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Verletzt die Existenz der Seele physikalische Gesetze?

Veröffentlicht: 26 Dezember 2015 (GMT+10)

Tomislav O. aus den USA fragte:

Wie kann der immaterielle Teil des Menschen mit dem menschlichen Gehirn interagieren, ohne das Gesetz von der Erhaltung der Energie zu verletzen?

CMI's von  antwortet:
übersetzt von Werner Traub

Hallo Tomislav,

die Bibel ist sehr klar in ihrer Aussage, daß der Mensch eine immaterielle Komponente hat. Die Schrift unterscheidet zwischen dem Körper und der Seele oder dem Geist und weist darauf hin, dass diese beim Tod voneinander getrennt werden können. Betrachten Sie die folgenden Verse als eine kleine repräsentative Auswahl der Behauptungen der Bibel.

  • Matthäus 10:28—Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle!
  • Jakobus 2:26—Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne die Werke tot.
  • 2 Korinther 5:8—Wir sind aber getrost und wünschen vielmehr, aus dem Leib auszuwandern und daheim zu sein bei dem Herrn.

In der Philosophie ist die Vorstellung, dass Menschen aus einem materiellen und einem immateriellen Teil besteht, als Substanz-Dualismus bekannt.1 Dies ist auch die biblische Sicht, und ich behaupte, daß die Bibel darauf hinweist, daß unser immaterieller Teil den physischen Teil beeinflussen kann - eine Ansicht, die Interaktionismus genannt wird.

Verschiedene Philosophen haben den dualistischen Interaktionismus gegen die Behauptung, dass er die Energieerhaltung verletzt, verteidigt. Zum Beispiel hat der Philosoph Robin Collins argumentiert, dass die Energieerhaltung streng genommen nicht notwendigerweise für alle physikalischen Systeme gilt,2 und dass die Quantenmechanik in jedem Fall Beispiele dafür geben kann, wie physikalische Wechselwirkungen ohne Austausch von Energieimpulsen stattfinden können.3 So fragt Collins, warum die Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele nicht auf ähnliche Weise funktionieren können?

Es kann jedoch eine noch einfachere und naheliegendere Lösung geben. Wie wir in Artikeln wie Wunder und Wissenschaft hervorgehoben haben, beschreiben physikalische Gesetze, was unabhängig von einer äußeren Einflußnahme geschieht. Wenn ein Apfel von einem Baum fällt, fällt er zu Boden, sofern nicht etwas von außerhalb des Systems eingreift. Eine Person könnte ihn zum Beispiel fangen, aber dies wäre keine Verletzung der Schwerkraft. Es würden dadurch keine Naturgesetze gebrochen. Die Schwerkraft wirkt immer noch auf den Apfel, selbst wenn er gefangen wurde, aber eine von außen einwirkende Kraft hat die Wirkung der Schwerkraft aufgehalten.

Wenn also unser Verstand / unsere Seele Veränderungen in physischen Systemen wie unserem Gehirn bewirken können, haben sie vielleicht tatsächlich die Macht, neue Energie auf begrenzte Weise einzuführen, wie prominente Philosophen wie Alvin Plantinga vorgeschlagen haben.4 Dies würde nicht gegen das Gesetz zur Erhaltung der Energie, da dieses Gesetz technisch nur in isolierten Systemen starr gilt und eine immaterielle Seele von außerhalb des Systems eingreifen könnte. Es ist der gleiche Grund, warum göttliche Wunder die Energieerhaltung nicht verletzen—Gott ist außerhalb des Systems. Wenn man also leugnet, dass Gott oder eine immaterielle Seele aufgrund des Energieerhaltungssatzes die Macht haben, Veränderungen im physischen Bereich herbeizuführen, ist dies ein Vorurteil, das nur dann Gültigkeit besitzt, wenn man Gott bzw. die immaterielle Seele leugnet.

Übrigens gibt es auch viele positive außerbiblische Gründe für die Annahme, dass wir einen immateriellen Teil in uns tragen. Dies wird gut in den Schriften evangelikaler Philosophen wie JP Moreland5 und Angus Menuge6 sowie vor langer Zeit von Thomas von Aquin und dem modernen Thomisten-Philosophen Ed Feser7 dargelegt. [A.d.Ü.: Thomismus: Als Thomismus wird eine philosophisch-theologische Lehrrichtung bezeichnet, die sich im Spätmittelalter und in der Neuzeit an die Werke des Thomas von Aquin anschloss. Ihre Anhänger werden Thomisten genannt. Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert erfuhr der Thomismus eine bedeutende Förderung und Renaissance, vor allem durch den Heiligen Stuhl. Dieses unterstrichen auch die von Papst Leo XIII. (1878–1903) veröffentlichte Enzyklika Aeterni patris (1879) sowie die Entwicklung der Neuscholastik und des Neuthomismus; Seite „Thomismus“. In: Wikipedia. de.wikipedia.org/w/index.php?title=Thomismus. Abgerufen: 23. Februar 2019.] Aufgrund dieser Feststellungen konzedierte der Atheist Thomas Nagel, daß die Seele durch den reduktiven Materialismus nicht zu erklären sei. Außerdem argumentiert deshalb (A.d.Ü.: der Atheist) Anthony Flew für die Existenz eines Gottes.

Zuletzt kann Ihnen der Artikel „Gehirnchemie und das Schicksal der Persönlichkeit nach dem Tod“ möglicherweise weiterhelfen.

Literaturangaben und Bemerkungen

  1. Nicht zu verwechseln mit dem platonischen Typus des Dualismus, der besagt, Geist sei gut, aber Materie sei böse, oder mit dem zoroastrischen Dualismus, der den Schöpfer des ultimativen Guten (Ahura Mazda) und des ultimativen Bösen (Angra Mainyu) gleichsetzt. Zurück zum Text.
  2. Wer das „Theorem von Nöther“ (Emmy Nöther [1882–1935]) verstehen möchte, der klicke auf diesen Link. Zurück zum Text.
  3. Collins, R., Modern Physics and the Energy Conservation Objection to Mind-Body Dualism, The American Philosophical Quarterly 45(1):31–42, January 2008. Zurück zum Text.
  4. Plantinga, A., Where the Conflict Really Lies: Science, Religion, and Naturalism, p. 119, footnote 41, Oxford University Press, 2011. Aber: Wie unsere Buchbesprechung zeigt , geht Platinga sehr schlecht mit der biblischen Schöpfung um. Zurück zum Text.
  5. Moreland, J.P., The Soul: How We Know It’s Real and Why It Matters, Moody Publishers, 2014. Zurück zum Text.
  6. Menuge, A.J.L., Agents Under Fire: Materialism and the Rationality of Science, Rowman & Littlefield, 2004. More recently, Menuge outclassed atheist P.Z. Myers in a debate, “Does Neuroscience Leave Room for God?” Zurück zum Text.
  7. Feser, E., The Last Superstition: A Refutation of the New Atheism, ch. 4: The soul, 2012. See also his Philosophy of Mind, chs. 7 and 8, 2005. Feser argumentiert sogar, dass unter einer aristotelisch-thomistischen Weltanschauung das Geist-Körper-Problem kein Thema ist. Zurück zum Text.

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