Also Available in:

Galaxien, Schwarze Löcher und die Schöpfung

Jonathan Sarfati im Gespräch mit dem Astrophysiker Dr. Markus Blietz

Markus-Blietz

von
übersetzt von Markus Blietz

Dr. Markus Blietz wurde 1962 in Deutschland geboren und studierte Physik an der Technischen Universität München. 1994 promovierte er am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München in Astrophysik. Heute ist er als Patentmanager in der Halbleiterindustrie tätig und unterstützt Forscher bei der Entwicklung und Patentierung neuer Ideen. Im Frühjahr 2008 wurde er wiedergeboren und ist seitdem ein begeisterter Unterstützer von CMI. Dr. Blietz und seine Frau Alexandra haben zwei Kinder und leben in einer kleinen Stadt in Bayern (Deutschland), unweit von Salzburg (Österreich).


Das Bildungs- und Mediensystem erzeugt oft einen Gegensatz zwischen „Kreationisten“ und „Wissenschaftlern“. Aber in jeder Ausgabe des Creation Magazins widerlegen wir ihn mit einem Interview eines hochqualifizierten Wissenschaftlers, der auch Kreationist ist. Nicht allzu viele von ihnen waren Astronomen oder Astrophysiker wie Dr. Blietz.

Sein Interesse an der Wissenschaft begann im zarten Alter von fünf Jahren. Markus´ Vater nahm ihn damals mit zum Drachenfliegen, und der Junge war sehr daran interessiert, warum der Drachen fliegen und intakt bleiben konnte. „Das war der Beginn meines Interesses an der Wissenschaft“, sagt er.

Schwarze Löcher und Galaxien

Nachdem er das rigorose deutsche Ausbildungssystem durchlaufen hatte, spezialisierte sich Markus schließlich auf die Astrophysik. Insbesondere erklärt er:

„Meine Doktorarbeit beschäftigte sich mit einer speziellen Klasse von Galaxien namens Seyfert Galaxien. Diese enthalten aktive galaktische Kerne - sehr helle, sternförmige Zentren. Die häufigste Erklärung ist ein gigantisches schwarzes Loch im Zentrum dieser Galaxien.“
Galaxies

Dr. Blietz erklärte, wie ein Schwarzes Loch durch Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie vorhergesagt wird, wenn sich auf engstem Raum eine unvorstellbare Menge an Masse ansammelt. Z.B. müsste die Sonne (Masse 2 × 1030 kg) auf nur 6 km Durchmesser komprimiert werden. Die Zentren der Galaxien sollen supermassive schwarze Löcher sein. Diese Gebilde hätten das bis zu 100 Millionenfache der Sonnenmasse, konzentriert auf ein Volumen mit einem Durchmesser, der kleiner ist als die Entfernung von der Erde zum Mond (384.000 km).

Warum also „schwarz“? Er erklärte, dass eine solche konzentrierte Masse eine extrem starke Gravitationskraft erzeugt, die das vierdimensionale Raumkontinuum verbiegt. Dadurch kann auch das Licht, das keine Ruhemasse hat und sich mit 300.000 Kilometern pro Sekunde bewegt, nicht entkommen. Da uns kein Licht erreichen sollte, nannte der Physiker John Wheeler sie „schwarze Löcher“. Aber warum strahlen dann galaktische Kerne so viel Licht aus? Sollten sie nicht auch pechschwarz sein?

Dr. Blietz erläutert:

„Die starke Gravitationskraft führt dazu, dass benachbarte Gaswolken, die das Schwarze Loch umgeben, sich auf schraubenförmigen Bahnen auf dieses zubewegen. Durch diese Spiralbewegung bilden die Wolken eine Scheibe aus, eine sogenannte Akkretionsscheibe. Dabei beschleunigen die Gaswolken und geben hochenergetische Röntgenstrahlen ab. Diese Strahlung soll dann auf andere Gaswolken treffen, die weiter vom Zentrum entfernt sind, und die sich dadurch erwärmen und längerwellige Strahlung emittieren, die als sichtbares Licht [sog. Nahes Infrarotlicht, Anm. d. Übers.] in Erscheinung tritt. Mit speziellen Instrumenten kann man die spektrale Verteilung des Lichts, das von den weiter außen liegenden Gaswolken abgestrahlt wird, beobachten, so dass wir die chemische Zusammensetzung des Gases sowie die Gasgeschwindigkeiten bestimmen können. Dies erlaubt es uns wiederum, unter bestimmten Annahmen, die zentrale Masse des Schwarzen Lochs zu berechnen.“

Der christliche Glaube

Markus-and-Sandra

Ungewöhnlich ist, dass Dr. Blietz erst ziemlich spät im Leben Christ wurde. Er verlor seinen Vater durch Krebs und hatte einen mentalen `Burnout´, „so extrem, dass ich nicht einmal mehr ein einziges Wort lesen konnte! Selbst die kleinsten Entscheidungen waren mir zu viel. Im Grunde genommen ging mein Gehirn, das Instrument, das ich mein ganzes Leben lang trainiert hatte und auf das ich stolz war, plötzlich außer Betrieb.“

Die weltliche Wissenschaft konnte ihm die unbestrittene Realität von „gut“ und „böse“ nicht erklären. Aber dieser Unterschied macht Sinn, wenn es tatsächlich einen Schöpfer gibt. Dann las er die Bibel seiner Frau, die ebenfalls noch kein wiedergeborener Christ war:

„Ich las das Evangelium nach Matthäus. Fast sofort verstand ich, dass Jesus eine echte, historische Person war, dass er gekommen war, um eine Mission zu erfüllen, und dass ich ihn dringend brauchte.“

Dann lieh ihm ein christlicher Freund ein kleines Büchlein, das „den vollen Plan Gottes vom Anfang der Schöpfung bis zum Kommen Jesu auf dieser Erde, Seine Kreuzigung und Auferstehung, Sein zweites Kommen, das endgültige Gericht und die Erschaffung eines neuen Himmels und einer neuen Erde erklärte. Ich wusste, dass das die Wahrheit ist. In der Broschüre gab es auch ein Gebet, in dem man seine Sünden bekennen und sein Leben Jesus geben konnte. Ich zögerte keine Minute, fiel auf die Knie und übergab mein Leben Jesus.“

Die Bedeutung der Schöpfung

Das war ein interessanter Punkt: Dieses Heft begann mit der Schöpfung. Doch viele Evangelisten raten davon ab, über die Schöpfung zu sprechen und sagen: „Verkündet einfach das Evangelium“. Aber Dr. Blietz antwortet:

„Wenn die Bibel in ihren historischen Aussagen nicht zuverlässig ist, wie kann sie dann in anderen Aussagen wahr sein? Wenn Jesus nicht die Wahrheit über die Schöpfung sprach, wie könnten wir dann dem vertrauen, was Er über die Sünde, das Kreuz, die Auferstehung und das ewige Leben sagte? Jesus Christus ist die Wahrheit; und wenn Er die wortwörtliche Schöpfung der Welt in sechs gewöhnlichen 24-Stunden Tagen bekräftigt hat, sollten wir Christen dasselbe tun. Wenn wir jedoch Kompromisse eingehen und versuchen, Millionen und Abermilliarden von Jahren mit dem Schöpfungsbericht der Bibel zu verbinden, können wir die Leute leicht von der Wahrheit der Bibel und des Evangeliums abbringen.“

Aber wie verhält es sich mit Wissenschaft? Was ist für einen etablierten Wissenschaftler wichtig? Markus weist auf Folgendes hin:

„Die Wissenschaft ist ein menschliches Unterfangen, die Wahrheit über die Welt der Materie zu finden. Sie ist nicht vollständig zuverlässig, da sich Theorien und Modelle im Laufe der Zeit ändern. Auch kann die Wissenschaft nichts über die großen Fragen sagen: `Woher kommen wir, warum sind wir hier, und wohin gehen wir?´ Die Wissenschaft ist in ihren Fähigkeiten begrenzt und sollte nicht über die klaren Grenzen hinausgehen, die ihr von Gott gesetzt wurden.“

Indizien aus der Astronomie, die für die Bibel sprechen

Trotz ihrer Limitierungen bietet die Wissenschaft eine gute Unterstützung für die Bibel. Dr. Blietz listete eine Reihe von Gebieten in der Geologie und Biologie auf, aber auch in seinem eigenen Bereich der Astronomie. Ein Beispiel ist die Existenz von Kometen in unserem Sonnensystem. Er sagt:

„Kometen sind wie schmutzige Schneebälle, die auf stark elliptischen Bahnen um die Sonne kreisen. Bei jedem Umlauf verlieren sie Material, weil sie zu schmelzen beginnen, wenn sie der Sonne nahe kommen. Nach weniger als 10.000 Jahren hätten sie komplett verschwunden sein sollen. Evolutionistische Wissenschaftler haben daher die so genannte Oortsche Wolke `erfunden´, die nach ihrer Theorie als Quelle für den Nachschub der Kometen dienen soll und die sich ihrer Meinung nach in den entferntesten Teilen unseres Sonnensystems befindet. Doch trotz intensiver Suche im letzten Jahrhundert gibt es bisher nicht das kleinste Beweisstück für diese Hypothese. Wenn die Bibel wahr ist würde man natürlich erwarten, dass viele Kometen noch `am Leben´ sind, denn 6.000 Jahre reichen einfach nicht aus, damit die meisten Kometen geschmolzen wären.“1

Dr. Blietz ist auch sehr kritisch gegenüber dem Urknall-Dogma. Zum Beispiel:

„Das Urknall-Modell geht von der Existenz sogenannter dunkler Materie und dunkler Energie aus. Beide wurden noch nie im Labor beobachtet. Sie sind jedoch dringend erforderlich, um das Modell aufrechtzuerhalten und Widersprüche mit den Beobachtungsdaten zu vermeiden.
Der Urknall hat auch keine vernünftige Erklärung für die faktische Nicht-Existenz von Antimaterie. Diese Materie ist ein `Feind´ der normalen Materie: Wenn sie sich treffen, vernichten sie sich gegenseitig mit intensiver Freisetzung von Energie. Aber nach dem Modell hätte eine gleiche Menge an Antimaterie und Materie erzeugt werden müssen.“

Das Licht weit entfernter Sterne

Dr. Blietz hat in astrophysikalischen Zeitschriften Beiträge über Seyfert Galaxien veröffentlicht, z.B. über NGC 10682 und NGC 74693. Sie sind jedoch 47 Millionen bzw. 200 Millionen Lichtjahre entfernt. Also fragte ich: „Wie könnte man Licht von diesen Galaxien studieren, wenn das Universum erst 6.000 Jahre alt ist?“ Dr. Blietz antwortete mit mehreren Ideen, darunter:

„Eine `wissenschaftlichere´ Erklärung wären die Modelle, die kürzlich von John Hartnett und Russell Humphreys in ihren Büchern und Veröffentlichungen im Journal of Creation vorgestellt wurden. Sie schlagen vor, dass Zeitdilatationseffekte aus der allgemeinen Relativitätstheorie stattgefunden haben. In ihren Modellen ging die Zeit auf der Erde zu Beginn der Schöpfung viel langsamer als die Zeit am Rande des Universums (basierend auf der Bibel nehmen sie einen Rand und ein Zentrum für das Universum an; Urknalltheoretiker gehen ohne Beweise von einem Universum ohne Rand und ohne Zentrum aus). Während am vierten Tag der Schöpfungswoche nur 24 Stunden auf der Erde vergingen, vergingen in den fernen Teilen des Universums Milliarden von Jahren. Auf diese Weise hätte das Licht der Sterne genügend Zeit gehabt, um auch aus den entferntesten Teilen des Universums zur Erde zu reisen. Was auch immer die Wahrheit ist, ich sehe keinen Widerspruch zwischen dem biblischen Bericht und der Wissenschaft der Seyfert-Galaxien.“

Was soll man jungen Christen raten, die Naturwissenschaften studieren wollen?

Markus ermutigt Christen, der Wissenschaft nachzugehen, wenn sie interessiert sind. In der Tat, er bestätigt:

„Nur der Glaube an Jesus Christus kann uns die Augen öffnen und uns die richtige Sicht auf unsere Welt geben. Bevor ich Christ wurde, fühlte ich mich nie wirklich zufrieden mit der evolutionären Weltanschauung, die ich angenommen hatte. Sie führte zu vielen Widersprüchen und ließ zu viele Fragen offen. Nur die Wahrheit im Wort Gottes ist in der Lage, eine vollständige und umfassende Antwort auf unsere grundlegenden Fragen von Leben und Tod zu geben.“

Er warnt jedoch davor, dass viele in den wissenschaftlichen Einrichtungen Andersdenkende verspotten und verfolgen werden.4 Dennoch sagt er, dass wir „die Schöpfung wissenschaftlich studieren können, um Gott besser dienen zu können. Und ich denke, das ist genau das, was Er will, dass jeder von uns tun soll: Die Gaben, die wir von Ihm erhalten haben, nutzen und sie für Ihn einzusetzen, zu Seiner Ehre und der Ehre von Seinem Sohn Jesus Christus.“

Literaturangaben und Anmerkungen

  1. Sarfati, J., Comets portents of doom or indicators of youth? Creation 25(3):36–40, 2003; creation.com/comets. Zurück zum Text. Zurück zum Text.
  2. Blietz, M. et al., Near-infrared spectroscopic imaging of the circumnuclear environment of NGC 1068, Astrophysical Journal 42(1):92–100, 20 January 1994. Zurück zum Text. Zurück zum Text.
  3. Blietz, M. et al., High Resolution Near-Infrared Observations of the Seyfert 1 Galaxy NGC 7469, First Stromlo Symposium: The Physics of Active Galaxies, ASP Conference Series 54, 1994. Return to text. Zurück zum Text.
  4. Dies wurde festgehalten in Ben Stein’s Dokumentarfilm Expelled, und in Dr Jerry Bergman’s Buch Slaughter of the Dissidents, beide erhältlich von CMI. Zurück zum Text. Zurück zum Text.