe es 1023 außerirdische Kolonien, und nach 20 Millionen Jahren eine Million. Bei dieser Vermehrungsrate gäbe es nach 40 Millionen Jahren eine Billion Zivilisationen. Nach 14 Milliarden Jahren würden die außerirdischen Zivilisationen im Universum förmlich übereinander stolpern. Und dieses Szenario geht nur von einer einzigen intelligenten Rasse aus.1 Das Problem würde weiter verstärkt, wenn intelligentes Leben sich unabhängig auf mehreren Planeten entwickelt hätte.

Dies ist ein nagendes Problem für diejenigen, die an den Urknall und die Evolution des Lebens auf der Erde glauben. Moderne Weltraumagenturen geben zu, dass sie bis heute nicht die geringsten Anzeichen von intelligentem außerirdischem Leben finden konnten. Wie das Magazin National Geographic nach einem Interview mit Seth Shostak, dem leitenden Astronom von SETI berichtete, „haben er und seine Kollegen niemals einen Beweis dafür gefunden, dass irgendjemand … oder irgendetwas … ‚da oben‘ versucht, Kontakt aufzunehmen.“2

Natürlich könnten Agenturen wie SETI entgegensetzen, dass dies gewissermaßen ein Strohmann-Argument ist. Immerhin ist das Universum ein riesiger Ort. Auch wenn sie schon lange suchen, könnten sie darauf hinweisen, dass sie erst einen Bruchteil des bekannten Universums abgesucht haben.

Eine evolutionistische Vorhersage löst sich auf

Dieses Problem stellt eine echte Herausforderung für SETI und andere Wissenschaftler dar. Wenn das Universum Milliarden Jahre älter ist als die Erde, dann hat intelligentes Leben mehr als genug Zeit gehabt, sich auch anderswo zu entwickeln. Warum also ist der Äther nicht von ihrer Kommunikation erfüllt? Shostak von SETI schlug eine Antwort vor:

„Die gängige Vorstellung ist, dass es eine Art von weichen, knuffigen Aliens gibt, wie man sie in den Filmen sieht – nur ein wenig weiter fortgeschritten als wir, sodass wir sie finden können. Aber die Galaxie [unsere Milchstraße] ist zwei- bis dreimal so alt [wie die Erde], also wird es da draußen Gesellschaften geben, die uns Millionen von Jahren, wenn nicht noch mehr, voraus sind.“
not-here

Kurzgefasst glaubt Shostak, dass wir eine primitive Kultur sein könnten, die versucht, mit älteren, weiter fortgeschrittenen Zivilisationen zu kommunizieren, ähnlich wie ein Urwald-Stamm, der auf Trommeln schlägt und auf Antwort von Yuppies wartet, die mit Mobiltelefonen kommunizieren. Wenn dies der Fall ist, dann würde es nach Shostak reichen, wenn auch nur der geringste Hinweis auf vergangenes oder gegenwärtiges Leben auf anderen Planeten gefunden würde.

Er erklärt:

„Wenn bewiesen werden könnte, dass eine andere Welt – wie z. B. der Mars, abgesehen von der Erde die nächste Welt von der Sonne aus gesehen – Leben beherbergt hat, könnte man darauf schließen, dass der Kosmos mit Leben durchtränkt ist. Wir könnten schlussfolgern, dass bewohnte Planeten so üblich sind wie Telefonmasten (Hervorhebung hinzugefügt).“3

Aber dieser Vorschlag löst nicht Fermis ursprüngliches Problem. Dieser Gedanke vom „Fehlen der Außerirdischen“ wurde bekannt als das Fermi-Paradoxon – kurz: „Wo sind sie alle?“ Sogar SETI-Enthusiasten geben zu, dass es schwierig ist, das Paradoxon zu ignorieren, weil jede fortgeschrittene Alien-Rasse sich mit Sicherheit elektromagnetische Wellen zunutze gemacht hätte, um so effizient wie die Menschen miteinander zu kommunizieren. Folglich sollten wir ihre Nachrichten empfangen – selbst wenn sie vor mehreren Millionen Jahren von weit entfernten Orten abgesandt wurden.

Die „Macht des evolutionistischen Weltbilds“ verblendet die Menschen

Es gibt eine einfache Antwort auf die Frage, weshalb wir noch immer auf kein intelligentes, empfindungsfähiges Leben gestoßen sind, das so fortgeschritten wie wir Menschen oder sogar noch höher entwickelt ist – es gibt keins!4 Es gab keinen Urknall und keine Milliarden von Jahren, und es ist kein Zufall, dass die Erde eine besondere Stellung einnimmt und einzigartig erscheint. Der Grund ist, dass sie von einem einzigartigen Gott auf diese Weise einzigartig gestaltet wurde. Jesaja 45,18 erinnert uns:

„Denn so spricht der HERR, der Schöpfer der Himmel – Er ist Gott –, der die Erde gebildet und sie bereitet hat – Er hat sie gegründet; nicht als Einöde hat er sie geschaffen, sondern um bewohnt zu sein hat er sie gebildet –: Ich bin der HERR, und sonst ist keiner!“

Literaturangaben und Anmerkungen

  1. The ET Quandary, The Canadian National Post, 8. Dezember 2003, S. A13. Zurück zum Text.
  2. Aliens ‘Absolutely’ Exist, SETI Astronomer Believes, news.nationalgeographic.com, 6. März 2004. Zurück zum Text.
  3. Life on Mars Is a Siren Song in the Human Drive to Know, The Australian (Features), 9. Januar 2004, S. 11. Zurück zum Text.
  4. Trotz der gewaltigen Größe des Universums hat die Vorstellung, dass Gott empfindungsfähiges Leben auf anderen Planeten geschaffen haben könnte, theologische und mit dem Evangelium zusammenhängende Konsequenzen. Siehe creation.com/did-god-create-life-on-other-planets. Zurück zum Text.